Ausstellungen
Hervorgehobener Artikel
Sven Sachsalber, Pencil drawing on hotel stationary, 2016-2018, 210 × 297 millimeters. Archive: sven sachsalber

BUCHHANDLUNG KALTER KÖNIG
SVEN SACHSALBER
22.02.-13.04.2019

Vernissage am 22.02.2019 um 19 Uhr

 

 

Kuratiert von Emanuele Guidi

 

 

Die Ausstellung „Buchhandlung Kalter König“ des Künstlers Sven Sachsalber vereint eine Gruppe von Werken, die in den letzten Jahren entstanden sind und sich mit dem Format des Buches auseinandersetzen, wobei sie unterschiedliche Herangehensweisen und Haltungen zum Einsatz bringen.
Sachsalber schreibt und zeichnet, sammelt und vereinnahmt, zitiert und bricht die komplexe Konstellation jener Figuren, die seine Vorstellungswelt und seinen Werdegang durchziehen und veröffentlicht sie unter dem Namen eines fiktiven Verlagshauses oder einer persönlichen Buchhandlung. Er verbindet dabei die Berglandschaft in der er geboren wurde, mit seiner Wahlheimat New York.

Die titelgebende Arbeit „Buchhandlung Kalter König“ bezieht sich auf Martin Kippenbergers posthum veröffentlichtes Buch “No Drawing No Cry”. Darin sind die Hotelbriefpapiere veröffentlicht, die zuvor in den beiden berühmten Bänden “Hotel-Hotel” und “Hotel-Hotel-Hotel” mit seinen darauf verewigten Zeichnungen versammelt worden waren und hier auf seine Anweisung hin von diesen Zeichnungen “bereinigt” wurden. Ein Buch voller weißer Seiten, auf denen nur die Briefköpfe und Logos der Hotels zu sehen sind, in denen Kippenberger übernachtet hatte. Sven Sachsalber nahm diese Seiten als Einladung, erneut darauf zu zeichnen und ließ zuungunsten des materiellen Wertes dieser wertvollen Ausgabe ein Tagebuch entstehen, in dem er eine systematische Entdeckungsübung und Selbstanalyse durchführte.

Sachsalber hat in seinem Buch 222 Bleistiftzeichnungen angefertigt, in denen zeitgenössische Kultur, Folklore, Tier- und Menschenwelt auf alltägliche Stimmungen und Launen treffen. Mit der Reproduktion der Bilder alpiner Traditionen, die die Schweizer Galerie Bruno Bischofberger jahrelang in ihren Anzeigen auf dem Rückcover von „Artforum“ verwendet hat, beginnt er Symbole und Embleme der Bergwelt zu verweben, von Giacomettis Haus bis hin zum San Pellegrino Mineralwasser, “das in den italienischen Alpen abgefüllt wird, aus denen auch Sachsalber kommt” – wie seine Biografie herausstreicht.

Neben den Seiten des Buches „Buchhandlung Kalter König“ sind auch die Bücher A B BC (2017) und Berg (2015, mit Siggi Hofer) von der andauernden Suche, Kritik und Sorge durchdrungen, die Sachsalber gegenüber der Landschaft als Kultur- und Gefühlskonstrukt hegt. Gleichzeitig kommt in der Zusammenstellung der drei Kunstbücher wieder die Absicht zum Vorschein, seine Biografie und die marketing-strategische Ausbeutung alpiner Berglandschaft – sprich Hoch- und Populärkultur – in einen bissigen und grotesken Kurzschluss zu führen.

Wenn der Künstler auf Martin Kippenberger schielt, so ist dies auch ein Versuch, sich mit dem eigenen Werdegang, dem Erbe und den persönlichen Ambitionen auseinanderzusetzen. Heraus kommt eine absurde und gleichzeitig tragische Welt. Natürlich geht es auch um den Körper, der häufig als Konkurrent des Berges betrachtet und zwangsläufig von diesem zur Erschöpfung gebracht wird. „Zebracabana“ (2018) ist ein Skianzug, mit dem der Künstler das emblematische Design der deutschen Ski-Nationalmannschaft nachbildet: was macht ein Zebra in den verschneiten Bergen?

 

Sven Sachsalber (1987, Schlanders, lebt und arbeitet in New York) hat am Royal College of Art, London, Bildhauerei studiert. Seine Arbeiten wurden u.a. an folgenden Orten gezeigt: Bible, NY; Shoot The Lobster, NY; White Columns, NY; Helper, Brooklyn; Performa, NY; Fiorucci Art Trust, Stromboli; Palais de Tokio, Paris; Museion, Bozen; Limoncello Gallery, London.

Save the date:
am 22. März eröffnet ar/ge kunst das Projekt „Temporary Lovers“ des Kollektivs Parasite 2.0, das sich zeitweise mit Sven Sachsalbers Ausstellung überschneidet und mittels unterschiedlicher Methoden und Gefühle weitere Reflektionsmöglichkeiten zu den Themen tierische Natur, Gefühlsleben, Land und Gemeinschaft bietet.

 

Mit freundlicher Unterstützung
Barth Innenbau, Brixen
Autonome Provinz Bozen, Abteilung Kultur
Stiftung Südtiroler Sparkasse
Stadtgemeinde Bozen, Abteilung Kultur

Ein besonderer Dank für den Marmorblock geht an Lasa Marmo

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Public Programme
Otobong Nkanga, O8 Black Stone, 2017 A handmade, cold process, natural soap made of butters and oils from across the Mediterranean Middle East, North and West Africa, fused together with water, lye and charcoal. Made for Carved to Flow Foundation (2017) www.carvedtoflow.com

AR/GE KUNST SAVOIR-VIVRE #1
SOAP MAKING mit Evi Lachana
Freitag, 25.01.2019
14:00 - 16:30 Uhr oder 18:00 – 20:30 Uhr

im Rahmen der Ausstellung von Otobong Nkanga

Kuratiert von Simone Mair

Workshop, savoir-vivre #1, soap making with Evi Lachana, 25.01.2019, in the framework of the exhibition “A Lapse, a Stain, a Fall“ by Otobong Nkanga © ar/ge kunst. Foto: Tiberio Sorvillo

Workshop, savoir-vivre #1, soap making with Evi Lachana, 25.01.2019, in the framework of the exhibition “A Lapse, a Stain, a Fall“ by Otobong Nkanga © ar/ge kunst. Foto: Tiberio Sorvillo

Workshop, savoir-vivre #1, soap making with Evi Lachana, 25.01.2019, in the framework of the exhibition “A Lapse, a Stain, a Fall“ by Otobong Nkanga © ar/ge kunst. Foto: Tiberio Sorvillo

Workshop, savoir-vivre #1, soap making with Evi Lachana, 25.01.2019, in the framework of the exhibition “A Lapse, a Stain, a Fall“ by Otobong Nkanga © ar/ge kunst. Foto: Tiberio Sorvillo

Workshop, savoir-vivre #1, soap making with Evi Lachana, 25.01.2019, in the framework of the exhibition “A Lapse, a Stain, a Fall“ by Otobong Nkanga © ar/ge kunst. Foto: Tiberio Sorvillo

Evi Lachana, eine Seifen- und Kosmetikproduzentin aus Athen, hat mit Otobong Nkanga an dem Projekt Carved to Flow, welches für documenta17 in Athen/Kassel produziert wurde, eng zusammengearbeitet. Ihr Familienunternehmen Laouta in Piräus, produziert kaltgerührte Seifen und Kosmetika aus griechischem Olivenöl und handgepflückten lokalen Kräutern. Der Ausstellungsraum verwandelt sich in ein temporäres Seifen- und Diskussionslabor und gemeinsam mit Evi Lachana und einer passionierten lokalen Kräutersammlerin,  ist jeder Teilnehmer eingeladen Seifen zu produzieren und den Herstellungsprozess des Produktes und die künstlerische Praxis von Otonbong Nkanga zu erforschen.

Teilnehmerzahl max. 20 Personen
Teilnahme kostenlos
Sprache: deu/ita/engl
Anmeldung an info@argekunst.it senden

 

ar/ge kunst savoir-vivre ist eine Workshop-Serie, die ausgehend von der jeweiligen Ausstellung konzipiert ist und in den Ausstellungsräumen der ar/ge kunst stattfindet. Ausgehend von der Relektüre der Begriffe savoir / pouvoir von Gayatri Spivak, eine Mitbegründerin der postkolonialen Theorie, wird wissen nicht nur mit Macht sondern mit können (pouvoir / to be able to) verknüpft. Durch die Verbindung der beiden Begriffe, wird die Institution zu einem öffentlichen Handlungsraum, wo unterschiedliche Fähigkeiten und Kompetenzen ein kollektives Wissen produzieren.

Inspiriert von Otobong Nakanga’s künstlerischen Praxis, mit welcher ar/ge kunst das Ausstellungsjahr 2019 eröffnet, steht für die diesjährige Serie von ar/ge kunst savoir-vivre der Herstellungsprozess eines Produktes im Mittelpunkt. Gemeinsam mit Experten werden rituelle Praktiken, die einem Herstellungsprozess zugrunde liegen, hinterfragt, verlernt, neu gelernt und mit Kunstwerken und künstlerischen Praktiken in der Ausstellung in Verbindung gedacht.

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Public Programme
APRÈS LA LETTRE__SPEECH & EFFECT, NINA TABASSOMI e MARKUS SCHENNACH

APRÈS LA LETTRE__SPEECH & EFFECT
NINA TABASSOMI und MARKUS SCHENNACH
27. November 2018, 19 Uhr

(La Mia Scuola di Architettura*10)

Nina Tabassomi und Markus Schennach über eine Veranstaltungsreihe zum Potential von nichtdiskriminierendem Sprechhandeln im TAXISPALAIS Kunsthalle Tirol.

Was heißt es, nichtdiskriminierend zu sprechen? Und weshalb gibt es keinen positiven Begriff, um dieses Sprechhandeln zu bezeichnen? Erstaunlich erscheint diese Tatsache vor dem Hintergrund, dass das Wissen darum, wie wir im Sagen und Bezeichnen Realität mit­konstruieren, weitverbreitet ist. Die allgemein akzeptierten Sprach­regelungen resultieren aus eingeschliffenen und unbegründeten Machtverhältnissen und Hierarchien, die wir mit jedem Sprechakt stabilisieren und erneuern. Wie können wir unsere Lebenswelt verän­dern, indem wir unsere Sprache sorgfältig wählen und einsetzen? Welche Verantwortung tragen wir, wenn wir institutionell sprechen?

Im Juli und August 2018 wurde diesen Fragen mit Vorträgen von Amara Antilla, Matthias Dell, Nikita Dhawan, Marie-Luisa Frick, Koku G. Nonoa und Anatol Stefanowitsch aus philosophischer, politikwissenschaftlicher, medientheoretischer, sowie sprach-, kunst- und theaterwissenschaftlicher Perspektive im TAXISPALAIS Kunsthalle Tirol nachgegangen. Konzipiert haben die Reihe Nina Tabassomi und Markus Schennach, die die bereits geführten Diskussionen in der arge kunst zusammenfassen und mit dem Publikum in Bozen neu aufrollen werden.

 

Short Bios:

Nina Tabassomi ist Kuratorin und Theaterwissenschaftlerin. Nach Stationen in Berlin (Based in Berlin und KW Institute for Contemporary Art), Kassel (Fridericianum) und New York (Ludlow 38) ist sie seit Anfang 2017 Direktorin des TAXISPALAIS Kunsthalle Tirol. Sie hat u.a. die Gruppenausstellungen „Infrastructures of Pain“, „Accentisms“ und „Sex“ und Einzelausstellungen von Maha Maamoun, Eric Baudelaire und Emeka Ogboh kuratiert.

Markus Schennach ist Medienaktivist und Politikwissenschaftler. Nach Tätigkeiten als Sozialarbeiter und als Geschäftsführer der Tiroler Straßenzeitung 20er ist er seit 2003 der Geschäftsführer von FREIRAD, dem freien Radio in Innsbruck und in unterschiedlichen Funktionen im Vorstand des Verbands Freier Radios in Österreich aktiv, acht Jahre davon war er der Obmann des Verein.

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Ausstellungen
Otobong Nkanga, Contained Measures of Pointe Noire, CCF, Pointe Noire, 2009

A LAPSE, A STAIN, A FALL
OTOBONG NKANGA
23.11.2018 – 09.02.2019

Vernissage und Performance
23. November, 19 Uhr

©ar/ge kunst, installation view, foto Tiberio Sorvillo, 2018

©ar/ge kunst, installation view, foto Tiberio Sorvillo, 2018

©ar/ge kunst, installation view, foto Tiberio Sorvillo, 2018

©ar/ge kunst, installation view, foto Tiberio Sorvillo, 2018

©ar/ge kunst, installation view, foto Tiberio Sorvillo, 2018

©ar/ge kunst, installation view, foto Tiberio Sorvillo, 2018

©ar/ge kunst, installation view, foto Tiberio Sorvillo, 2018

©ar/ge kunst, installation view, foto Tiberio Sorvillo, 2018

©ar/ge kunst, installation view, foto Tiberio Sorvillo, 2018

©ar/ge kunst, installation view, foto Tiberio Sorvillo, 2018

©ar/ge kunst, installation view, foto Tiberio Sorvillo, 2018

©ar/ge kunst, installation view, foto Tiberio Sorvillo, 2018

©ar/ge kunst, installation view, foto Tiberio Sorvillo, 2018

©ar/ge kunst, installation view, foto Tiberio Sorvillo, 2018

©ar/ge kunst, opening performance, foto Tiberio Sorvillo, 2018

Kuratiert von Emanuele Guidi

 

Der Gipfel des Mount Everest
ist aus marinem Kalkstein, (…)
Nur ein Vorurteil könnte uns glauben machen,
die Erde unter unseren Füßen sei nicht lebendig.
Teju Cole

Die Künstlerin Otobong Nkanga (Lagos/Antwerpen) kehrt für ihre erste Einzelausstellung in Italien an die ar/ge kunst zurück, nachdem sie bereits im November 2013 an der programmatischen Ausstellung Prologue Part II – La Mia Scuola di Architettura teilgenommen hatte.

A Lapse, a Stain, a Fall bringt aktuelle Arbeiten, laufende Projekte und zwei neue Auftragsarbeiten Otobong Nkangas zusammen und stellt einen weiteren Schritt in ihrer Auseinandersetzung mit den mannigfaltigen Werten natürlicher Ressourcen im Anthropozän dar, die sie parallel zu ihrer unaufhörlichen Erkundung der Wechselwirkungen zwischen der Morphologie der Erde und jener der Sprache fortführt.
Mithilfe von Bildhauerei, Zeichnung und Performance, aber auch mit schriftstellerischen, verlegerischen und pädagogischen Mitteln, betrachtet die Künstlerin den Begriff „Land“ als geologisches und diskursives Gebilde und geht dabei häufig von derlei Systemen und Verfahren aus, mit denen Rohstoffe lokal abgebaut, technologisch verarbeitet und weltweit in Umlauf gebracht werden. Von dort folgt sie dann den Verflechtungen, die Erze, materielle Kultur und die Konstruktion von Begierde mit Macht- und Wissensumverteilung verbinden.

Otobong Nkanga hat A Lapse, a Stain, a Fall als organische Darstellung künstlerischer Arbeiten konzipiert, die sich einem chromatischen Rhythmus folgend im Raum entfalten; von Schwarz bis zu einer zunehmend gemischten Farbpalette. Eine Abfolge von Werken, die entlang eines neuen zentralen Hauptwerkes „aufkeimen“, das wie eine Ader den architektonischen Raum von Wand zu Wand durchläuft, macht die Ausstellung zu einem lebendigen, diasporischen Organismus, in dem Körperteile über ihre Haut aneinander hängen.
Der Begriff „Körper“ als zentrales Element ihres Denkens schwingt auch im Titel dieser neuen Auftragsarbeit Veins Aligned mit: eine 26 Meter lange, aus Schichten von Glas und Laaser Marmor geschaffene Skulptur liegt auf dem Boden der ar/ge kunst, beide Materialien wurden in Zusammenarbeit mit einheimischen Fachleuten gefertigt.

Diese Skulptur ruft jenes tiefe Empfinden wach, das Nkanga für Materie verspürt, also sowohl den Drang, eine Kontinuität zwischen Materialien zu schaffen, die als Stützstruktur dienen können, als auch die Anerkennung all ihrer Schichten als Träger darin verorteten Wissens; von der äußeren Hülle, die lüstern glänzt, über die komplexe molekulare Struktur mit ihren geotechnologischen Eigenschaften. Es geht um Wissen, das es verdient ausgegraben zu werden und auch darum, aufzuzeigen wie jeder Extraktionsvorgang das Risiko birgt, Kapital zu extrahieren und möglicherweise einen gewaltvollen Akt gegen einen menschlichen, stofflichen oder territorialen Körper zu begehen.

 

Vielen Dank an Alessandro Cuccato und Alessandra Piazza für die technische Unterstützung, die die Realisierung des Werkes Veins Aligned ermöglicht hat.

Ein besonderer Dank für das Material und die Fertigung geht an
Lasa Marmo
Gruppe Dalle Nogare

Mit freundlicher Unterstützung von
Flanders, State of the Art
Autonome Provinz Bozen, Abteilung Kultur
Stiftung Südtiroler Sparkasse, Bozen
Stadtgemeinde Bozen, Abteilung Deutsche Kultur

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Public Programme

OTOBONG NKANGA
21 November 2018, 18:30 Uhr

Unibz – Aula F0.03
Universitätsplatz, 1

Otobong Nkanga, Artist Talk at Unibz © ar/ge kunst. Foto: Tiberio Sorvillo

In Zusammenarbeit mit der Freien Universität Bozen, Fakultät für Design und Kunst

Die Künstlerin spricht über Ihre künstlerische Praxis und über die Ausstellung A Lapse, a Stain, a Fall.

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Public Programme
Hydrocotyle vulgaris, Fort Vert, Calais. Photo: Hanna Rullmann.

LORENZO PEZZANI
“HOSTILE ENVIRONMENT”(S)
8. November 2018, 19 Uhr

One Year-Long Research Project / Fourth

 

Lorenzo Pezzani, Talk, © ar/ge kunst. Foto: Luca Guadagnini

Lorenzo Pezzani, Talk and ar/ge kunst dinner, © ar/ge kunst. Foto: Luca Guadagnini

 

Zur vierten Ausgabe des einjährigen Forschungsprojekts (2018-2019) hat ar/ge kunst den Architekten und Wissenschaftler Lorenzo Pezzani (Trient/London) zu einer Künstlerresidenz nach Bozen eingeladen. In seinem Eröffnungsgespräch wird Pezzani den Begriff der „feindlichen Umfelder“ als Thema seiner bevorstehenden Forschungarbeit in Südtirol erörtern.

 

Im Mai 2012 kündigte die damalige britische Innenministerin Theresa May in einem Interview die Einführung neuer Gesetze zur Einwanderungskontrolle an, die darauf abzielen würden, „hier in Großbritannien ein wirklich feindseliges Umfeld (hostile environment) für illegale Migration zu schaffen. […] Wir sind daran“, erklärte sie weiter, „illegalen Einwanderern den Zugang zu Arbeit, Wohnung und Dienstleistungen, sogar zu Bankkonten, zu verwehren“. Den städtischen Raum für einige lebenswidrig zu machen, ist ein Vorgang der sich auf globaler Ebene in der Art und Weise widerspiegelt, wie bestimmte Umfelder (Wüsten, Ozeane und Gebirgszüge, einschließlich der Alpen) als Waffe genutzt werden, um Migranten abzuschrecken und zu vertreiben, wobei oft deren Leben aufs Spiel gesetzt wird.

Ausgehend von seiner Arbeit zur Migration über das Mittelmeer untersucht Lorenzo Pezzani, wie diese Art der Grenzkontrolle nicht mehr darauf abzielt, bestimmte Personengruppen direkt zu erfassen und zu bestrafen, sondern vielmehr in das Umfeld eingreift, in dem diese sich aufhalten oder das sie durchqueren. Das Umfeld, im Sinne einer politisch-ökonomischen Wirkkraft und nicht nur eines „natürlichen“ Hintergrunds menschlichen Handelns, ist hier nicht mehr nur ein Ort der Macht, sondern bekommt vielmehr eine eigene Funktion. Das Wetter wird zu einer Waffe, wenn Migranten an Kälte oder Hitze sterben müssen und darüber hinaus sind Formen rassistisch motivierter Gewalt gewissermaßen so allgegenwärtig wie das Klima.

Wenn Migranten über besonders heimtückisches Terrain gezwungen und in den Städten einem Dauerzustand der Verlassenheit ausgesetzt werden, wirkt sich dieser atmosphärische Machtzustand auf verschiedene Arten des (menschlichen sowie auch „mehr als menschlichen“) Daseins aus, insbesondere auf diejenigen, die als fremd und nicht als einheimisch eingestuft werden.

Biographie
Lorenzo Pezzani ist Architekt und Wissenschaftler. Zur Zeit ist er Dozent für Forensische Architektur an der University of London, Goldsmiths. Seit 2011 arbeitet er an Forensic Oceanography, einem Gemeinschaftsprojekt, das die militarisierte Grenzordnung im Mittelmeer kritisch untersucht. Er ist Mitbegründer der Plattform WatchTheMed. Gemeinsam mit verschiedenen NGOs, Wissenschaftlern, Journalisten und Aktivistengruppen hat er Karten, Videos, Installationen und Menschenrechtsberichte erstellt, die die Todesfälle von Migranten auf See dokumentieren. Seine Arbeiten wurden als Beweismittel vor Gericht verwendet, in verschiedenen Presseorganen und akademischen Fachzeitschriften veröffentlicht und international in verschiedenen Institutionen und Biennalen ausgestellt.

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Public Programme
Charlemagne Palestine, © Agnès Gania

FOR INDIGENOUS YEASTS AND OTHER MICROBES (ACT II)
29.09.18, 19 Uhr

Öffentliches Programm im Rahmen der Ausstellung
Songs To You About You

 

Performance von Islands Songs und Charlemagne Palestine im Hof Gandberg und Schloss Gandegg, Eppan

 

In Zusammenarbeit mit  Transart Festival
Karten

Mit For Indigenous Yeasts and other Microbes, begleiten Islands Songs den Transformationsprozess von Traubensaft zu Wein mit einem Soundtrack in drei Akten, der für die in der Weinbereitung aktiven Mikroorganismen komponiert wurde und ihnen gewidmet ist. Das Stück, ein Experiment mit dem Südtiroler Winzer Thomas Niedermayr (Hof Gandberg, Eppan) und dem amerikanischen Komponisten und Objektkünstler Charlemagne Palestine, stellt die traditionelle und althergebrachte Zusammenarbeit zwischen Mensch und Mikrobengemeinschaften bei der Herstellung von Getränken und Nahrungsmitteln heraus.

Für AKT II laden Islands Songs Charlemagne Palestine nach Schloss Gandegg für eine Live-Performance für Mikroben und Menschen.

Dank an FINSTRAL

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Public Programme

ar/ge kunst matinée mit César Enrique Giraldo Herrera
Samstag, 08.09.2018 11:00 Uhr

Microbes and Other Shamanic Beings

Nach einer kurzen Einführung zur Ausstellung mit den Künstlern Islands Songs gibt der kolumbianische Anthropologe und Biologe César Enrique Giraldo Herrera einen Einblick in wissenschaftliche und schamanische Methoden bei der Wahrnehmung von Mikroorganismen.

César Enrique Giraldo Herrera ist ein kolumbianischer Biologe und Sozialanthropologe. Er ist zur Zeit Victoria Maltby Junior Research Stipendiat am Somerville College und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institute for Science Innovation and Society (InSIS), School of Anthropology and Museum Ethnography (SAME), University of Oxford, GB.

^ar/ge kunst matinée ist ein Format, das die Ausstellungen und künstlerischen Praktiken in Dialog mit Kuratorinnen, Künstlerinnen und anderen Expertinnen bei einem Frühstück erkundet. Die benachbarte Konditorei Hofer in der Museumstrasse 4 stellt die Mehlspeisen zur Verfügung.

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Public Programme
^ar/ge kunst matinée with Slavs and Tatars. Photo: ar/ge kunst

ar/ge kunst matinée
 mit Slavs and Tatars
Samstag, 19.05.2018 11:00 Uhr

Ein Gespräch zwischen Payam Sharifi (Slavs and Tatars) und dem Künstlerischen Leiter der ar/ge kunst Emanuele Guidi über Konzepte und Schlüsselwörter, die ihre künstlerische Arbeit begleiten.

^ar/ge kunst matinée ist ein Format, das die Ausstellungen und künstlerischen Praktiken in Dialog mit Kuratorinnen, Künstlerinnen und anderen Expertinnen bei einem Frühstück erkundet. Die benachbarte Konditorei Hofer in der Museumstrasse 4 stellt die Mehlspeisen zur Verfügung.

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Ausstellungen
Andrea Nicolò, 2018

SONGS TO YOU ABOUT YOU
ISLANDS SONGS
08.09. - 10.11.2018

Eröffnung

 

07.09.2018, 18 Uhr

©ar/ge kunst, Foto Tiberio Sorvillo, 2018

©ar/ge kunst, Foto Tiberio Sorvillo, 2018

©ar/ge kunst, Foto Tiberio Sorvillo, 2018

©ar/ge kunst, Foto Tiberio Sorvillo, 2018

©ar/ge kunst, Foto Tiberio Sorvillo, 2018

©ar/ge kunst, Foto Tiberio Sorvillo, 2018

©ar/ge kunst, Foto Tiberio Sorvillo, 2018

©ar/ge kunst, Foto Tiberio Sorvillo, 2018

©ar/ge kunst, Foto Tiberio Sorvillo, 2018

©ar/ge kunst, Foto Tiberio Sorvillo, 2018

©ar/ge kunst, Foto Tiberio Sorvillo, 2018

©ar/ge kunst, Foto Tiberio Sorvillo, 2018

©ar/ge kunst, Foto Tiberio Sorvillo, 2018

©ar/ge kunst, Foto Tiberio Sorvillo, 2018

©ar/ge kunst, Foto Tiberio Sorvillo, 2018

©ar/ge kunst, Foto Tiberio Sorvillo, 2018

©ar/ge kunst, Foto Tiberio Sorvillo, 2018

©ar/ge kunst, Foto Tiberio Sorvillo, 2018

Songs To You About You ist ein Projekt des in Berlin tätigen Künstlerduos Islands Songs, das westliche und nicht-westliche Auffassungen der Mikroorganismenwelt zum Dialog führt und die soziale Interaktion zwischen Menschen und mikrobiellen Gemeinschaften feiert.

Der Kern des Projekts ist die 7.1 – Kanal – Klanginstallation The Forest Within – Within The Forest, die in Zusammenarbeit mit César Enrique Giraldo Herrera enstanden ist. Eine fabulative Erzählung mit einer spekulativen polyphonen Partitur verstrickend, untersucht die Arbeit indigene Erzählungen und Naturkenntnisse, aber auch Klang und Gehör als Methoden zur Erforschung der “immateriellen” Welt. Verschiedene Perspektiven einnehmend, lotet die in Ko-Autorenschaft mit Giraldo Herrera entstandene Fabulation animistische Auffassungen der Realität aus, während die polyphone Partitur in die Interspezies-Kommunikation des Amazonas-Regenwaldes eintaucht, inspiriert von den Gesprächen, die Schamanen mit dem “Inneren Wald” führen. Alle Klänge stammen von Aufnahmen, die Islands Songs auf einer Reise nach Kolumbien gemacht haben, von nicht-menschlichen und menschlichen Vokalisierungen, VLF-Aufnahmen und modularer Synthese.

Mit der zweiten in der ar/ge kunst gezeigten Arbeit For Indigenous Yeasts and other Microbes, begleiten Islands Songs den Transformationsprozess von Traubensaft zu Wein mit einem Soundtrack in drei Akten, der für die in der Weinbereitung aktiven Mikroorganismen komponiert wurde und ihnen gewidmet ist. Das Stück ist sowohl ein Experiment mit dem Südtiroler Winzer Thomas Niedermayr (Hof Gandberg in Eppan), als auch eine Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Komponisten und Objektkünstler Charlemagne Palestine. Es stellt die traditionelle und althergebrachte Zusammenarbeit zwischen Mensch und Mikrobengemeinschaften bei der Herstellung von Getränken und Nahrungsmitteln heraus.

Songs To You About You ist die erste italienische Einzelausstellung des Künstlerduos Islands Song, aufbauend auf einem einjährigen Austausch mit ar/ge kunst, der mit der Ausstellung und Performance im Rahmen von Transart Festival 17 seinen Anfang genommen hat.

ÖFFENTLICHES PROGRAMM

08.09.2018, 11 Uhr
MICROBES AND OTHER SHAMANIC BEINGS
^ar/ge kunst matinée mit César Enrique Giraldo Herrera

29.09.2018, 19 Uhr
FOR INDIGENOUS YEASTS AND OTHER MICROBES (ACT II)
Performance von Islands Songs und Charlemagne Palestine
Im Hof Gandberg und Schloss Gandegg, Eppan.
In Zusammenarbeit mit Transart Festival
(Karten)

Ausstellungsbrochüre

In Koproduktion mit
Deutschlandfunk Kultur
Transart Festival 18
Thomas Niedermayr, Hof Gandberg, Eppan

Mit freundlicher Unterstützung von
Autonome Provinz Bozen, Abteilung Kultur
Stiftung Südtiroler Sparkasse, Bozen
Stadtgemeinde Bozen, Abteilung Deutsche Kultur

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Public Programme

CRICKET CUP
15.07.2018, 10 - 18 Uhr

100 Spieler, 8 Mannschaften, 1 Turnier: ar/ge kunst Kricket Cup

 
Am Sonntag, 15. Juli 2018 fand ein ar/ge kunst Cricket Cup auf dem Sportplatz Talfer B in Bozen statt. Fast 100 Spieler der insgesamt acht Mannschaften aus Innsbruck, Bozen, Sterzing, Leifers und Trient haben diese Sport- und Kunst Veranstaltung gemeinsam gefeiert.

ar/ge kunst Cricket Cup 2018. Foto: Francesco Ippolito

ar/ge kunst Cricket Cup 2018. Foto: Francesco Ippolito

ar/ge kunst Cricket Cup 2018. Foto: Francesco Ippolito

ar/ge kunst Cricket Cup 2018. Foto: Francesco Ippolito

ar/ge kunst Cricket Cup 2018. Foto: Francesco Ippolito

ar/ge kunst Cricket Cup 2018. Foto: Francesco Ippolito

ar/ge kunst Cricket Cup 2018. Foto: Francesco Ippolito

ar/ge kunst Cricket Cup 2018. Foto: Francesco Ippolito

Zum ersten Mal wird diese für unsere Region “neue” Sportart, die aus Pakistan, Indien und Afghanistan nach Bozen kommt, auf einen der Sportplätze der Talferwiesen gespielt; ar/ge kunst, Kunstverein von Bozen und Leifers Cricket Club veranstalteten dieses Turnier als Finissage zur Ausstellung “It’s Just Not Cricket” von Matilde Cassani. Diese Initiative konnte Dank der Zusammenarbeit mit dem Amt für Sport der Gemeinde Bozen unter dem Assessor Angelo Gennaccoro, der Polisportiva Bozen und der Schirmherrschaft der Federazione Italiana Cricket stattfinden.

Das Turnier endete mit dem Sieg der Mannschaft Gadar XI aus Bozen und mit der Überlegung der Kapitäne, einen anerkannten Kricketverein in der Provinz Bozen zu gründen, sodass das Kricket, das nach Fussball der beliebteste Sport der Welt ist, in der Provinz Südtirol anerkannt und unterstützt wird.

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Public Programme
Maria Walcher, Trasite, Replicas of the Riace Bronzes (life-size), Parc on the Ilm, Kunstfest Weimar 2014. Foto: Iva Kirova

ON THE MOVE mit Maria Walcher
20.06.2018, 19:00 Uhr

La Mia Scuola di Architettura*9

Was ist mit diesen Skulpturen, die an unseren Ufern angespült wurden, sind sie willkommener als jeder Mensch? Ausgehend von solchen Textauszügen, Bild- und Tonspuren ihrer oft situationsspezifischen Arbeiten vertieft die Künstlerin Maria Walcher Aspekte wie Zusammenarbeit, kulturelle Übersetzung, öffentlicher Raum und die damit verbundenen künstlerischen Strategien. Ein Gespräch zwischen Maria Walcher und Kuratorin Simone Mair in der ar/ge kunst.

Maria Walcher, geboren 1984 in Brixen (I), lebt in Innsbruck. Die Künstlerin studierte im Master of Fine Arts: Public Art and New Artistic Strategies an der Bauhaus-Universität Weimar sowie an der Universität für angewandte Kunst Wien. Ihre Arbeiten wurden ausgestellt: Charlama Depot, Sarajevo (2011), SOMA, Mexico City (2013), CITY LAB Mostar (2013), Kunstfest Weimar (2014), Quartair Contemporary Art Initiatives, Den Haag (2014), Cselley-Mühle, Oslip (2016) und Domplatz, Innsbruck (2017).

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Public Programme
Hamann from the Hood, courtesy Slavs and Tatars and Kraupa-Tuskany Zeidler, Berlin

Public Programme
Slavs and Tatars
13.06. 2018, 19.30 - 21.00 Uhr

Der Text liest mich ebenso sehr wie ich den Text lese.Slavs and Tatars

Workshop Lene Morgenstern, Foto: ar/ge kunst

Workshop Lene Morgenstern, Foto: ar/ge kunst

Workshop Lene Morgenstern, Foto: ar/ge kunst

Workshop Lene Morgenstern, Foto: ar/ge kunst

Workshop Lene Morgenstern, Foto: ar/ge kunst

Workshop Lene Morgenstern, Foto: ar/ge kunst

Was ist ein Text? Wie kann man das Lesematerial diskursiv und performativ erkunden? Ein Workshop zur Ausstellung Kirchgängerbanger (19.05 – 28.07.2018) mit der Sprachkünstlerin Lene Morgenstern in der ar/ge kunst. Nach einem Gespräch zur Ausstellung mit Kuratorin Simone Mair werden deutsche und italienische Texte von Johann Georg Hamann und Molla Nasreddin – zwei Figuren die Slavs and Tatars in ihrer künstlerischen Praxis beeinflusst haben – in einem kollektiven Lesen vertieft. Auf Anmeldung unter info@argekunst.it

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Ausstellungen
Bicephalic Flag, 2018. Courtesy the artist; Kraup-Tuskany Zeidler, Berlin

KIRCHGÄNGERBANGER
Slavs and Tatars
19.05. – 28.07.2018

Eröffnungsprogramm

 

18.05.2018

18.00 Uhr: Lecture-Performance in der Freien Universität Bozen – Fakultät für Design und Künste, D1.01

 

19.30 Uhr: Ausstellungseröffnung in der ar/ge kunst

 

19.05.2018

11.00 Uhr: Matinée mit SLAVS AND TATARS in der ar/ge kunst

Slavs and Tatars, Hamann from the Hood, installation view; ©ar/ge kunst, photo by Tiberio Servillo, 2018; courtesy the artist, Kraupa-Tuskany Zeidler, Berlin

Slavs and Tatars, Hamann from the Hood, installation view; ©ar/ge kunst, photo by Tiberio Servillo, 2018; courtesy the artist, Kraupa-Tuskany Zeidler, Berlin

Slavs and Tatars, Kirchgängerbanger, exhibition view; ©ar/ge kunst, photo by Tiberio Servillo, 2018; ; courtesy the artist, Kraupa-Tuskany Zeidler, Berlin

Slavs and Tatars, Kirchgängerbanger, exhibition view; ©ar/ge kunst, photo by Tiberio Servillo, 2018; ; courtesy the artist, Kraupa-Tuskany Zeidler, Berlin

Slavs and Tatars, Kirchgängerbanger, exhibition view; ©ar/ge kunst, photo by Tiberio Servillo, 2018; ; courtesy the artist, Kraupa-Tuskany Zeidler, Berlin

Slavs and Tatars, Kirchgängerbanger, exhibition view; ©ar/ge kunst, photo by Tiberio Servillo, 2018; ; courtesy the artist, Kraupa-Tuskany Zeidler, Berlin

Slavs and Tatars, Kirchgängerbanger, exhibition view; ©ar/ge kunst, photo by Tiberio Servillo, 2018; ; courtesy the artist, Kraupa-Tuskany Zeidler, Berlin

Slavs and Tatars, Kirchgängerbanger, exhibition view; ©ar/ge kunst, photo by Tiberio Servillo, 2018; ; courtesy the artist, Kraupa-Tuskany Zeidler, Berlin

Slavs and Tatars, Kirchgängerbanger, exhibition view; ©ar/ge kunst, photo by Tiberio Servillo, 2018; ; courtesy the artist, Kraupa-Tuskany Zeidler, Berlin

Slavs and Tatars, Kirchgängerbanger, exhibition view; ©ar/ge kunst, photo by Tiberio Servillo, 2018; ; courtesy the artist, Kraupa-Tuskany Zeidler, Berlin

Slavs and Tatars, Bicephalic Flag, 2017; ©ar/ge kunst, photo by Tiberio Servillo, 2018; ; courtesy the artist, Kraupa-Tuskany Zeidler, Berlin

Slavs and Tatars, Bicephalic Flag, 2017; ©ar/ge kunst, photo by Tiberio Servillo, 2018; ; courtesy the artist, Kraupa-Tuskany Zeidler, Berlin

Slavs and Tatars, Stillbruch (Noblesse Oblige), 2018, Installation view; ©ar/ge kunst, photo by Tiberio Servillo, 2018; ; courtesy the artist, Kraupa-Tuskany Zeidler, Berlin

Slavs and Tatars, Stillbruch (Noblesse Oblige), 2018, Installation view; ©ar/ge kunst, photo by Tiberio Servillo, 2018; ; courtesy the artist, Kraupa-Tuskany Zeidler, Berlin

Slavs and Tatars, Love me Love me Not (Kaliningrad), 2018, Installation view; ©ar/ge kunst, photo by Tiberio Servillo, 2018; ; courtesy the artist, Kraupa-Tuskany Zeidler, Berlin

Slavs and Tatars, Love me Love me Not (Kaliningrad), 2018, Installation view; ©ar/ge kunst, photo by Tiberio Servillo, 2018; ; courtesy the artist, Kraupa-Tuskany Zeidler, Berlin

Slavs and Tatars, Underage Page (Extended Turquoise), 2018, Installation view; ©ar/ge kunst, photo by Tiberio Servillo, 2018; ; courtesy the artist, Kraupa-Tuskany Zeidler, Berlin

Slavs and Tatars, Underage Page (Extended Turquoise), 2018, Installation view; ©ar/ge kunst, photo by Tiberio Servillo, 2018; ; courtesy the artist, Kraupa-Tuskany Zeidler, Berlin

Slavs and Tatars, Underage Page (Extended Turquoise), 2018, Installation view; ©ar/ge kunst, photo by Tiberio Servillo, 2018; ; courtesy the artist, Kraupa-Tuskany Zeidler, Berlin

Slavs and Tatars, Underage Page (Extended Turquoise), 2018, Installation view; ©ar/ge kunst, photo by Tiberio Servillo, 2018; ; courtesy the artist, Kraupa-Tuskany Zeidler, Berlin

Slavs and Tatars, Underage Page (Extended Turquoise), 2018, Installation view; ©ar/ge kunst, photo by Tiberio Servillo, 2018; ; courtesy the artist, Kraupa-Tuskany Zeidler, Berlin

Slavs and Tatars, Underage Page (Extended Turquoise), 2018, Installation view; ©ar/ge kunst, photo by Tiberio Servillo, 2018; ; courtesy the artist, Kraupa-Tuskany Zeidler, Berlin

Slavs and Tatars, Underage Page (Extended Turquoise), 2018, Installation view; ©ar/ge kunst, photo by Tiberio Servillo, 2018; ; courtesy the artist, Kraupa-Tuskany Zeidler, Berlin

Slavs and Tatars, Underage Page (Extended Turquoise), 2018, Installation view; ©ar/ge kunst, photo by Tiberio Servillo, 2018; ; courtesy the artist, Kraupa-Tuskany Zeidler, Berlin

Slavs and Tatars, Underage Page (Extended Turquoise), 2018, Installation view; ©ar/ge kunst, photo by Tiberio Servillo, 2018; ; courtesy the artist, Kraupa-Tuskany Zeidler, Berlin

Slavs and Tatars, Underage Page (Extended Turquoise), 2018, Installation view; ©ar/ge kunst, photo by Tiberio Servillo, 2018; ; courtesy the artist, Kraupa-Tuskany Zeidler, Berlin

Slavs and Tatars, Underage Page (Extended Turquoise), 2018, Installation view; ©ar/ge kunst, photo by Tiberio Servillo, 2018; ; courtesy the artist, Kraupa-Tuskany Zeidler, Berlin

Slavs and Tatars, Underage Page (Extended Turquoise), 2018, Installation view; ©ar/ge kunst, photo by Tiberio Servillo, 2018; ; courtesy the artist, Kraupa-Tuskany Zeidler, Berlin

Slavs and Tatars, Installation view; ©ar/ge kunst, photo by Tiberio Servillo, 2018; courtesy the artist, Kraupa-Tuskany Zeidler, Berlin

Slavs and Tatars, Installation view; ©ar/ge kunst, photo by Tiberio Servillo, 2018; courtesy the artist, Kraupa-Tuskany Zeidler, Berlin

Slavs and Tatars, Installation view; ©ar/ge kunst, photo by Tiberio Servillo, 2018; courtesy the artist, Kraupa-Tuskany Zeidler, Berlin

Slavs and Tatars, Installation view; ©ar/ge kunst, photo by Tiberio Servillo, 2018; courtesy the artist, Kraupa-Tuskany Zeidler, Berlin

Slavs and Tatars, Installation view; ©ar/ge kunst, photo by Tiberio Servillo, 2018; courtesy the artist, Kraupa-Tuskany Zeidler, Berlin

Slavs and Tatars, Installation view; ©ar/ge kunst, photo by Tiberio Servillo, 2018; courtesy the artist, Kraupa-Tuskany Zeidler, Berlin

Documentation of Lecture Performance by Slavs and Tatars at UniBz – Faculty of Design and Art ©ar/ge kunst, & UniBz, Faculty of Design and Art, Photo Matteo Zoccolo, 2018

Documentation of Lecture Performance by Slavs and Tatars at UniBz – Faculty of Design and Art
©ar/ge kunst, & UniBz, Faculty of Design and Art, Photo Matteo Zoccolo, 2018

Documentation of Lecture Performance by Slavs and Tatars at UniBz – Faculty of Design and Art ©ar/ge kunst, & UniBz, Faculty of Design and Art, Photo Camilla Angolini, 2018

Documentation of Lecture Performance by Slavs and Tatars at UniBz – Faculty of Design and Art
©ar/ge kunst, & UniBz, Faculty of Design and Art, Photo Camilla Angolini, 2018

„Die Reinigkeit einer Sprache entzieht ihrem Reichthum […]‟ Johann Georg Hamann
Anlässlich der Eröffnung von Kirchgängerbanger, der ersten Einzelausstellung des Berliner Kollektivs Slavs and Tatars in Italien, kuratiert von Emanuele Guidi, veranstaltet die ar/ge kunst ein zweitägiges Einführungsprogramm. Es entfaltet sich rund um die drei Haupttätigkeitsfelder der Künstler: Ausstellungen, Bücher und Lecture-Performances. Das Kollektiv Slavs and Tatars entstand 2006 als ein „Buchklub‟. In seiner künstlerischen Praxis thematisiert und erweitert es seither den Akt des Lesens durch eine mise en circulation von Geschichten, die in dem Gebiet Eurasiens „östlich der ehemaligen Berliner und westlich der Chinesischen Mauer“ verortet sind.

Als echte Bibliophile und Geschichtenerzähler schöpfen die Künstler aus dem breiten Fundus dieses dichterisch-geopolitischen Raumes und erwecken längst vergessene Figuren, vormoderne Rituale, Mythen und Traditionen zu neuem Leben, verweben sie mit „hoher‟ und populärer Kultur, in einem Gestus, der gängige Denkmuster und Grenzen unseres heutigen Wissens hinterfragt. Die synkretistische Haltung des Kollektivs offenbart sich in Diskursen und Gegenständen unterschiedlichster Art, wobei Sprache stets eine zentrale Rolle einnimmt, wenn es darum geht, scheinbar weit voneinander entfernte Vorstellungen, Geschichten und Kulturen zusammenzuführen. Daraus resultiert eine so sinnliche wie affektive Annäherung an Wissen, die es sich zum Anliegen gemacht hat, Risse und Sprünge von Geschichte offenzulegen.

Mit Kirchgängerbanger setzen Slavs and Tatars ihre aktuelle Auseinandersetzung mit Johann Georg Hamann, dem deutschen Philosophen der Gegenaufklärung, Amateur-Orientalisten und kryptischen Schriftsteller, fort, der von Kollegen wie Goethe, Kierkegaard und Kant wegen seiner humorvollen, unkonventionellen und radikalen Denkansätze hochgeschätzt wurde. Im Rückgriff auf Hamann stellen Slavs and Tatars die Grenzen säkularen Wissens heraus und erneuern eine Diskussion um die Rolle des Glaubens, die der Philosoph mit Sexualität verknüpft hat (Glaube und Geschlecht).

Für ihre Ausstellung in der ar/ge kunst wenden sich die Künstler unmittelbar an das Publikum (die Leser) durch neue und aktuelle Produktionen, die direkten Bezug auf Hamanns enigmatische Texte nehmen. Gezeigt werden eine Reihe von Arbeiten als räumliche Umsetzungen seiner dunklen Schriften und Widmungen.

Parallel zur Ausstellung wird eine Reihe von Lecture-Performances von Slavs and Tatars von der ar/ge kunst und der Freien Universität Bozen, Fakultät für Design und Künste (18. Mai 2018), sowie OGR You Torino (22. Mai 2018) und Live Works/Centrale Fies (20. Juli 2018) präsentiert.

Mit freundlicher Unterstützung von:
Autonome Provinz Bozen, Abteilung Kultur
Stiftung Südtiroler Sparkasse
Autonome Region Trentino-Südtirol
Stadtgemeinde Bozen, Abteilung Deutsche Kultur

PUBLIC PROGRAMME

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Public Programme

IT’S JUST NOT CRICKET
17.03.2018, 15 - 18 Uhr

Workshop

Matilde Cassani, Workshop, ©ar/ge kunst, Foto Annelie Bortolotti, 2018

Matilde Cassani, Workshop, ©ar/ge kunst, Foto Annelie Bortolotti, 2018

Matilde Cassani, Workshop, ©ar/ge kunst, Foto Annelie Bortolotti, 2018

Matilde Cassani, Workshop, ©ar/ge kunst, Foto Annelie Bortolotti, 2018

 Matilde Cassani, Workshop, ©ar/ge kunst, Foto Annelie Bortolotti, 2018

Matilde Cassani, Workshop, ©ar/ge kunst, Foto Annelie Bortolotti, 2018

Matilde Cassani, Workshop, ©ar/ge kunst, Foto Annelie Bortolotti, 2018

Matilde Cassani, Workshop, ©ar/ge kunst, Foto Annelie Bortolotti, 2018

Matilde Cassani, Workshop, ©ar/ge kunst, Foto Annelie Bortolotti, 2018

Matilde Cassani, Workshop, ©ar/ge kunst, Foto Annelie Bortolotti, 2018

Im Rahmen der Ausstellung It’s Just Not Cricket von Matilde Cassani findet am Samstag 17.03.2018 von 15 – 18 Uhr ein Workshop zur Aktivierung eines fiktiven Kricket-Spielfeldes statt.

Durch das Zusammentreffen von Kricketspielern aus der Provinz Bozen und Teilnehmern aus verschiedenen Bereichen wie Kultur, Politik, Vermittlung, Universität und Presse, wird der Workshop in Form einer Gemeinschaftsübung organisiert und stellt sich somit praktischen Bedürfnissen, wie es von denen gewünscht wird, die diesen Sport praktizieren. Die drei Phasen des Workshops, Super-Team / Verein / Spielfeld vertiefen jeweils Argumente wie Identität, Organisation und Zugang zu den Infrastrukturen.

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Public Programme
Riccardo Previdi, Franca, 2017, installation view at museo di Arte Contemporanea Villa Croce, Genova, photo © Henrik Blomqvist

Elementi per una pratica,
incontro con Riccardo Previdi

Ein Gespräch zwischen Riccardo Previdi, Künstler, und Frida Carazzato – kuratorische Assistentin des Museions, ein temporäres Wörterverzeichnis zu entwickeln. Dies soll als konzeptuelles Koordinatensystem gelten, in dem die künstlerische Arbeit Previdis abgesteckt werden kann. Letztere wird von der Beziehung zwischen Kunst und Projekt bestimmt, und geht von der Beobachtung und der Reaktion auf räumliche Kontexte, Sprachen und gegenwärtige Dynamiken aus.

Außerdem präsentieren wir die Publikation “What Next?“, die den neuesten Arbeitszyklus des Künstlers beinhaltet. Diese Werke inspirieren sich an der Beziehung zwischen den technologischen Apparaten der nicht nur wissenschaftlichen Untersuchungen und der Art und Weise, wie die zeitgenössische Gesellschaft interpretiert wird.

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Ausstellungen
Matilde Cassani_Collezione Privata di A.S._2018, photo Tiberio Sorvillo and Luca Guadagnini © ar/ge kunst

It’s just not cricket
Matilde Cassani
23.02. - 05.05.2018

Ausstellungseröffnung: 23.02.2018, 19 Uhr

 

Ein Projekt von ar/ge kunst, Bozen und Künstlerhaus Büchsenhausen, Innsbruck

 

Matilde Cassani, Collezione Privata di A.S., 2018, photo Tiberio Sorvillo and Luca Guadagnini © ar/ge kunst

Matilde Cassani, Collezione Privata di A.S., 2018, photo Tiberio Sorvillo and Luca Guadagnini © ar/ge kunst

Matilde Cassani, Collezione Privata di A.S., 2018, photo Tiberio Sorvillo and Luca Guadagnini © ar/ge kunst

Matilde Cassani, Collezione Privata di A.S., 2018, photo Tiberio Sorvillo and Luca Guadagnini © ar/ge kunst

Matilde Cassani, Collezione Privata di A.S., 2018, photo Tiberio Sorvillo and Luca Guadagnini © ar/ge kunst

Matilde Cassani, Collezione Privata di A.S., 2018, photo Tiberio Sorvillo and Luca Guadagnini © ar/ge kunst

Matilde Cassani, It’s just not cricket, Installation view. ©ar/ge kunst, Foto Luca Guadagnini, 2018

Matilde Cassani, It’s just not cricket, Installation view. ©ar/ge kunst, Foto Luca Guadagnini, 2018

Matilde Cassani, It’s just not cricket, Installation view. ©ar/ge kunst, Foto Luca Guadagnini, 2018

Matilde Cassani, It’s just not cricket, Installation view. ©ar/ge kunst, Foto Luca Guadagnini, 2018

Matilde Cassani, It’s just not cricket, Installation view. ©ar/ge kunst, Foto Luca Guadagnini, 2018

Matilde Cassani, It’s just not cricket, Installation view. ©ar/ge kunst, Foto Luca Guadagnini, 2018

Matilde Cassani, It’s just not cricket, Installation view. ©ar/ge kunst, Foto Luca Guadagnini, 2018

Matilde Cassani, It’s just not cricket, Installation view. ©ar/ge kunst, Foto Luca Guadagnini, 2018

Matilde Cassani, It’s just not cricket, Installation view. ©ar/ge kunst, Foto Luca Guadagnini, 2018

Matilde Cassani, It’s just not cricket, Installation view. ©ar/ge kunst, Foto Luca Guadagnini, 2018

Matilde Cassani, It’s just not cricket, Installation view. ©ar/ge kunst, Foto Luca Guadagnini, 2018

Matilde Cassani, It’s just not cricket, Installation view. ©ar/ge kunst, Foto Luca Guadagnini, 2018

Matilde Cassani, It’s just not cricket, Installation view. ©ar/ge kunst, Foto Luca Guadagnini, 2018

Matilde Cassani, It’s just not cricket, Installation view. ©ar/ge kunst, Foto Luca Guadagnini, 2018

Matilde Cassani, It’s just not cricket, Installation view. ©ar/ge kunst, Foto Luca Guadagnini, 2018

Matilde Cassani, It’s just not cricket, Installation view. ©ar/ge kunst, Foto Luca Guadagnini, 2018

Matilde Cassani, It’s just not cricket, Installation view. ©ar/ge kunst, Foto Luca Guadagnini, 2018

Matilde Cassani, It’s just not cricket, Installation view. ©ar/ge kunst, Foto Luca Guadagnini, 2018

Matilde Cassani, It’s just not cricket, Installation view. ©ar/ge kunst, Foto Luca Guadagnini, 2018

Matilde Cassani, It’s just not cricket, Installation view. ©ar/ge kunst, Foto Luca Guadagnini, 2018

„It’s just not cricket“ ist mehr als eine simple Ausstellung einer Kricket-Ausrüstung samt Objekten, die mit diesem Sport zu tun haben, auch wenn es auf den ersten Blick so aussehen mag. Die idiomatische Bedeutung dieses Ausdrucks, dessen Ursprung genauso wie das Kricketspiel in der englischen Kultur liegt, erweckt jedoch den Gedanken, dass wir es hier mit einer Ungerechtigkeit zu tun haben: im Englischen Sprachjargon verwendet man diese Redewendung, wenn es um eine unfaire oder unehrliche Sache geht.
Ein bunter Teppichboden, überdimensional große Tore, ein Ball und zwei Schläger, jeweils in Nord- und Südtirol aus heimischen Materialien hergestellt: Dies sind die Bestandteile des Sets eines vermeintlich unterbrochenen Spiels, die nun im Ausstellungsraum installiert wurden und quasi auf die Rückkehr der Spieler warten. Ein „Display-Altar“ zeigt Alì Saqibs private Sammlung von Schlägern aus der ganzen Welt, von Bällen und Pokalen, die bei unzähligen Turnieren gewonnen wurden. All dies neben einer Trikot-Sammlung der zahlreichen in Südtirol aktiven Teams: in Leifers, Brenner, Sterzing, Auer, Bozen – Gemeinden, die ihre eigenen Kricket-Teams und -Turniere haben, ohne dass eine breitere Öffentlichkeit Notiz davon nimmt.
Das Zusammentreffen junger Kricketspieler, die aus Pakistan, Afghanistan, Indien und Sri Lanka stammen und zum Teil seit Jahrzehnten in den Gemeinden auf beiden Seiten des Brenners leben, bietet den üblichen rhetorischen Floskeln über Identität, Grenzen, Nord und Süd eine Atempause. Die zirkuläre Geschichte des Kricketspiels, das über die englischen Kolonien nach Europa zurückgekehrt ist und sich hier unter veränderten Voraussetzungen verbreitet hat, birgt die Chance, unvoreingenommen über die Valenz heutiger urbaner und ländlicher Lebensräume zu reflektieren, sich mit veränderten Kategorien von Zeit, Unterhaltung, Spektakel und spectatorship auseinanderzusetzen.
„It’s just not cricket“ markiert den Abschluss des Recherche-Projekts von Matilde Cassani, das auf gemeinsamer Einladung von ar/ge kunst, Bozen und dem Künstlerhaus Büchsenhausen, Innsbruck initiiert und durchgeführt worden ist bzw. wird. Nach wiederholten Besuchen der Künstlerin in der Großregion zwischen Innsbruck und Bozen seit Ende 2016[1] bieten diese Ausstellung bei ar/ge kunst sowie die Abschlussausstellung des Fellowship-Programms für Kunst und Theorie im Künstlerhaus Büchsenhausen, die ab 24. Mai 2018 im Kunstpavillon der Tiroler Künstler*schaft eröffnen und das Projekt auch in Nordtirol vorstellen wird, den Rahmen für eine diskursive Auseinandersetzung mit den oben angesprochenen Themen dies- und jenseits des Brenners. In Workshops mit den jeweiligen Kricket-Communities sowie einem geplanten Spiel einer Süd- und einer Nordtiroler Auswahl Ende Juni in Innsbruck soll der Dialog mit diesen Gruppen auch öffentlich intensiviert werden.
Am 23. Februar um 19 Uhr öffnet die Ausstellung von Matilde Cassani während des PSL-Turnieres, Pakistani Super League in Dubai, das live ausgestrahlt wird, dem Publikum ihre Türen.
Unter der Schirmherrschaft des italienischen Kricket Verbandes
Mit freundlichen Unterstützung von: Autonome Provinz Bozen, Abteilung Kultur Autonome Region Trentino-Südtirol Stadtgemeinde Bozen, Abteilung Deutsche Kultur Stiftung Südtiroler Sparkasse Barth – Innenausbau, Brixen
www.artsouthtyrol.org _________________________________ [1] Matilde Cassani ist von ar/ge kunst zur dritten Folge ihres Residence-Programms One Year-Long Research Project, sowie vom Künstlerhaus Büchsenhausen, Innsbruck im Rahmen des Fellowship Programms für Kunst und Theorie (Kooperationsfellowship) eingeladen worden.

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Public Programme


Image Diplomacy
07.02.2018, 19 Uhr

Gespräch zwischen dem Künstler Vladislav Shapovalov, anlässlich seiner Ausstellung Image Diplomacy in ar/ge kunst, und Elvira Vannini (Kunsthistorikerin, Kritikerin und Begründerin der Magazine HOT POTATOES, Art, Politics, Exhibition Conditions) und Emanuele Guidi (Künstlerischer Leiter ar/ge kunst)

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Ausstellungen
Vladislav Shapovalov. Opening of Soviet Week at the Palazzo Reale in Milan in 1967, 2017. Photo Installation. Courtesy of the artist. Courtesy of photograph: Associazione Italia Russia, Milano.

IMAGE DIPLOMACY
Vladislav Shapovalov
02.12.2017 – 10.02.2018

Vernissage 01.12.2017, 19 Uhr

 

 

Kuratiert von Emanuele Guidi

 

 

Mit der ersten italienischen Einzelausstellung des russischen Künstlers Vladislav Shapovalov setzt ar/ge kunst die Präsentation von künstlerischen Praktiken fort, die sich mit Geschichte, und dem Stoff aus der sie gemacht ist, auseinandersetzen. Es sind langfristige Recherchen, die der offiziellen Geschichtsschreibung gegenüberstehen, da sie sich um die Fakten-Zusammenstellung eben der Momente widmen, die als minder und obsolet gelten oder einfach vergessen wurden. Diese Werke untersuchen auf eine kritische Art und Weise hauptsächlich die Medien selbst, durch die die Geschichte erst geschrieben und an die Öffentlichkeit gebracht werden konnte und durch die sie bis heute weiterlebt.

Vladislav Shapovalov, Image Diplomacy, Installation View at ar/ge kunst. Photo Sorvillo, 2017 ©argekunst, Bolzano

Vladislav Shapovalov, Image Diplomacy, Installation View at ar/ge kunst. Photo Sorvillo, 2017 ©argekunst, Bolzano

Vladislav Shapovalov, Image Diplomacy, Installation View at ar/ge kunst. Photo Sorvillo, 2017 ©argekunst, Bolzano

Vladislav Shapovalov, Image Diplomacy, Installation View at ar/ge kunst. Photo Sorvillo, 2017 ©argekunst, Bolzano

Vladislav Shapovalov, Image Diplomacy, Installation View at ar/ge kunst. Photo Sorvillo, 2017 ©argekunst, Bolzano

Vladislav Shapovalov, Image Diplomacy, Installation View at ar/ge kunst. Photo Sorvillo, 2017 ©argekunst, Bolzano

Vladislav Shapovalov, Image Diplomacy, Installation View at ar/ge kunst. Photo Sorvillo, 2017 ©argekunst, Bolzano

Vladislav Shapovalov, Image Diplomacy, Installation View at ar/ge kunst. Photo Sorvillo, 2017 ©argekunst, Bolzano

Vladislav Shapovalov, Image Diplomacy, Installation View at ar/ge kunst. Photo Sorvillo, 2017 ©argekunst, Bolzano

Vladislav Shapovalov, Image Diplomacy, Installation View at ar/ge kunst. Photo Sorvillo, 2017 ©argekunst, Bolzano

Vladislav Shapovalov, Image Diplomacy, Installation View at ar/ge kunst. Photo Sorvillo, 2017 ©argekunst, Bolzano

Vladislav Shapovalov, Image Diplomacy, Installation View at ar/ge kunst. Photo Sorvillo, 2017 ©argekunst, Bolzano

Vladislav Shapovalov, Image Diplomacy, Installation View at ar/ge kunst. Photo Sorvillo, 2017 ©argekunst, Bolzano

Vladislav Shapovalov, Image Diplomacy, Installation View at ar/ge kunst. Photo Sorvillo, 2017 ©argekunst, Bolzano

Vladislav Shapovalov, Image Diplomacy, Installation View at ar/ge kunst. Photo Sorvillo, 2017 ©argekunst, Bolzano

Vladislav Shapovalov, Image Diplomacy, Installation View at ar/ge kunst. Photo Sorvillo, 2017 ©argekunst, Bolzano

Vladislav Shapovalov, Image Diplomacy, Installation View at ar/ge kunst. Photo Sorvillo, 2017 ©argekunst, Bolzano

Vladislav Shapovalov, Image Diplomacy, Installation View at ar/ge kunst. Photo Sorvillo, 2017 ©argekunst, Bolzano

Vladislav Shapovalov, Image Diplomacy, Installation View at ar/ge kunst. Photo Sorvillo, 2017 ©argekunst, Bolzano

Vladislav Shapovalov, Image Diplomacy, Installation View at ar/ge kunst. Photo Sorvillo, 2017 ©argekunst, Bolzano

Vladislav Shapovalov, Image Diplomacy, Installation View at ar/ge kunst. Photo Sorvillo, 2017 ©argekunst, Bolzano

Vladislav Shapovalov, Image Diplomacy, Installation View at ar/ge kunst. Photo Sorvillo, 2017 ©argekunst, Bolzano

In Image Diplomacy geht Vladislav Shapovalov das kulturelle und politische Erbe des „kommunistischen Projekts“ der Sowjetunion an. Er baut den Blickpunkt auf seiner eigenen Biografie als junger Russe auf, der im Russland nach 1989 aufgewachsen und seit Jahren in Mailand zu Hause ist. Eine Konfrontation, die mit der Entdeckung Dutzender Ordner im Italienisch-Russischen-Verein[1] angefangen hat: sie brachte vollständige Foto-Ausstellungen und Filme über die verschiedensten Aspekte des Lebens in der Sowjetunion ans Licht (Sport, privates und öffentliches Leben, Technologie und Arbeit, Geographie und Architektur bis hin zur weiblichen Emanzipation und die erreichten Ergebnisse in der Weltraumforschung). Diese dienten dazu, das Bild von einem modernen, emanzipierten, internationalen Projekt in der Welt zu fördern, das im Gegensatz zu dem kapitalistisch-amerikanischen stehen sollte. Solche Ausstellungen sind von der Allunions-Gesellschaft für kulturelle Beziehungen mit dem Ausland (VOKS)[2] entworfen und durch das Netzwerk von Freundschaftsvereinen verbreitet worden, die in unzählig vielen Ländern von den Sympathisanten des sowjetischen Experiments[3] gegründet wurden. Einer der zentralen Aspekte des Werkes Shapovalovs konzentriert sich auf die Aufbausysteme und Ausstellungstechniken einiger dieser Ausstellungen, die eigenständig und preiswert realisiert werden konnten, ganz einfach indem man die Anleitungen und technischen Zeichnungen, die sich u.a. in den Ordnern befanden, befolgte. Die Idee einer Modernität, die für jeden zugänglich ist, wurde somit nicht nur durch die Reproduzierbarkeit des Fotos und des Films angekündigt, sondern auch anhand eben dieser Display-Systeme, die so die Ausstellung in das ideale „Medium“ verwandelten um solch eine Botschaft vermitteln und verbreiten zu können.

Image Diplomacy zeigt damit eine Auswahl an fotografischem Material und an Dokumenten, die bezeugen, welche Rolle die Kultur und die Bilder in den internationalen Beziehungen der Sowjetunion spielten. Es handelt sich hier um Archivmaterial, das in einer Installation arrangiert wird und auf die Ausstellungsformen und -Systeme der VOKS hinweist und diese abstrahiert und darüberhinaus die Beziehung speziell zwischen der UdSSR und Italien erzählt (Italien, das Land mit der ausgeprägtesten Kommunistischen Partei in der westlichen Welt). Parallel dazu wird ein Film des Künstlers gezeigt, der den Kampf dokumentiert, welcher auf dem Feld der „kulturellen Diplomatie“ zwischen den beiden großen ideologischen Blöcken während des Kalten Krieges ausgetragen wurde. Er stellt hier zwei Geschichten gegenüber: einmal die der Ausstellungen der UdSSR und ihres Netzwerkes an Freundschaftsvereinen und dann die der Ausstellung The Family of Man – 1955 von der USA im MOMA in New York organisiert und dann in 69 Ländern der Welt präsentiert, u.a. 1958 in Italien und 1959 in Russland[4]. Hier stoßen wir auf der einen Seite auf das Projekt des sozialistischen Internationalismus, der darauf zielte, die Länder der Zweiten und Dritten Welt zu vereinen, und auf der anderen Seite auf das amerikanische universalistische Projekt.

Ein besonderes Dankeschön an das:
Archiv des Italo-Russischen Vereins in Mailand
Filmarchiv (Cineteca) Bologna
Künstlerhaus Büchsenhausen, Innsbruck
V-A-C Stiftung, Moskau
Freie Universität Bozen, Fakultät für Design und Künste

Mit freundlichen Unterstützung von:
Autonome Provinz Bozen, Abteilung Kultur
Stiftung Südtiroler Sparkasse
Stadtgemeinde Bozen, Abteilung Deutsche Kultur
The Keir Foundation, Australien

_________________________________

[1] Früher: Verein Italien-UdSSR
[2] 1925 in der UdSSR gegründet: die VOKS benutzte die kulturelle Diplomatie als Instrument um das zu brechen, was Lenin die „Verschwörung des Schweigens“ um sein Land und um sein großes sozialistisches Projekt nannte (Vladislav Shapovalov, Konferenz: Image Diplomacy – Archive that were never meant to be kept, 13. Oktober, Garage, Moskau).
[3] 1957 sind Freundschaftsvereine zwischen der UdSSR und den Ost-und West-, sowie den blockfreien Staaten gegründet worden
[4] Die Ausstellung ist heutzutage im Schloss Clerf in Luxemburg zu sehen, dem Heimatland des Kurators, dem Fotografen Edward Steichen und wurde in die Liste des „Weltdokumentenerbes“ der UNESCO aufgenommen.

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Ausstellungen
Topography of Terror (19.12.2016), Elisa Caldana and Diego Tonus

Topography of Terror (19.12.2016)
Elisa Caldana und Diego Tonus
08.09 – 18.11.2017

Eröffnung: 7. September 2017, 18.30 Uhr

 

Kuratiert von Emanuele Guidi

 

ar/ge kunst eröffnet die neue Saison mit parallel stattfindenden Ausstellungen: in der Museumstraße und gleichzeitig im Stadtmuseum Bozen; terminlich so gelegt, damit sie mit der Eröffnung des Transart Festivals zusammenfallen.

Elisa Caldana and Diego Tonus, Topography of Terror, Installation View at ar/ge kunst. Photo Guadagnini, 2017 ©argekunst, Bolzano

Elisa Caldana and Diego Tonus, Topography of Terror, Installation View at ar/ge kunst. Photo Guadagnini, 2017 ©argekunst, Bolzano

Elisa Caldana and Diego Tonus, Topography of Terror, Installation View at ar/ge kunst. Photo Guadagnini, 2017 ©argekunst, Bolzano

Elisa Caldana and Diego Tonus, Topography of Terror, Installation View at ar/ge kunst. Photo Guadagnini, 2017 ©argekunst, Bolzano

Elisa Caldana and Diego Tonus, Topography of Terror, Installation View at ar/ge kunst. Photo Guadagnini, 2017 ©argekunst, Bolzano

Elisa Caldana and Diego Tonus, Topography of Terror, Installation View at ar/ge kunst. Photo Guadagnini, 2017 ©argekunst, Bolzano

Elisa Caldana and Diego Tonus, Topography of Terror, Installation View at ar/ge kunst. Photo Guadagnini, 2017 ©argekunst, Bolzano

Elisa Caldana and Diego Tonus, Topography of Terror, Installation View at ar/ge kunst. Photo Guadagnini, 2017 ©argekunst, Bolzano

Elisa Caldana and Diego Tonus, Topography of Terror, Installation View at ar/ge kunst. Photo Guadagnini, 2017 ©argekunst, Bolzano

Elisa Caldana and Diego Tonus, Topography of Terror, Installation View at ar/ge kunst. Photo Guadagnini, 2017 ©argekunst, Bolzano

Elisa Caldana and Diego Tonus, Topography of Terror, Installation View at ar/ge kunst. Photo Guadagnini, 2017 ©argekunst, Bolzano

Elisa Caldana and Diego Tonus, Topography of Terror, Installation View at ar/ge kunst. Photo Guadagnini, 2017 ©argekunst, Bolzano

Elisa Caldana and Diego Tonus, Topography of Terror, Installation View at ar/ge kunst. Photo Guadagnini, 2017 ©argekunst, Bolzano

Elisa Caldana and Diego Tonus, Topography of Terror, Installation View at ar/ge kunst. Photo Guadagnini, 2017 ©argekunst, Bolzano

Elisa Caldana and Diego Tonus, Topography of Terror, Installation View at ar/ge kunst. Photo Guadagnini, 2017 ©argekunst, Bolzano

Elisa Caldana and Diego Tonus, Topography of Terror, Installation View at ar/ge kunst. Photo Guadagnini, 2017 ©argekunst, Bolzano

Elisa Caldana and Diego Tonus, Topography of Terror, Installation View at ar/ge kunst. Photo Guadagnini, 2017 ©argekunst, Bolzano

Elisa Caldana and Diego Tonus, Topography of Terror, Installation View at ar/ge kunst. Photo Guadagnini, 2017 ©argekunst, Bolzano

Elisa Caldana and Diego Tonus, Topography of Terror, detail of Mental Maps for Topography of Terror. Photo Guadagnini, 2017 ©argekunst, Bolzano

Elisa Caldana and Diego Tonus, Topography of Terror, detail of Mental Maps for Topography of Terror. Photo Guadagnini, 2017 ©argekunst, Bolzano

Elisa Caldana and Diego Tonus, Topography of Terror, detail of Mental Maps for Topography of Terror. Photo Guadagnini, 2017 ©argekunst, Bolzano

Elisa Caldana and Diego Tonus, Topography of Terror, detail of Mental Maps for Topography of Terror. Photo Guadagnini, 2017 ©argekunst, Bolzano

Elisa Caldana and Diego Tonus, Topography of Terror, detail of Mental Maps for Topography of Terror. Photo Guadagnini, 2017 ©argekunst, Bolzano

Elisa Caldana and Diego Tonus, Topography of Terror, detail of Mental Maps for Topography of Terror. Photo Guadagnini, 2017 ©argekunst, Bolzano

Elisa Caldana and Diego Tonus, Topography of Terror, detail of Mental Maps for Topography of Terror. Photo Guadagnini, 2017 ©argekunst, Bolzano

Elisa Caldana and Diego Tonus, Topography of Terror, detail of Mental Maps for Topography of Terror. Photo Guadagnini, 2017 ©argekunst, Bolzano

Elisa Caldana and Diego Tonus, Topography of Terror, detail of Mental Maps for Topography of Terror. Photo Guadagnini, 2017 ©argekunst, Bolzano

Elisa Caldana and Diego Tonus, Topography of Terror, detail of Mental Maps for Topography of Terror. Photo Guadagnini, 2017 ©argekunst, Bolzano

Am Donnerstag, den 7. September um 18.30 Uhr präsentiert ar/ge kunst in den Galerieräumen in der Museumstraße Topography of Terror (19.12.2016) von Elisa Caldana und Diego Tonus: eine Zwei-Personen Ausstellung, zentriert auf den gleichnamigen Film – dies ist seine italienische Premiere – zusammen mit einer Reihe von Zeichnungen und mentalen Karten, die während der Zusammenarbeit entstanden sind.

Der Film Topography of Terror (19.12.2016) spielt im nicht verwirklichten Gebäude der “Topographie des Terrors” in Berlin, das anfänglich vom Schweizer Architekten Peter Zumthor 1993 geplant wurde. Das Design Zumthors hat eine Ausschreibung gewonnen, die den Bau eines Dokumentationszentrums genau an dem Ort vorsah, an dem die Gestapo, die SS und die Reichssicherheitsbehörde während der Nazizeit ansässig waren. Das Projekt wurde jedoch aufgrund seiner hohen Kosten, der radikalen Einstellung des Architekten und seiner Kompromisslosigkeit nie umgesetzt.

Caldana und Tonus sind von den originalen Zeichnungen und Plänen Zumthors ausgegangen und haben darauf basierend ein CGI-Rendering der Topographie des Terrorgebäudes erstellt: das Bild einer gegenwärtigen Zukunft, die nie zum Leben erweckt wurde und somit die perfekte Bühne für eine Erzählung bietet, die sich Fragen über die verschiedenen Arten von Terror stellt, wie sie heutzutage arbeiten und wie sie in Zukunft walten könnten.

Der Film erzählt die Geschichte eines Nachrichtenagentur-Journalisten, der unter traumatischen Belastungsstörungen leidet. Er war den gewalttätigen Bildern in der Nachrichtenredaktion zu lange ausgesetzt. Die Informationen hierzu sind durch eine Reihe von Gesprächen mit Psychoanalytikern und Journalisten von Reuters und dem BBC gesammelt worden. Der Schauspieler und Aktivist Khalid Abdalla verleiht dem fiktiven Ich-Erzähler seine Stimme und der Film untersucht hiermit die Wege, wie der heutige Journalismus Informationen zusammenstellt. Dabei möchte er auf genau diese Rolle hinweisen und auf den Wert, den die Bilder bekommen, wenn sie dazu benutzt werden, Terror zu zeigen und die Realität zu manipulieren.

Dem leeren Gebäude wird durch die Unmöglichkeit der Definition einer einheitlichen Topographie des Terrors eine neue Bedeutung zugeschrieben: das schizophrene Wesen des heutigen Terrorismus hallt an den Nicht-Orten des Internets und der Medien wider. In diesem Sinne ist die Topography of Terror (19.12.2016) „sogleich eine unwiderstehliche Rekonstruktion eines bahnbrechenden Gebäudes, das niemals existiert hat, eine tiefgreifende Recherche unserer zerstörten und zerstörenden Konfliktvermittlungen, und eine beeindruckende Untersuchung der komplexen Beziehung zwischen persönlichem und öffentlichem Ethos.“

Eine Reihe von Skizzen und mentalen Karten, die von den Künstlern während des Schaffensprozesses angefertigt wurden sind auf großformatige Drucke der Pläne Zumthors der Topographie des Terrors gezeichnet. Damit offenbaren sie, wie die „Architektur“ des Skripts geplant wurde und gleichzeitig wird ein konzeptueller Dialog mit der Geschichte von ar/ge kunst eingeleitet, wo Zumthor 1990 seine erste italienische Einzelausstellung hatte.

Topography of Terror (19.12.2016) wird von der Hessischen Kulturstiftung in Zusammenarbeit mit den ACME Studios in London unterstützt.

Mit freundlichen Unterstützung von:
Autonome Provinz Bozen, Abteilung Kultur
Stiftung Südtiroler Sparkasse
Stadtgemeinde Bozen, Abteilung Deutsche Kultur
The Keir Foundation, Australien

Öffnungszeiten:
Di-Fr von 10 – 15 Uhr und von 15 – 19 Uhr
Sa 10 – 13 Uhr
Freier Eintritt

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Ausstellungen
research image, Islands songs

ISLANDS SONGS
Nicolas Perret & Silvia Ploner
08.09 – 27.09.2017

Eröffnung: 07.September 2017, 20:00 Uhr

LIVE PERFORMANCE > 20.30 + 21.30 + 22.30 Uhr

 

In Zusammenarbeit mit Transart Festival
Im Stadtmuseum, Bozen 
Sparkassenstr. 14

 

Kuratiert von Emanuele Guidi

 

 

Every passion borders on the chaotic,
but the collector’s passion borders on the chaos of memories.
Walter Benjamin

ar/ge kunst eröffnet die neue Saison mit parallel stattfindenden Ausstellungen: in der Museumstraße und gleichzeitig im Stadtmuseum Bozen; terminlich so gelegt, damit sie mit der Eröffnung des Transart Festivals zusammenfallen.

Ab Donnerstag, den 7. September um 20 Uhr, wird im Rahmen der Zusammenarbeit zwischen ar/ge kunst und dem Transart Festival das Künstlerduo ISLANDS SONGS (Nicolas Perret & Silvia Ploner) ihre Arbeiten im Stadtmuseum Bozen zeigen – und damit erstmals in Italien. Diese Kooperation wird 2018 ein neues Projekt entwickeln und ebenfalls in Bozen präsentieren.

Die Ausstellung im Stadtmuseum Bozen präsentiert zwei voneinander unabhängige Arbeiten: Nýey und All Depends on the Sun, beschäftigen sich forschend mit Klang als Geschichtenerzähler und dessen Einfluss auf die menschliche Vorstellungskraft und Phantasie. Während Nýey die Geschichte der jungen Vulkaninsel Surtsey erzählt, 1963 vor der Küste Islands entstanden und wegen ihres einzigartigen Ökosystems Interessensmittelpunkt wissenschaftlicher Studien und Forschungsarbeiten, macht sich All Depends on the Sun auf die Suche nach dem Klang der sagenumwobenen Nordlichter. Ein die Nordlichter begleitendes akustisches Klangphänomen, das zwar mehrmals wissentlich erlebt und wahrgenommen wurde, sich aber bis dato jeder wissenschaftlicher Dokumentation und Aufnahme zu entziehen scheint.

Am Eröffnungsabend des FESTIVAL HUB von Transart präsentieren ISLANDS SONGS die Uraufführung ihrer Performance Stellar Surf. Ausgangspunkt dieses elektroakustischen Experiments sind VLF Klänge, die sie im Rahmen einer Recherchereise zu All Depends on the Sun in Finnland aufgenommen haben.

Mit freundlichen Unterstützung von:
Autonome Provinz Bozen, Abteilung Kultur
Stiftung Südtiroler Sparkasse
Stadtgemeinde Bozen, Abteilung Deutsche Kultur

Öffnungszeiten:
10.00 – 18.00 Uhr montags geschlossen
Freier Eintritt

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Ausstellungen
Natalie Czech - A critic’s bouquet by Övül O. Durmusoglu for Flowers are Documents – Arrangement I, 2017, foto GuadagninI e Sorvillo ©ar/ge kunst.

Flowers are Documents — Arrangement II
(Composition / Support / Circulation / Ritual / Storytelling / Time)
22. Juni — 29. Juli 2017

Eröffnung am 22. Juni 2017 um 19 Uhr

 

 

Mit Milena Bonilla und Luisa Ungar; Martina della Valle in Zusammenarbeit mit Rie Ono; Natalie Czech; Kapwani Kiwanga

Episoden von Haris Epaminonda, Oliver Laric, Paul Thuile, Bruno Munari, Ettore Sottsass Jr.

 

 

22. Juni, 19:30 Uhr
Lecture Performance by Milena Bonilla und Luisa Ungar

 

Ausstellungsdesign in Zusammenarbeit mit Matthias Pötz und Ada Keller

Kuratiert von Emanuele Guidi

Paul Thuile, selection of the exhibition Serra III, curated by Paul Thuile at Gärtnerei Schullian Floricultura, installation view. Photo Guadagnini ©argekunst

Paul Thuile, selection of the exhibition Serra III, curated by Paul Thuile at Gärtnerei Schullian Floricultura, installation view. Photo Guadagnini ©argekunst

Paul Thuile, selection of the exhibition Serra III, curated by Paul Thuile at Gärtnerei Schullian Floricultura, installation view. Photo Guadagnini ©argekunst

Paul Thuile, selection of the exhibition Serra III, curated by Paul Thuile at Gärtnerei Schullian Floricultura, installation view. Photo Guadagnini ©argekunst

Paul Thuile, selection of the exhibition Serra III, curated by Paul Thuile at Gärtnerei Schullian Floricultura, courtesy Toni Psenner. Photo Guadagnini ©argekunst

Paul Thuile, selection of the exhibition Serra III, curated by Paul Thuile at Gärtnerei Schullian Floricultura, courtesy Toni Psenner. Photo Guadagnini ©argekunst

Paul Thuile, selection of the exhibition Serra III, curated by Paul Thuile at Gärtnerei Schullian Floricultura, courtesy Famiglia Ebner. Photo Guadagnini ©argekunst

Paul Thuile, selection of the exhibition Serra III, curated by Paul Thuile at Gärtnerei Schullian Floricultura, courtesy Famiglia Ebner. Photo Guadagnini ©argekunst

Paul Thuile, selection of the exhibition Serra III, curated by Paul Thuile at Gärtnerei Schullian Floricultura, Courtesy Manfred Leiner. Photo Guadagnini ©argekunst

Paul Thuile, selection of the exhibition Serra III, curated by Paul Thuile at Gärtnerei Schullian Floricultura, Courtesy Manfred Leiner. Photo Guadagnini ©argekunst

Oliver Laric, Vase, Polyurethane, 2015, courtesy of the artist. Photo Guadagnini ©argekunst

Oliver Laric, Vase, Polyurethane, 2015, courtesy of the artist. Photo Guadagnini ©argekunst

Haris Epaminonda, Untitled #21 B/H, collage, 2016. Photo Guadagnini ©argekunst

Haris Epaminonda, Untitled #21 B/H, collage, 2016. Photo Guadagnini ©argekunst

Haris Epaminonda, Untitled #21 B/H, collage, 2016. Photo Guadagnini ©argekunst

Haris Epaminonda, Untitled #21 B/H, collage, 2016. Photo Guadagnini ©argekunst

Martina della Valle in collaboration with Rie Ono, One flower one leaf #3, Serie fotografica, 2017. Photo Guadagnini ©argekunst

Martina della Valle in collaboration with Rie Ono, One flower one leaf #3, Serie fotografica, 2017. Photo Guadagnini ©argekunst

Martina della Valle in collaboration with Rie Ono, One flower one leaf #3, Photo serie, cut flowers, vase, variable dimensions, 2017. Photo Guadagnini ©argekunst

Martina della Valle in collaboration with Rie Ono, One flower one leaf #3, Photo serie, cut flowers, vase, variable dimensions, 2017. Photo Guadagnini ©argekunst

Martina della Valle in collaboration with Rie Ono, One flower one leaf #3, cut flowers, vase, variable dimensions, 2017. Photo Guadagnini ©argekunst

Martina della Valle in collaboration with Rie Ono, One flower one leaf #3, cut flowers, vase, variable dimensions, 2017. Photo Guadagnini ©argekunst

Kapwani Kiwanga, Flowers for Africa, 2014 – in progress Cut flowers. Installation view (22.06.17), photo Guadagnini ©argekunst

Kapwani Kiwanga, Flowers for Africa, 2014 – in progress
Cut flowers. Installation view (22.06.17), photo Guadagnini ©argekunst

Installation view on 22.06.2017- photo Guadagnini, ©argekunst

Installation view on 22.06.2017- photo Guadagnini, ©argekunst

Installation view on 22.06.2017- photo Guadagnini, ©argekunst

Installation view on 22.06.2017- photo Guadagnini, ©argekunst

Installation view on 22.06.2017- photo Guadagnini, ©argekunst

Installation view on 22.06.2017- photo Guadagnini, ©argekunst

Milena Bonilla and Luisa Ungar, Ladies, Parrots and Narcotics, cut flowers and vase, lecture-performance. photo Guadagnini, ©argekunst

Milena Bonilla and Luisa Ungar, Ladies, Parrots and Narcotics, cut flowers and vase, lecture-performance. photo Guadagnini, ©argekunst

Installation view on 22.06.2017- photo Guadagnini, ©argekunst

Installation view on 22.06.2017- photo Guadagnini, ©argekunst

Arrangement II, die zweite Inszenierung von Flowers are Documents, fügt den Blumengestecken von Kapwani Kiwanga (Flowers for Africa) und Natalie Czech (A Critic’s bouquet), die am 26. Mai dem Publikum vorgestellt worden sind und sich auf natürliche Art im Laufe des Monats verändert haben, neue Kompositionen hinzu.

Ein neues Bouquet von Milena Bonilla und Luisa Ungar wird während einer lecture performance zusammengestellt. Darüberhinaus wird das Ikebana von Martina della Valle, in Zusammenarbeit mit Rie Ono, aus den vor Ort spontan wachsenden Pflanzen, die während eines Workshops gesammelt wurden, arrangiert. Neue Episoden von Haris Epaminonda, Oliver Laric und Paul Thuile, jeweils eine Vase, eine Collage und eine Ausstellung, werden dem Buch Bruno Munaris (Eine Blume mit Liebe, 1973) und dem Foto von Ettore Sottsass Jr. (Ich habe eine Vase für meine Geliebte gezeichnet, 1977) hinzugefügt.

Die Farben der Komposition werden teilweise verändert und von Enzo Parduzzi erneut aufgetragen, der diese 1969 für die Decke der Villa Tabarelli, nach einem Projekt von Carlo Scarpa, zusammengestellt hat. Vom Grau-Hellblau der Stunden vor dem Sonnenaufgang bis hin zum Rosa des Sonnenuntergangs geben die Farben sinnbildlich die Bewegung der Sonne vom Morgen bis zum Abend wieder und fahren so mit der Beleuchtung der Ausstellungsstücke fort.

Siehe Flowers Are Documents – Arrangement I

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Public Programme
©Martina della Valle

One flower, one Leaf #3
Ikebana mit Ortsbezug
19-20 / 06 / 2017

Martina della Valle

in Zusammenarbeit mit Rie Ono

 

 

Workshop anlässlich der Ausstellung „Flowers are Documents – Arrangement II“
Mit freundlicher Unterstützung der UniBz – Fachbereich Design und Kunst

 

 

maximale Teilnehmerzahl: 12

Wo: UniBZ, Piazza Università, 1, 39100 Bolzano BZ

Anmeldeschluss: 16. Juni, 13 Uhr

„Dieselbe Blume blüht niemals zweimal auf und der Mensch trifft eine Blume niemals im selben Zustand an. Ikebana vereint diese zwei vergänglichen Faktoren“
Teshigahara Sofu

One flower, one Leaf ist ein Archiv in progress. Es umfasst fotografische Stillleben, die Martina della Valle nach Abschluss von Workshops in den verschiedenen Städten, in Zusammenarbeit mit der Ikebana-Meisterin Rie Ono, erstellt.

Aus dem Studium der Ikebana-Kunst ist One flower, one Leaf entstanden. Absicht ist es, erstens ein partizipatives Event zu schaffen und zweitens, eine mögliche Bindung zu erproben, und zwar zwischen der japanischen Tradition des Blumenarrangements und einem Gedankenspiel, das site-specific ist und sich mit der spontan wachsenden Pflanzenwelt der Randgegenden im städtischen zeitgenössischen Gebiet beschäftigt.

Während des Workshops werden zum Beispiel Themen behandelt wie das Studium der verbleibenden Landschaftsbereiche, die Spuren des menschlichen Eingriffs auf die städtische Vegetation, der Wert der Konzepte von Zeit und Leere und die Fähigkeit der Ikebana-Kunst (sowie die der fotografischen Sprache), Details mittels eines Prozesses der Dekontextualisierung hervorzuheben, die sonst als „minderwertig“ gelten. All dies in Übereinstimmung mit den wichtigsten Punkten der Arbeit Martina della Valles.
Nach einer Einführung in die Ursprünge des Ikebanas erweitert sich die Recherche: die von Pflanzen geprägte Landschaft der Umgebung wird durch einen Ausflug erkundet, der der Auswahl und dem Sammeln von spontan wachsenden pflanzlichen Materialien gewidmet ist (Pflanzen, Äste, Blumen, etc.).
Unter der Leitung von Lehrerin Rie Ono werden die Teilnehmer dann ihre eigene Blumen-Komposition erstellen, um diese zum Schluss des Workshops zu fotografieren.

Die von der Künstlerin durchgeführte fotografische Dokumentation dient einem Landkarten-Portrait der spezifischen Landschaft, das die urbanen Kontexte, in dem der Workshop stattgefunden hat, mittels Kompositionen spontan wachsender Pflanzen in Vergleich setzt (bisher O.f.o.l.#1 – Prato und O.f.o.l.#2 – Rom).

unibz_Design_black_300dpi

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Public Programme
Flowers and Apples from Sainte-Pélagie Prison (Philadelphia Museum of Art and Musée d'Orsay), image by David Horvitz

you and I may not hurry it with a thousand poems my darling but nobody will stop it With all the Policemen in The World.zip
13. Juni 2017

Die von dem amerikanischen Künstler David Horvitz (1981) initiierte Ausstellung „You and I may not hurry it with a thousand poems my darling but nobody will stop it With all the Policemen in The World.zip*“ wurde 2012 ins Netz gestellt und anlässlich der Bozner Ausstellung neu verlinkt.

„Im Juni 2012 postete ich die Druckdateien für eine Gruppenausstellung bei der Datenübermittlungswebsite sendspace mit der Erklärung: Diese Ausstellung darf kostenlos heruntergeladen, gedruckt, ausgestellt, veröffentlicht, kopiert usw. werden. Es gibt keine Installationsanweisungen. Die empfohlenen Druckgrößen sind in dem PDF mit der Werkliste aufgeführt.
Der ZIP-komprimierte Ordner wird während des Zeitraums zur Verfügung stehen, in dem der sendspace-Link aktiv ist. Im Anschluss daran werden die Dateien nicht mehr hochgeladen.

Folgende Künstler wurden von mir um ihre Beteiligung an diesem Projekt und um die Übermittlung jeweils eines druckfähigen Werkes zum Thema Blumen gebeten: Anjum Asharia und Marisa Jahn, BFFA3AE, Claudia Sola, David Horvitz, Hans Aarsman, Jon Rafman, Kristina Lee Podesva, Marysia Lewandowska, Michael Mandiberg, Mishka Henner, Natalie Häusler, Vlatka Horvat.

Dahinter stand der Gedanke, einen Frühlingsstrauß zu binden. Zwar näherte sich damals der Frühling schon seinem Ende, doch noch war es Frühling! Ich stellte mir vor, diese Blumen/Dateien in gleicher Weise im Internet auszubringen, wie ein Bauer sein Saatgut auf dem Feld ausbringt. Und ich stellte mir vor, dass die Dateien lange nach der Inaktivierung der sendspace-Url (vielleicht) noch weiter existieren – und irgendwo geteilt würden. Möglicherweise würden sie ja sogar von jemandem neu gepostet (im Sinne einer ungeschlechtlichen Vermehrung)? Ich hatte keinerlei Kontrolle über den endgültigen Ort (und Zeitpunkt) der Ausstellung, wenn sie überhaupt einmal irgendwo (oder irgendwann) stattfinden würde. Aus diesem Grund steht als ihr Endtermin auch ein Fragezeichen, denn sie wird auf unbestimmte Zeit fortgeführt. Außerdem ging es mir darum, dem Internet (das jenseits von natürlichen Zeitverläufen und den vom Kreisen der Erde um die Sonne diktierten Besonderheiten eines Ortes existiert) eine Jahreszeit zu geben.

David Horvitz, Los Angeles 2017

* Im Rahmen der Ausstellung Flowers are Documents, steht die Datei auf der Webseite von ar/ge kunst zur Verfügung und wird am 13. Juni 2017 über den Newsletter erneut lanciert.

Laden Sie die Ausstellung unter diesem Link

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Ausstellungen

Flowers are Documents
Arrangement I
(Composition / Support / Circulation / Ritual / Storytelling / Time)
27. Mai – 29. Juli 2017

ARRANGEMENT I

Eröffnung: 26. Mai 2017, 19 Uhr

 

Mit: Natalie Czech; Kapwani Kiwanga
Episode mit: Chiara Camoni, Douglas Coupland, David Horvitz, Bruno Munari, Ettore Sottsass Jr.

David Horvitz - you and I may not hurry it with a thousand poems my darling but nobody will stop it With all the Policemen in The World.zip*, (2012 - ?). Poster und Internetfile, Foto Guadagnini e Sorvillo ©argekunst

David Horvitz – you and I may not hurry it with a thousand poems my darling but nobody will stop it With all the Policemen in The World.zip*, (2012 – ?).
Poster und Internetfile, Foto Guadagnini e Sorvillo ©argekunst

Natalie Czech - A critic’s bouquet by Övül O. Durmusoglu for Flowers are Documents – Arrangement I and II, 2017.  Schnittblumen und Vinyl (Ansicht des 26.05.17), Foto Guadagnini e Sorvillo ©argekunst

Natalie Czech – A critic’s bouquet by Övül O. Durmusoglu for Flowers are Documents – Arrangement I and II, 2017.
Schnittblumen und Vinyl (Ansicht des 26.05.17), Foto Guadagnini e Sorvillo ©argekunst

Natalie Czech - A Critic's Bouquet by Vanessa Desclaux for Marc Camille Chaimowicz, 2015. Ausstellungsansicht, Foto Guadagnini e Sorvillo ©argekunst

Natalie Czech – A Critic’s Bouquet by Vanessa Desclaux for Marc Camille Chaimowicz, 2015.
Ausstellungsansicht, Foto Guadagnini e Sorvillo ©argekunst

Ausstellungsansicht, Foto Guadagnini e Sorvillo ©argekun

Ausstellungsansicht, Foto Guadagnini e Sorvillo ©argekun

Douglas Coupland With Helios Design Labs, Toronto, Electric Ikebana, video, 2012 Ausstellungsansicht, Foto Guadagnini e Sorvillo ©argekunst

Douglas Coupland With Helios Design Labs, Toronto, Electric Ikebana, video, 2012
Ausstellungsansicht, Foto Guadagnini e Sorvillo ©argekunst

Chiara Camoni, Barricata, 2017 Verschiedene Materialien Ausstellungsansicht (Ansicht des 26.05.17), Foto Guadagnini e Sorvillo ©argekunst

Chiara Camoni, Barricata, 2017
Verschiedene Materialien
Ausstellungsansicht (Ansicht des 26.05.17), Foto Guadagnini e Sorvillo ©argekunst

Ausstellungsansicht, Foto Guadagnini e Sorvillo ©argekunst

Ausstellungsansicht, Foto Guadagnini e Sorvillo ©argekunst

Kapwani Kiwanga, Flowers for Africa, 2014 – in progress Schnittblumen.  Ausstellungsansicht (Ansicht des 26.05.17), Foto Guadagnini e Sorvillo ©argekunst

Kapwani Kiwanga, Flowers for Africa, 2014 – in progress
Schnittblumen.
Ausstellungsansicht (Ansicht des 26.05.17), Foto Guadagnini e Sorvillo ©argekunst

Bruno Munari, Un Fiore con amore, 1973 Buch, Emme Edizioni Ausstellungsansicht, Foto Guadagnini e Sorvillo ©argekunst

Bruno Munari, Un Fiore con amore, 1973
Buch, Emme Edizioni
Ausstellungsansicht, Foto Guadagnini e Sorvillo ©argekunst

Ausstellungsansicht des 01.06.2017, Foto Guadagnini e Sorvillo ©argekunst

Ausstellungsansicht des 01.06.2017, Foto Guadagnini e Sorvillo ©argekunst

Ausstellungsansicht des 01.06.2017, Foto Guadagnini e Sorvillo ©argekunst

Ausstellungsansicht des 01.06.2017, Foto Guadagnini e Sorvillo ©argekunst

Ausstellungsansicht des 01.06.2017, Foto Guadagnini e Sorvillo ©argekunst

Ausstellungsansicht des 01.06.2017, Foto Guadagnini e Sorvillo ©argekunst

Ausstellungsansicht des 01.06.2017, Foto Guadagnini e Sorvillo ©argekunst

Ausstellungsansicht des 01.06.2017, Foto Guadagnini e Sorvillo ©argekunst

ARRANGEMENT II
Eröffnung: 22. Juni 2017, 19 Uhr

Mit: Milena Bonilla und Luisa Ungar ; Martina della Valle in Zusammenarbeit mit Rie Ono;
(Natalie Czech; Kapwani Kiwanga)
Episode mit: Haris Epaminonda, Oliver Laric, Paul Thuile, (Bruno Munari, Ettore Sottsass Jr).

Ausstellungsdesign in Zusammenarbeit mit Matthias Pötz und Ada Keller

Kuratiert von Emanuele Guidi

Flowers are Documents – Arrangement I and II erfasst und stellt die Positionen verschiedener Künstler und Künstlerinnen gegenüber, deren anhaltendes Interesse für Blumengestecke sich Untersuchungen diverser paralleler Bereiche öffnet.

Ausgehend von diesem traditionellen Thema in der Malerei und in Dialog tretend mit der Südtiroler Landschaft mit ihrer tief verwurzelten und florierenden Blumenzucht-Industrie, zeigt die Ausstellung Praktiken, die sich auf die Begriffe Dekoration und Ornament konzentrieren, im vergänglichen sowie im marginalen Sinne und diese problematisieren.

Bouquets und Ikebana werden zu Hilfsmitteln, die es ermöglichen, uns am Rande historischer Geschehnisse und „extremer Gegenwart“ zu bewegen und damit Themen wie Dekolonisierung, Gesetzmäßigkeit, kulturelle Identität und placemaking anzusprechen. Gleichzeitig hinterfragen sie, was ein Dokument eigentlich ist, indem sie indirekte Wege des Verständnisses anbieten und zwar zweierlei betreffend: den Charakter des Exponats, des Beweises und den Vorgang des „Ausstellens“ an sich.

Wie aufeinanderfolgende Jahreszeiten entwickeln sich die zwei Kapitel Arrangements I und Arrangement II um die, von vier Künstlerinnen geschaffenen Blumengestecke. Die vier neuen Auftragsarbeiten, welche sich im Raum ansammeln, werden von „Episoden“ begleitet und unterstützt, die von anderen Künstlern, Designern und Schriftstellern verfasst wurden: Vasen, Bücher, Videos und Ausstellungsprojekte. Indem die Zusammenstellung der Arbeiten verändert wird, verflechten die zwei Arrangements das „Event“ der Blüte mit dem des Vergehens. Hiermit wird das zeitbegrenzte Wesen der ausgestellten „Materie“ unterstrichen und den Besuchern eine Anzahl von Werken dargeboten, die täglich ihr Dasein verändern.

VERANSTALTUNGSKALENDER WÄHREND DER AUSSTELLUNG

26. Mai um 19 Uhr: Vernissage Flowers are Documents – Arrangement I

13. Juni: Lancierung des Projektes von David Horvitz mit Newsletter: I may not hurry it with a thousand poems my darling but nobody will stop it With all the Policemen in The World.zip* (2012-?)

17. Juni um 11 Uhr: Führung mit dem Künstler und Kurator Paul Thuile durch die Ausstellung Glashaus III – Serra III in der Gärtnerei Schullian, Meraner Straße 75 A, Bozen

19. und 20. Juni 2017, Workshop mit Martina della Valle und Rie Ono (für 12 Personen): An die Umgebung angewandtes Ikebana.

22. Juni um 19 Uhr: Vernissage Flowers are Documents – Arrangement II

Ein besonderer Dank an:
Gärtnerei Schullian, Bozen
Herr Enzo Parduzzi, Bozen
Archivio Ettore Sottsass, Milano
Corraini Edizioni, Milano
Galerie Jérôme Poggi, Parigi
Galerie Tanja Wagner, Berlino
Libreria delle Donne di Milano
Spazio A, Pistoia
ChertLüdde, Berlin
Rodeo Gallery, London
Capitain Petzel, Berlin
Tanya Leighton Gallery, Berlin

Mit der freundlichen Unterstützung
Gärtnerei Schullian, Bozen
Autonome Provinz Südtirol, Abteilung Kultur
Autonome Region Trentino Südtirol
Stiftung Südtiroler Sparkasse, Bozen
Gemeinde Bozen, Abteilung Kultur

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Public Programme
research Image: Plate LXVI from Johann Jakob Scheuchzer’s Physica Sacra (1731) - Source: Wikimedia Commons

JAPANESE ALPS
Lecture von Francesco Tenaglia
19.05.2017, 17:30 Uhr

(La Mia Scuola di Architettura*7)

In Japanese Alps lässt sich Francesco Tenaglia vom jahrzehntelangen Interesse an den Alpen (und an den Bergpanoramen der angrenzenden Länder) inspirieren, das die japanische Konsumkultur gezeigt hat und positioniert diese parallel zur Vorstellung von „Nostalgie“ (Neologismus und „produziertes“ Gefühl Ende des Siebzehnten Jahrhunderts in den Alpen). In der Wiedergabe möchte Tenaglia – zwischen historisch, anekdotischen Untersuchungen und Spekulation- einige Formen veranschaulichen, in denen Philosophen und Soziologen eine spezielle Inkarnation der Postmoderne im orientalischen Land gesehen haben wollen: Von der Wissenschaft über die Bräuche bis hin zu den Produktions-und Konsummodellen. In einer Vorwegnahme der radikalen Umwandlung der Erzählungs-und Darstellungsformen, denen wir in einer Zeit der extremen Vernetzung beiwohnen.

Francesco Tenaglia ist in Chieti (1974) geboren und arbeitet in Mailand in der Redaktion der Zeitschrift und des Verlags für zeitgenössische Kunst Mousse. Er beschäftigt sich mit Kunst, Musik und Kultur auch für Rolling Stone, Prismo, Vice und Rivista Letteraria.

Video editing: Marcello Tacconelli.
Poster design: Massimiliano Pace

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Public Programme
Inland, Shepherd School, ( 2004 - ongoing)

Von Landschaft lernen
BAU mit INLAND
09.05.2017, 19 Uhr

(La Mia Scuola di Scuola di Architettura*6)

Im Rahmen von La Mia Scuola di Architettura* , eine Veranstaltungsreihe, die sich mit Landschaft und dessen Einfluss auf den Einzelnen und die Gemeinschaft auseinandersetzt, spricht die Kunstinitiative BAU über die Relevanz solcher Ideen in Bezug auf das Institutionsmodell BAU und deren Künstlerresidenzen in Südtirol.

Zudem werden die aktuellen BAU Gastkünstler INLAND (bei dieser Gelegenheit von Fernando Garcìa-Dory und Carlos Monleon Gedall vertreten) über das Kunstprojekt Alma (Arbeitstitel) und das Potential der Interaktion von zeitgenössischer Kultur mit dem ländlichen Raum sprechen.

BAU ist eine Initiative für künstlerische Produktion in Südtirol, Italien, aktiv seit 2015. BAU realisiert Künstlerresidenzen, welche mit der lokalen Bevölkerung und dem Territorium sowie dessen traditionellen Tätigkeiten und materiellen Kultur in Dialog treten.
INLAND ist eine spanische Kunstplattform, die sich für Agrikultur, sozial und kulturelle Produktion und kollaborative Tätigkeiten engagiert.

BAU hat INLAND eingeladen ein Projekt in Südtirol im Jahr 2017 zu realisieren. Ausgehend von Alma, einer spekulativen Zukunftsvision, erarbeitet in Austausch mit lokalen Bergbauern, Akademikern, Touristikern, Förstern und Almmeistern, werden die Künstler darüberhinaus über aktuelle Interaktionsfelder von Kunst im ländlichen Raum in Europa sprechen.

http://inland.org
http://fernandogarciadory.com
http://www.b-a-u.it

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Public Programme

To Become Two
lecture von Alex Martinis Roe
27. April, 19 Uhr

An diesem öffentlichen Event wird Alex Martinis Roe Fragen beantworten, die sich im Laufe der Ausstellung „To Become Two“ seitens der Besucher angesammelt haben. Sie wird eine Präsentation entwerfen, die diese Fragen in Bezug auf ihre Recherche untersucht und dabei verschiedene Techniken anwenden, einschließlich dem Geschichtenerzählen, politischer Theorie und Diagrammen. Dies wird sodann in einen Dialog münden und das Publikum wird zu einem Meeting eingeladen, um Zukunftsmöglichkeiten zu erläutern, die sich aus dem „To Become Two“ – Projekt und den hiermit zusammenhängenden Fragen ergeben haben.

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Ausstellungen
Alex Martinis Roe, A story from Circolo della rosa, film still (detail) of an image courtesy of the Milan Women's Bookstore, 2014.

To Become Two
Alex Martinis Roe
25.02. – 06.05.2017

Ausstellungseröffnung: 24.02.2017, 19 Uhr

 

Kuratiert von Emanuele Guidi

 

„To Become Two“ ist eine Erzählung, die sich aus sechs verschiedenen, jedoch miteinander verknüpften Geschichten zusammensetzt; Geschichten einiger feministischer Gruppen, die ab den siebziger Jahren in Europa und Australien angefangen haben, Gemeinschaften um eine „Beziehungs-Praxis“ aufzubauen und bis heute weiterhin daran arbeiten.

Alex Martinis Roe, To Become Two, installation of the exhibition at ar/ge kunst, ©ar/ge kunst, Bolzano, Foto Tiberio Sorvillo, 2017

Alex Martinis Roe, To Become Two, installation of the exhibition at ar/ge kunst, ©ar/ge kunst, Bolzano, Foto Tiberio Sorvillo, 2017

Alex Martinis Roe, To Become Two, installation of the exhibition at ar/ge kunst, ©ar/ge kunst, Bolzano, Foto Tiberio Sorvillo, 2017

Alex Martinis Roe, To Become Two, installation of the exhibition at ar/ge kunst, ©ar/ge kunst, Bolzano, Foto Tiberio Sorvillo, 2017

Alex Martinis Roe, To Become Two, installation of the exhibition at ar/ge kunst, ©ar/ge kunst, Bolzano, Foto Tiberio Sorvillo, 2017

Alex Martinis Roe, To Become Two, installation of the exhibition at ar/ge kunst, ©ar/ge kunst, Bolzano, Foto Tiberio Sorvillo, 2017

Alex Martinis Roe, To Become Two, installation of the exhibition at ar/ge kunst, ©ar/ge kunst, Bolzano, Foto Tiberio Sorvillo, 2017

Alex Martinis Roe, To Become Two, installation of the exhibition at ar/ge kunst, ©ar/ge kunst, Bolzano, Foto Tiberio Sorvillo, 2017

Alex Martinis Roe, To Become Two, installation of the exhibition at ar/ge kunst, ©ar/ge kunst, Bolzano, Foto Tiberio Sorvillo, 2017

Alex Martinis Roe, To Become Two, installation of the exhibition at ar/ge kunst, ©ar/ge kunst, Bolzano, Foto Tiberio Sorvillo, 2017

Alex Martinis Roe, To Become Two, installation of the exhibition at ar/ge kunst, ©ar/ge kunst, Bolzano, Foto Tiberio Sorvillo, 2017

Alex Martinis Roe, To Become Two, installation of the exhibition at ar/ge kunst, ©ar/ge kunst, Bolzano, Foto Tiberio Sorvillo, 2017

Alex Martinis Roe, To Become Two, installation of the exhibition at ar/ge kunst, ©ar/ge kunst, Bolzano, Foto Tiberio Sorvillo, 2017

Alex Martinis Roe, To Become Two, installation of the exhibition at ar/ge kunst, ©ar/ge kunst, Bolzano, Foto Tiberio Sorvillo, 2017

Alex Martinis Roe, To Become Two, installation of the exhibition at ar/ge kunst, ©ar/ge kunst, Bolzano, Foto Tiberio Sorvillo, 2017

Alex Martinis Roe, To Become Two, installation of the exhibition at ar/ge kunst, ©ar/ge kunst, Bolzano, Foto Tiberio Sorvillo, 2017

Alex Martinis Roe, To Become Two, installation of the exhibition at ar/ge kunst, ©ar/ge kunst, Bolzano, Foto Tiberio Sorvillo, 2017

Alex Martinis Roe, To Become Two, installation of the exhibition at ar/ge kunst, ©ar/ge kunst, Bolzano, Foto Tiberio Sorvillo, 2017

Alex Martinis Roe, To Become Two, installation of the exhibition at ar/ge kunst, ©ar/ge kunst, Bolzano, Foto Tiberio Sorvillo, 2017

Alex Martinis Roe, To Become Two, installation of the exhibition at ar/ge kunst, ©ar/ge kunst, Bolzano, Foto Tiberio Sorvillo, 2017

Alex Martinis Roe, To Become Two, installation of the exhibition at ar/ge kunst, ©ar/ge kunst, Bolzano, Foto Tiberio Sorvillo, 2017

Alex Martinis Roe, To Become Two, installation of the exhibition at ar/ge kunst, ©ar/ge kunst, Bolzano, Foto Tiberio Sorvillo, 2017

Alex Martinis Roe, To Become Two, installation of the exhibition at ar/ge kunst, ©ar/ge kunst, Bolzano, Foto Tiberio Sorvillo, 2017

Alex Martinis Roe, To Become Two, installation of the exhibition at ar/ge kunst, ©ar/ge kunst, Bolzano, Foto Tiberio Sorvillo, 2017

Alex Martinis Roe, To Become Two, installation of the exhibition at ar/ge kunst, ©ar/ge kunst, Bolzano, Foto Tiberio Sorvillo, 2017

Alex Martinis Roe, To Become Two, installation of the exhibition at ar/ge kunst, ©ar/ge kunst, Bolzano, Foto Tiberio Sorvillo, 2017

Alex Martinis Roe, To Become Two, installation of the exhibition at ar/ge kunst, ©ar/ge kunst, Bolzano, Foto Tiberio Sorvillo, 2017

Alex Martinis Roe, To Become Two, installation of the exhibition at ar/ge kunst, ©ar/ge kunst, Bolzano, Foto Tiberio Sorvillo, 2017

Alex Martinis Roe, To Become Two, installation of the exhibition at ar/ge kunst, ©ar/ge kunst, Bolzano, Foto Tiberio Sorvillo, 2017

Alex Martinis Roe, To Become Two, installation of the exhibition at ar/ge kunst, ©ar/ge kunst, Bolzano, Foto Tiberio Sorvillo, 2017

Alex Martinis Roe, To Become Two, installation of the exhibition at ar/ge kunst, ©ar/ge kunst, Bolzano, Foto Tiberio Sorvillo, 2017

Alex Martinis Roe, To Become Two, installation of the exhibition at ar/ge kunst, ©ar/ge kunst, Bolzano, Foto Tiberio Sorvillo, 2017

Alex Martinis Roe, To Become Two, installation of the exhibition at ar/ge kunst, ©ar/ge kunst, Bolzano, Foto Tiberio Sorvillo, 2017

Alex Martinis Roe, To Become Two, installation of the exhibition at ar/ge kunst, ©ar/ge kunst, Bolzano, Foto Tiberio Sorvillo, 2017

Die genossenschaftlich geführte Libreria delle Donne in Mailand; die Bewegung der Psychanalyse et Politique in Paris; der Fachbereich in Women´s Studies an der Universität von Utrecht; ein Netzwerk in Sydney, das die Sydney Filmmakers Co-operative, Feminist Film Workers und den Studiengang der Allgemeinen Philosophie der Universität von Sydney miteinbezieht; Duoda – Centro de investigación de Mujeres und Ca La Dona in Barcelona: all dies sind die Kollektive und Orte, mit denen und in denen Alex Martinis Roe ihre Forschungen der letzten vier Jahre durchgeführt hat.

To Become Two ist eine Erzählung, die die Künstlerin in Dialoge mit den Hauptpersonen dieser Geschichten eingeflochten hat. Während sie ihre Treffen besuchte, hat sie sich auf deren mündliche Aussagen verlassen und mit der Zeit eine relevante Beziehung zu ihnen aufgebaut um diese Geschichte dann, in fünf von den sechs ausgestellten Filmen, umzusetzen.

“How can one learn from the story of the practice of another?“ (Wie kann man aus der Erfahrungsgeschichte einer anderen lernen?) ist eine der zentralen Fragen, um die es in der Ausstellung geht. Wie kann man diese erlebten Geschichten in Vorschläge und Vorhaben umsetzen, mit der Absicht, an der Bildung neuer politischer Praktiken mitzuwirken?

Die Erfahrungen und Anekdoten der, im Laufe der Zeit, erfolgten Treffen, die sorgfältige Auswahl der Orte, an denen diese Treffen stattgefunden haben, die Gemeinsamkeit der Theorien und Methoden, die Empathie, die gegenseitigen Beeinflussungen und Unterschiede zwischen den einzelnen Gruppen, all dies macht die Erzählung der Filme aus und schildert genau wie “it was an unusual way of doing politics,… there were friendship, loves, gossip, tears, flowers…” (es eine ungewöhnliche Art war, Politik zu machen, … es gab Freundschaften, Lieben, Tratsch, Tränen, Blumen…“), wie so schön in einem der Titel bestätigt.

Informationen, die Alex Martinis Roe mit neuen Gesprächspartnerinnen, Mitstreiterinnen und Institutionen geteilt hat und diese als Ausgangspunkt einer Recherche und Aufgabe eines Gemeinschaftsprojekts gesetzt hat, das noch heute andauert und das die Thematik des sechsten, in der Ausstellung gezeigten Films, darstellt (Our Future Network).

To Become Two ist also der Versuch, eine Verwandtschaft dieses feministisch, „neu-materialistischen“ Gedankenguts und des „geschlechtlichen Unterschieds“ aufzustellen, die mehrere Generationen durchläuft und sie dabei miteinander verbindet; mit der Absicht, sich eine Zukunft dieses erdachten Stammbaums auszumalen.

Das Ausstellungsdesign ist eine Zusammenarbeit mit Fotini Lazaridou-Hatzigoga. Die Plakatserie eine Zusammenarbeit mit Chiara Figone.
To Become Two wurde mit der Unterstützung der Kuratorin Susan Gibb produziert.

Die Veröffentlichung des Buches von To Become Two, herausgegeben von Archive Books (Berlin), wird Ende April im Public Program präsentiert.

To Become Two ist ein Auftragswerk von ar/ge kunst, Bozen, Casco – Office for Art, Design and Theory, Utrecht, If I Can’t Dance, I Don’t Want To Be Part Of Your Revolution, Amsterdam und The Showroom, London.

Das Public Program ist ein Gemeinschaftsauftrag mit Unterstützung von The Keir Foundation.

Mit freundlichen Unterstützung von:
Autonome Provinz Bozen, Abteilung Kultur
Stiftung Südtiroler Sparkasse
Stadtgemeinde Bozen, Abteilung Deutsche Kultur
The Keir Foundation, Australien

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Public Programme

The Variational Status
Riccardo Giacconi
10. Februar, 19 Uhr

BUCHPRÄSENTATION

 

Anlässlich der Einführung des Buches „The Variational Status“, lädt ar/ge kunst Sie zur Präsentation „To Resist Disappearing“ (Dem Schwinden Widerstehen) des Professors Frans-Willem Korsten ein; gefolgt von einer Diskussion zwischen dem Künstler Riccardo Giacconi und dem künstlerischen Leiter Emanuele Guidi.

 

 


Frans-Willem Korsten è titolare della cattedra in ‘Letteratura e Societá’ presso la Scuola Erasmus di Storia, Cultura e Comunicazione. È anche professore associato presso il l’Università Leiden per le Arti nella Società.

The Variational Status è co-pubblicato da Humboldt Books, ar/ge kunst Bolzano e FRAC Champagne-Ardenne.

Edito da: Riccardo Giacconi, Emanuele Guidi
Design: 
 Bianca Fabbri
Testi: 
 Andrea Cavalletti, Riccardo Giacconi, Emanuele Guidi e Antoine Marchand, Frans-Willem Korsten, Andrea Morbio.
Publisher: Humboldt Books
Inglese, Italiano, Tedesco, Francese
ISBN 978-88-99385-25-5
20 €Frans-Willem Korsten bekleidet die Stiftungsprofessur für „Literatur und Gesellschaft“ an der Erasmus-Schule für Geschichte, Kultur und Kommunikation. Er ist darüberhinaus Professor an der Leiden Universität, Zentrum für Gesellschaftskünste
The Variational Status wird von Humboldt Books, ar/ge kunst Bozen und FRAC Champagne-Ardenne gemeinschaftlich veröffentlicht.
Herausgegeben von: Riccardo Giacconi, Emanuele Guidi
Design: 
 Bianca Fabbri
Texte: Andrea Cavalletti, Riccardo Giacconi, Emanuele Guidi und Antoine Marchand, Frans-Willem Korsten, Andrea Morbio.
Verlag: Humboldt Books
Englisch, Italienisch, Deutsch, Französisch
ISBN 978-88-99385-25-5
20 €

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Public Programme
Jomohomo, Ingrid Hora, cover 2016

JOMOHOMO
Ingrid Hora
14 Dezember 2016, 19 Uhr

BUCH PRÄSENTATION
Gespräch mit der Künstlerin Ingrid Hora und Co-Herausgeberin Lisa Mazza


Das Buch dokumentiert und entwickelt die Recherche weiter, die in der ar/ge kunst unter dem Titel „You play This Game…“ (2015) und im DAZ – Deutsches Architektur Zentrum, Berlin unter dem Titel „Freizeyt“ (2015/2016) gezeigt wurde.


Verlag Dentdeleone.co.nz
Herausgegeben von Ingrid Hora und Lisa Mazza
Texte von Shumon Basar, Emanuele Guidi, Ingrid
Hora, Lisa Mazza, Giulia Palladini
Design Åbäke mit Alyssia Lou


Mit finanzieller Unterstützung von DAZ und Autonome Provinz Bozen, Abteilung Kultur


Anschließend laden wir zu einem Weihnachtsumtrunk.

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Public Programme

Matilde Cassani
2016 - 2018

One Year-Long Research Project / Third

eine Zusammenarbeit mit Künstlerhaus Büchsenhausen, Innsbruck

Für die dritte Ausgabe des einjährigen Forschungsprojektes (2016-2018) hat ar / ge kunst die Künstlerin und Architektin Matilde Cassani eingeladen.

Die Künstlerresidenz, in Zusammenarbeit mit Künstlerhaus Büchsenhausen, Innsbruck, hat Cassani dazu gebracht, eine neue künstlerische Arbeit in der Großregion um die österreichisch-italienische Grenze zu entwickeln; eine Gegend, die die Künstlerin anhand von Beobachtungen im Bereich des Kricket-Spiels erkundet hat. Das englische Spiel wurde während der Kolonialzeit in alle Nationen des Commonwealth exportiert und ist durch die neuen Gastländer wieder nach Europa zurückgekommen.

 

Matilde Cassani (1980) – Studium der Architektur am Polytechnikum von Mailand und an der TU Lissabon, anschließend “Architecture and Urban Culture“ am Centre de Cultura Contemporània de Barcelona und an der UPC (Universidade Politecnica de Catalunya) in Barcelona (postgraduate degree).
Matilde Cassani bewegt sich in ihrer Arbeit an den Grenzen von Architektur, Installation und Event Design. Ihre Recherche-basierte Praxis reflektiert über die räumlichen Implikationen des kulturellen Pluralismus im gegenwärtigen westlichen Kontext.
Ihre Arbeiten wurden in zahlreichen Kulturinstitutionen und Ausstellungshäusern gezeigt; sie wurden unter anderem in Medien wie Architectural Review, Domus, Abitare, Arqa, Arkitecktur, MONU magazine on Urbanism veröffentlicht. Matilde Cassani war resident fellow an der Akademie Schloss Solitude in Stuttgart und am Headlands Center for the Arts in San Francisco. Storefront for Art and Architecture in New York zeigte 2011 ihre Ausstellung Sacred Spaces in Profane Buildings. Darüber hinaus hat sie das Nationalpavillon des Königreichs Bahrain auf der Architekturbiennale in Venedig (2012) entworfen und mit der Arbeit Countryside Worship an der Architekturbiennale in Venedig 2014 teilgenommen. Diese Arbeit wurde kürzlich vom Victoria and Albert Museum in London angekauft. Gegenwärtig unterrichtet Cassani am Politecnico di Milano und der Domus Academy.

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Ausstellungen
Riccardo Giacconi El diablo en el pozo (dettaglio) in collaborazione con Herlyng Ferla 2016

The Variational Status
Riccardo Giacconi
07.12.2016 –11.02.2017

Kuratiert von Emanuele Guidi und Antoine Marchand

 

Eröffnung 07.12.2016, 19 Uhr

 

Die Ausstellung „The Variational Status“ (Das Variationsstatut) in der ar/ge kunst ist die erste öffentliche Präsentation eines Forschungsprojekts des Künstlers Riccardo Giacconi, das 2017 mit einer Performance in der Centrale Fies (Juli 2017), einem zweiten Ausstellungsvorhaben im FRAC Champagne-Ardenne in Reims (Oktober 2017) und einem bei Humboldt Books verlegten Künstlerbuch (Februar 2017) fortgeführt wird.

Riccardo Giacconi, Installation View 
©ar/ge kunst, Bozen. Photo Tiberio Sorvillo, 2016

Riccardo Giacconi, Installation View 
©ar/ge kunst, Bozen. Photo Tiberio Sorvillo, 2016

Riccardo Giacconi, Installation View 
©ar/ge kunst, Bozen. Photo Tiberio Sorvillo, 2016

Riccardo Giacconi, Installation View 
©ar/ge kunst, Bozen. Photo Tiberio Sorvillo, 2016

Riccardo Giacconi, Installation View 
©ar/ge kunst, Bozen. Photo Tiberio Sorvillo, 2016

Riccardo Giacconi, Installation View 
©ar/ge kunst, Bozen. Photo Tiberio Sorvillo, 2016

Riccardo Giacconi, Installation View 
©ar/ge kunst, Bozen. Photo Tiberio Sorvillo, 2016

Riccardo Giacconi, Installation View 
©ar/ge kunst, Bozen. Photo Tiberio Sorvillo, 2016

©ar/ge kunst, Bozen/Bolzano, Foto Tiberio Sorvillo, 2016

©ar/ge kunst, Bozen/Bolzano, Foto Tiberio Sorvillo, 2016

Riccardo Giacconi, Installation View 
©ar/ge kunst, Bozen. Photo Tiberio Sorvillo, 2016

Riccardo Giacconi, Installation View 
©ar/ge kunst, Bozen. Photo Tiberio Sorvillo, 2016

Riccardo Giacconi, Installation View 
©ar/ge kunst, Bozen. Photo Tiberio Sorvillo, 2016

Riccardo Giacconi, Installation View 
©ar/ge kunst, Bozen. Photo Tiberio Sorvillo, 2016

Riccardo Giacconi, Installation View 
©ar/ge kunst, Bozen. Photo Tiberio Sorvillo, 2016

Riccardo Giacconi, Installation View 
©ar/ge kunst, Bozen. Photo Tiberio Sorvillo, 2016


Das Projekt spürt der Beziehung zwischen spezifischen Erzählformen – Figurentheater, cantastorie (Bänkellieder), Flugblätter sowie Pamphlete – und mehreren in Italien und Südamerika begangenen vorpolitischen Akten der Rebellion nach. Ausgehend vom Interesse Riccardo Giacconis am traditionellen Brauchtum als einem „Akt der Übermittlung“, evoziert The Variational Status (Das Variationsstatut) eine im Spannungsfeld zwischen Animation, Suggestion, Auflehnung und Oralkultur angesiedelte narrative Konstellation.

Die Ausstellung kreist rund um den espiritado, eine kolumbianische Puppenspielfigur, die vermutlich von einem bei einem Dorffest ermordeten Polizisten angeregt ist. Untersucht wird die Maske des espiritado unter Bezugnahme auf einen Vorfall von 1911 in Bologna, bei dem der Soldat Augusto Masetti in einem Akt der Insubordination gegen den in Libyen geführten italienischen Kolonialkrieg auf seinen Kommandanten schoss. In beiden Fällen ist den handelnden Personen eine totale Amnesie für ihre im Zustand der Trance oder des Schlafwandelns begangene Geste des Aufbegehrens gemeinsam. Während im Fall von Masetti dieser Umstand ihn zu einer Symbolfigur für die anarchistische Bewegung erhob, die sich weltweit zu seiner Verteidigung mobilisierte, geriet der espiritado hingegen zu einer komisch besetzten Marionettenfigur.

Die als Dekonstruktion eines Marionettentheaterstücks konzipierte Installation The Variational Status (Das Variationsstatut) besteht aus einer automatischen Marionette (angefertigt im Dialog mit der historischen Compagnia Marionettistica Carlo Colla & Figli), aus einem Bühnenhintergrund in Form eines Vorhangs, der als Szenenbuch fungiert, und aus einer im Mobil-Letterndruck auf einer Druckerpresse des 19. Jahrhunderts in der kolumbianischen Stadt Cali gedruckten Serie von Plakaten zu dem espiritado-Stück „El Diablo en el pozo“ (Der Teufel im Brunnen).
Im Rückgriff auf Archivunterlagen, mündliche Zeugnisse und Theaterrollenbücher verknüpft Riccardo Giacconi die realen und fiktiven Ereignisse beider Personen, um so die Frage nach dem Status von Dokumenten aufzuwerfen, die nicht auf einem dauerhaft vorliegenden und zertifizierten Träger basieren, sondern in reiner Form der Variation bestehen können.

The Variational Status (Das Variationsstatut) entstand im Auftrag der ar/ge kunst (Bozen), der Centrale Fies (Dro, Trient) und des FRAC Champagne-Ardenne (Reims) und wurde in Zusammenarbeit mit dem Bildhauer Franco Citterio und der Compagnia Marionettistica Carlo Colla & Figli (Mailand), den Carteles La Linterna Edigraphos (Cali), Herlyng Ferla, Carolina Valencia und Paola Villani realisiert.


Riccardo Giacconi studierte bildende Kunst an der Università IUAV di Venezia, der UWE Bristol und der New York University. Seine Werke wurden in verschiedenen Ausstellungen, u. a. in der WUK Kunsthalle Exnergasse (Wien), dem FRAC Champagne-Ardenne (Reims), tranzitdisplay (Prag), Peep-Hole (Mailand), der Fondazione Sandretto Re Rebaudengo (Turin) und in der Sektion „Résonance“ der Biennale de Lyon, gezeigt. Er war Artist-in-Residence im Centre international dʼart et du paysage (Vassivière, Frankreich), Lugar a Dudas (Cali, Kolumbien), La Box (Bourges, Frankreich), MACRO – Museo d’arte contemporanea di Roma u.a. Seine Filme wurden auf verschiedenen Filmfestivals vorgeführt, etwa dem New York Film Festival, International Film Festival Rotterdam, Festival internazionale del film di Roma, Torino Film Festival, FID Festival international de cinéma Marseille, wo er 2015 den Grand prix de la compétition internationale gewann, und dem Filmmaker Festival di Milano (Primo premio „Prospettive“ 2015). Darüber hinaus wurde er mit dem von Careof und Sky Arte vergebenen Preis ArteVisione 2016 ausgezeichnet. 2007 war er Mitbegründer des Kollektivs Blauer Hase und betreut dort die periodisch erscheinende Publikation Paesaggio sowie das Festival Helicotrema.


Ein besonderer Dank geht an:
Stadtmuseum Bozen

Mit freundlicher Unterstützung von:
Autonome Provinz Südtirol, Abteilung Kultur
Stiftung Südtiroler Sparkasse, Bozen
Stadt Bozen, Abteilung Kultur

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Ausstellungen
Italo Zuffi

postura, posa, differita
Italo Zuffi
24.09 – 26.11.2016

Ausstellungseröffnung: 23. September um 19 Uhr

 

Performance  19 – 21 Uhr

 

Kuratiert von Emanuele Guidi

@ar/ge kunst, Bozen/Bolzano, 2016, photo by aners (exhibition view)

@ar/ge kunst, Bozen/Bolzano, 2016, photo by aners (exhibition view)

@ar/ge kunst, Bozen/Bolzano, 2016, photo by aners (exhibition view)

@ar/ge kunst, Bozen/Bolzano, 2016, photo by aners (exhibition view)

@ar/ge kunst, Bozen/Bolzano, 2016, photo by aners (exhibition view)

@ar/ge kunst, Bozen/Bolzano, 2016, photo by aners (exhibition view)

@ar/ge kunst, Bozen/Bolzano, 2016, photo by aners (exhibition view)

@ar/ge kunst, Bozen/Bolzano, 2016, photo by aners (exhibition view)

@ar/ge kunst, Bozen/Bolzano, 2016, photo by aners (exhibition view)

@ar/ge kunst, Bozen/Bolzano, 2016, photo by aners (exhibition view)

@ar/ge kunst, Bozen/Bolzano, 2016, photo by aners (exhibition view)

@ar/ge kunst, Bozen/Bolzano, 2016, photo by aners (exhibition view)

@ar/ge kunst, Bozen/Bolzano, 2016, photo by aners (exhibition view)

@ar/ge kunst, Bozen/Bolzano, 2016, photo by aners (exhibition view)

@ar/ge kunst, Bozen/Bolzano, 2016, photo by aners (exhibition view)

@ar/ge kunst, Bozen/Bolzano, 2016, photo by aners (exhibition view)

@ar/ge kunst, Bozen/Bolzano, 2016, photo by Tiberio Servillo (Performance)

@ar/ge kunst, Bozen/Bolzano, 2016, photo by Tiberio Servillo (Performance)

@ar/ge kunst, Bozen/Bolzano, 2016, photo by Tiberio Servillo (Performance)

@ar/ge kunst, Bozen/Bolzano, 2016, photo by Tiberio Servillo (Performance)

Die Ausstellung postura, posa, differita (Haltung, Pose, Zeitversetzt) von Italo Zuffi in der ar/ge kunst in Bozen ist das Schlussspiel eines dem Künstler gewidmeten Zyklus, der 2015 in der Nomas Foundation in Rom begonnen und im MAN in Nuoro fortgesetzt wurde. Eine Zusammenarbeit der Institutionen, die es sich als Ziel gesetzt haben, ein Fortbestehen der Recherchearbeit des Künstlers zu ermöglichen: Mit drei sich ergänzenden und doch unabhängigen Ausstellungsprojekten, die es erlauben, Werke und bedeutungsvolle Momente seiner Schaffensphase zu ergründen.

postura, posa, differita entwickelt sich um ein Herzstück von Werken, die die Komplexität der Recherche Italo Zuffis im Bereich der Performance zeigen. Diesen Zweig verfolgt der Künstler seit Anfang seiner Karriere und die Ausstellung hat dabei ein besonderes Augenmerk auf seine Beziehung zur Bildhauerei. Auch wenn die ausgestellten Werke nicht live aufgeführt werden, so behauptet sich die Anwesenheit des Körpers durch Erinnerung, Stärke und Archiv.

La ragazza caduta nel vuoto sta meglio (Dem ins Leere gefallene Mädchen geht es besser) (2001 – 2016) besteht aus einer Serie von Blechen, auf die der Titel der Arbeit, den der Künstler vor Jahren in der Zeitung gefunden hat, eingraviert ist. Alle Bleche werden von Zeitungsausschnitten begleitet, von denen jeder ein ähnliches Ereignis aus den Nachrichten erzählt: ein zuvor gestürzter Frauenkörper befindet sich auf dem Weg der Besserung.
Ähnlich geht Italo Zuffi von einer wahren Begebenheit in I Rigidi (die Steifen) (2006 – 2016) aus. Dieses Mal ist es eine seiner Performances (The reminder, 1997), die einen Sammlungsprozess ins Laufen bringt, indem er Archivbilder zusammenstellt, die Körper in steifen Positionen darstellen. Es handelt sich hier um eine Auswahl von Performances anderer Künstler und „alltäglichen“ Szenen aus Zeitschriften und Zeitungen, die ausgewählt wurden aufgrund ihres gegenständlichen und statutarischen Wesens des abgebildeten Körpers. Eine neue Gruppe von Keramiken (2006 – 2016) geht dagegen von einer Serie öffentlicher Umfragen aus – auch diese in Zeitungen und Zeitschriften erschienen – die Themen wie Immigration, Euthanasie, Braindrain, Europa und Wirtschaft behandeln. Er konfrontiert sich hier mit den Versuchen einer Kollektivdarstellung, in diesem Fall die der italienischen Bürger. Die Keramiken sparen jedoch die einzelnen prozentuellen Angaben der Umfragen aus und nehmen ausschließlich die statistische Sichtweise in ihrer ganzen Vielschichtigkeit in Augenschein. Das, was als eine Form von „öffentlicher Meinung“ anerkannt sein möchte, wird hierdurch nur noch mehr abstrahiert.

Die neuen ausgestellten Arbeiten sind demnach vereinigt durch eine erweiterte Zeitlichkeit als Arbeitsinstrument sowie durch die Methode der Quellensammlung, auf die sich die konzeptuellen Arbeiten stützten. Die Werke sind tatsächlich das Ergebnis eines Reifungsprozesses, der manchmal sogar Jahre gedauert hat, beginnend im entscheidenden Moment, in dem diese Arbeiten wahrhaftig erdacht oder anfänglich in Form von Prototypen gefertigt wurden. Die Wahl, diesen vollstreckenden Moment zu verzögern, hat das Anhäufen des Recherche- und Pressematerials zugelassen, das eine vielseitigere und bewusstere Anschauung des Originalprojektes zulässt.

Die ausgestellten Arbeiten erzählen demnach eine ganz persönliche Deutung des kontinuierlichen Stroms der Nachrichten und Informationen, die durch Identifikation und Empathie geprägt ist. Es sind Arbeiten, die sich mit der Zeit befassen und mit dem Bedürfnis, sich Zeit zu nehmen um eine persönliche und autobiografische Schaffensweise zu finden.

Am Eröffnungsabend präsentiert der Künstler zwischen 19 und 21 Uhr eine neue Performance.

Italo Zuffi (Imola, 1969, lebt in Mailand) benutzt in seinen Werken die Bildhauerei, Performance und Schrift um „keine Gesamtzeichnung, sondern eine undefinierte Serie von Zimmern“ (Pier Luigi Tazzi, 2003) zu erschaffen. Studium an der Kunstakademie von Bologna und am Central Saint Martins College of Art & Design in London. 2001 wird ihm der ‚Wheatley Bequest Fellowship in Fine Art‘ vom Institute of Art & Design in Birmingham (UK) verliehen. Jüngste Einzelausstellungen: Potersi dire, MAN, Nuoro (2015); Quello che eri, e quello che sei, Nomas Foundation, Rom (2015); Gli ignari, appartamento privato, Mailand (2013); La penultima assenza del corpo, Fondation Pietro Rossini, Briosco (2012); Zuffi, Italo, Pinksummer, Genua (2010). Jüngste Gruppenausstellungen: Fuori Uso, Ex Tribunale, Pescara (2016); Riviera, Schweizer Institut Mailand (2016); ALT, Caserma De Sonnaz, Turin (2015); Esercizi di Rivoluzione, MAXXI, Rom (2014); Le leggi dell’ospitalità, Galleria P420, Bologna (2014); Per4m, Artissima, Turin (2014); I baffi del bambino, Lucie Fontaine, Mailand (2014); To continue. Notes towards a Sculpture Cycle | Scala, Nomas Foundation, Rom (2014); La Pelle – Symphony of Destruction, MAXXX Project Space, Sierre (2014); Le statue calde, Museo Marino Marini, Florenz (2014).

Ein besonderer Dank geht an
THUN und THUN Ceramic Residency

Mit freundlicher Unterstützung von:
Autonome Provinz Südtirol, Abteilung Kultur
Stiftung Südtiroler Sparkasse, Bozen
Stadt Bozen, Abteilung Kultur

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News

Acting The In-Between
Summer School
10. - 16. September

Organized by the Faculty of Design and Art of the Free University of Bozen Bolzano in cooperation with ar/ge kunst.

Acting the In-between is a one-week summer school whose aim is to challenge those forms of interaction and discussion, which one experiences and practices within various institutional communication and exchange spaces. Taking the Free University of Bozen Bolzano and ar/ge kunst as an example, we will investigate their role as active and discursive spaces and imagine further, “other” spaces.
The participants will be asked to develop these “other” spaces outside of the physical boundaries and the rules of the institutions and to question their characteristics.

Is it possible to stimulate, in a non-conventional manner, the way we interact, discuss, show, see, talk and listen?
Guests from different disciplines and contexts will participate in the discussion around these issues with contributions in different formats, which can vary from workshops to walks or shared dinners.

For more information check at this link

A project by: Roberto Gigliotti, Eva Mair and Jonathan Pierini.
Guests: Alex Martinis Roe, Fotini Lazaridou-Hatzigoga, Gerhard Glüher, Andreas Müller

In 2017 Alex Martinis Roe will open her solo exhibition at ar/ge kunst To Become Two with spatial design by Fotini Lazaridou-Hatzigoga.
Two Become Two is a project co-commissioned by is co-commissioned by ar/ge Kunst, Bolzano; Casco – Office for Art, Theory and Design, Utrecht; If I Can’t Dance, I Don’t Want To Be Part Of Your Revolution, Amsterdam; and The Showroom, London.

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Public Programme

DIRECTED TOURS & AHALI JOURNAL


Veranstaltungsprogramm im Rahmen von:

 

VFI – VIRGOLO FUTURE INSTITUTE
(Such Claims on Territory Transform Spatial Imagination Into Obscure Anticipations of Repartition) von CAN ALTAY
Ein Projekt von ar/ge kunst und Lungomare

DIRECTED TOUR #1:
17.06.2016, 18 Uhr

Ettore Frangipane (Journalist) im Gespräch mit Kuratoren

DIRECTED TOUR #2:
15.07.2016, 19 Uhr

Michael Obrist (Architekt, Feld 72) im Gespräch mit Kuratoren

DIRECTED TOUR #3:
21.07.2016, 19 Uhr

Giorgio Mezzalira (Historiker, Alexander Langer Stiftung) im Gespräch mit Kuratoren

Directed Tours ist eine Reihe von drei dialogischen Führungen durch die Ausstellung VFI – Virgolo Future Institute von Can Altay in den Räumen der ar/ge kunst.
Beim Namen Directed Tours handelt es sich um eine Ableitung vom Begriff „directed gaze“ (gelenkter Blick). Altay benutzt diese Definition, um die zentrale Rolle zwischenmenschlicher Begegnungen zu betonen, die den Prozess begleiten und beeinflussen, sich mit einem neuen Kontext vertraut zu machen.
Ausgehend von diesem Konzept organisieren ar/ge kunst und Lungomare eine Reihe von vertiefenden Führungen, gemeinsam mit Personen, die dem Künstler während seiner Residenz in Bozen begegnet sind. Sie haben auf diese Weise zur Entwicklung des künstlerischen Forschungsprojektes beigetragen und damit die Ausstellung selbst beeinflusst.

AHALI JOURNAL NEW ISSUES
In Zusammenarbeit mit Salto.bz

Zur Vertiefung des Projektes von Can Altay werden im Laufe der Ausstellung sieben neue Kapitel (issues) des Ahali Magazines veröffentlich, die als Teil der Installation vom Publikum gesammelt werden können.
Die Directed Tours gehen mit den drei entsprechenden Kapiteln Hand in Hand und werden auf dem Informationsportal Salto.bz veröffentlicht.
Die Zeitschrift Ahali wurde von Can Altay 2007 gegründet. Das grafische Konzept stammt von Asli Altay, Future Anecdotes Istanbul (FAI).

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Ausstellungen
credits ivo corrà

VFI – Virgolo Future Institute
(Such Claims on Territory Transform Spatial Imagination Into Obscure Anticipations of Repartition)

CAN ALTAY
14. Mai – 30. Juli 2016

Eröffnung 13. Mai 2016, 19 Uhr

 

Eine Kooperation von ar/ge kunst und Lungomare

 

VFI – Virgolo Future Institute (Such Territorial Claims Transform Spatial Imagination Into Obscure Anticipations of Repartition) ist der aktuelle und letzte Teil von Can Altays anderthalbjähriger Residency in Bozen, ein Projekt von ar/ge kunst und Lungomare (Oktober 2014 – Juli 2016).

Can Altay, VFI, Virgolo Future Institute, Installation View 
©ar/ge kunst_Lungomare, Bozen. Photo aneres, 2016

Can Altay, VFI, Virgolo Future Institute, Installation View 
©ar/ge kunst_Lungomare, Bozen. Photo aneres, 2016

Can Altay, VFI, Virgolo Future Institute, Installation View 
©ar/ge kunst_Lungomare, Bozen. Photo aneres, 2016

Can Altay, VFI, Virgolo Future Institute, Installation View 
©ar/ge kunst_Lungomare, Bozen. Photo aneres, 2016

Can Altay, VFI, Virgolo Future Institute, Installation View 
©ar/ge kunst_Lungomare, Bozen. Photo aneres, 2016

Can Altay, VFI, Virgolo Future Institute, Installation View 
©ar/ge kunst_Lungomare, Bozen. Photo aneres, 2016

Can Altay, VFI, Virgolo Future Institute, Installation View 
©ar/ge kunst_Lungomare, Bozen. Photo aneres, 2016

Can Altay, VFI, Virgolo Future Institute, Installation View 
©ar/ge kunst_Lungomare, Bozen. Photo aneres, 2016

Can Altay, VFI, Virgolo Future Institute, Installation View 
©ar/ge kunst_Lungomare, Bozen. Photo aneres, 2016

Can Altay, VFI, Virgolo Future Institute, Installation View 
©ar/ge kunst_Lungomare, Bozen. Photo aneres, 2016

Can Altay, VFI, Virgolo Future Institute, Installation View 
©ar/ge kunst_Lungomare, Bozen. Photo aneres, 2016

Can Altay, VFI, Virgolo Future Institute, Installation View 
©ar/ge kunst_Lungomare, Bozen. Photo aneres, 2016

Can Altay, VFI, Virgolo Future Institute, Installation View 
©ar/ge kunst_Lungomare, Bozen. Photo aneres, 2016

Can Altay, VFI, Virgolo Future Institute, Installation View 
©ar/ge kunst_Lungomare, Bozen. Photo aneres, 2016

Can Altay, VFI, Virgolo Future Institute, Installation View 
©ar/ge kunst_Lungomare, Bozen. Photo aneres, 2016

Can Altay, VFI, Virgolo Future Institute, Installation View 
©ar/ge kunst_Lungomare, Bozen. Photo aneres, 2016

Can Altay, VFI, Virgolo Future Institute, Installation View 
©ar/ge kunst_Lungomare, Bozen. Photo aneres, 2016

Can Altay, VFI, Virgolo Future Institute, Installation View 
©ar/ge kunst_Lungomare, Bozen. Photo aneres, 2016

Can Altay, VFI, Virgolo Future Institute, Installation View 
©ar/ge kunst_Lungomare, Bozen. Photo aneres, 2016

Can Altay, VFI, Virgolo Future Institute, Installation View 
©ar/ge kunst_Lungomare, Bozen. Photo aneres, 2016

Can Altay, VFI, Virgolo Future Institute, Installation View 
©ar/ge kunst_Lungomare, Bozen. Photo Tiberio Sorvillo, 2016

Can Altay, VFI, Virgolo Future Institute, Installation View 
©ar/ge kunst_Lungomare, Bozen. Photo Tiberio Sorvillo, 2016

Can Altay, VFI, Virgolo Future Institute, Installation View 
©ar/ge kunst_Lungomare, Bozen. Photo Tiberio Sorvillo, 2016

Can Altay, VFI, Virgolo Future Institute, Installation View 
©ar/ge kunst_Lungomare, Bozen. Photo Tiberio Sorvillo, 2016

Für die Dauer des Projekts führte Altay eine Untersuchung der komplexen Beziehung der Stadt Bozen mit ihrem Hausberg Virgl durch, der über der Stadt thront und heute Gegenstand lebhafter Debatten hinsichtlich seiner zukünftigen Verwendung und Erschließung ist.

Altay bespielt die Räumlichkeiten von ar/ge kunst mit einer dreimonatige Ausstellung, als Weiterführung seiner Recherche, die sich in einer Serie unterschiedlich langer öffentlicher Interventionen artikuliert hat. Die bisherigen Beiträge haben die gegenwärtige Debatte beobachtet und sich daran beteiligt: eine zweiwöchige Ausstellung und eine öffentliche Diskussion bei Lungomare (Such Territorial Claims), eine vierwöchige Plakatkampagne im öffentlichen Raum der Stadt (Transform Spatial Imagination into), eine zweistündige performative Zusammenkunft auf dem Virgl, sowie eine wandernde Intervention zwischen Dezember 2015 und Mai 2016 in öffentlichen und privaten Räumen (Obscure). Diese öffentlichen Momente haben eine Reihe von Fragen zu Gebietsansprüchen (territorial claims), der Idee urbaner Imagination und der Erfahrung von Grenzen aufgeworfen – Begriffe, die in Bozen aber auch in vielen anderen Städten heute wieder sehr aktuell sind.

Für die Ausstellung hat Altay nun ein Setting in zwei Hauptmomenten entwickelt, die gleichzeitig als Display, Skulptur und redaktionelles Instrument agieren. Das erste ähnelt in der Form einem Tunnel und einem Dach und bildet den Zentralkörper von VFI. Mit deutlichem Hinweis auf jene kaum bekannte Anekdote, der zufolge Anwohner den unfertigen Virgltunnel während und nach dem zweiten Weltkriegs bewohnten, ordnet die Installation diverse Arten von ‚Fragmenten’ an, die Altay während der Residency gesammelt hat. Sie orientiert dabei ihre Hauptfragestellung an das ‚Bewohnen von Infrastrukturen’ (‚inhabiting infrastructures’) als der zentralen Narrative, von der verschiedene andere Forschungslinien ihren Ausgang nehmen (‚wer darf den öffentlichen Raum beanspruchen, wer muss die Räume der Infrastruktur bewohnen?’, heißt es auf einem der Poster der Kampagne).
Das zweite Moment dreht sich um Ahali: a journal for setting a setting, einer Zeitschrift, die Altay seit 2007 herausgibt. Diese besteht aus einer wachsenden Sammlung von Arbeiten, Stellungnahmen (‚statements’) und Stimmen aus künstlerischen und raumbezogenen Praxen. Im Kontext der Ausstellung wird Ahali als ein Instrument genutzt, um die verschiedenen, sich am Virgl entzündenden Thematiken zu erweitern und sie in einem erweiterten Rahmen von kulturellen Referenzen und internationalen Vergleichsfällen zu verorten. Themen wie ‚Bewohnen von Infrastrukturen’, ‚Landschaften des Begehrens’, ‚Allianz des radikal Anderen’, ‚Erschütterungen von hier und anderswo’ sowie ‚Errichten Unsicherer Öffentlichkeiten‘ werden über Ahali im Laufe des Ausstellungsprojektes eingeführt, um eine Brücke zwischen dem lokalen Bezug des Projektes und dem weiten Horizont der Publikation zu schlagen.

Can Altays Ausstellung verfährt sowohl als Werkzeug, wie auch als Fiktion: Indem der Künstler ein fiktives Institut (VFI) auf Basis inoffizieller, versteckter und ungeplanter Gebrauchsweisen gründet, entwirft er eine Archäologie des Begehrens, als Anregung unterschiedlicher Betrachtungsweisen und Gestaltungsmöglichkeiten des Virgl-Hügels und –im weiteren Sinne -auch der Stadt. Diese dienen als Beispiele für die vielfältigen Möglichkeiten der Auseinandersetzung mit der –wie es Altay selbst formuliert– ‚neoliberalen Politik und ihren Gegen-Hegemonien‘.

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Public Programme
Oliver Ressler and Zanny Begg, The Right of Passage, 2013

The Right of Passage
15. April 2016, 17 Uhr

Filmvorführung und Diskussion

 

Mit Andrea Deaglio (Filmemacher), Lorenzo Pezzani (Architekt), Monika Weissensteiner (Anthropologin).

 

Eine Kooperation von ar/ge kunst  und Bolzano Film Festiva Bozen

Anlässlich der Ausstellung des österreichischen Künstlers Oliver Ressler bei ar/ge kunst ist The Right of Passage ein Abend mit Filmvorführung und Diskussion auf Basis des gleichnamigen Films von Ressler und Zanny Begg.

Foto ar/ge kunst, 2016, Luca Guadagnini

Foto ar/ge kunst, 2016, Luca Guadagnini

Foto ar/ge kunst, 2016, Luca Guadagnini

Foto ar/ge kunst, 2016, Luca Guadagnini

Foto ar/ge kunst, 2016, Luca Guadagnini

Foto ar/ge kunst, 2016, Luca Guadagnini

Foto ar/ge kunst, 2016, Luca Guadagnini

Foto ar/ge kunst, 2016, Luca Guadagnini

The Right of Passage (19 min, 2013) ist strukturiert durch eine Reihe von Interviews mit Ariella Azoulay, Antonio Negri und Sandro Mazzadra und richtet sein Augenmerk auf Kämpfe zur Erlangung der Staatsbürger_innenschaft, während er zugleich die implizit ausschließende Natur dieses Konzepts kritisch hinterfragt. Der Film bezieht sich auf Stadien oder Initiationsriten, die bedeutende Übergänge auf dem Weg zum Selbstsein markieren und legt nahe, dass Bewegungsfreiheit ein Recht werden muss, das jeder Person unabhängig von ihrem Geburtsort zusteht.

Biografien

Lorenzo Pezzani ist Architekt und lebt in London und Trient. Seine Arbeit behandelt Raumpolitiken und visuelle Kulturen der Migration mit besonderem Fokus auf die Geografien des Meeres. Seit 2011 arbeitet er an Forensic Oceanography, einem Gemeinschaftsprojekt, welches das militarisierte Grenzregime und die Politiken der Migration im Mittelmehr kritisch untersucht. Er ist einer der Gründer von WatchTheMed, einer Onlineplattform, die Todesfälle und Verletzungen der Rechte von Migrant_innen an den Meeresgrenzen der Europäischen Union dokumentiert und kartographiert. Pezzani ist derzeit Postdoktorand an der Kent School of Law.

Andrea Deaglio wurde in Turin geboren, wo er mit der Produktionsfirma Mu Films Dokumentarfilme sowie Multimedia- und audiovisuelle Produktionen realisiert. Zu seinen Dokumentationen gehören: Show all this to the world (Italien 2015, 55′), im Programm des diesjährigen Bolzano Film Festival Bozen; Storie di uomini e lupi (Italien/Frankreich 2015, 75′, Ko-Regie mit Alessandro Abba Legnazzi, produziert von Babydoc Film); Il futuro del mondo passa da qui – City veins (Italien 2010, 63′), Gewinner des Joris Ivens Awards-Best International First Film at Cinèma du Réel (Parigi, 2011) und erster Preis bei Docucity (Milano, 2012); Nera – not the promised land, (Italien 2007, 22′) – Gewinner des Premio Anello Debole.

Monika Weissensteiner ist Anthropologin mit Schwerpunkt auf Fragen von Gewalt, Konflikt, Migration und Gesundheit, sowie auf das Common European Asylum System (CEAS). Sie ist Mitglied der European Association of Social Anthropology (EASA). Seit 2014 ist Weissensteiner Mitarbeiterin der Alexander Langer Stiftung und beteiligt sich an der Initiative ‘Brenner/o Border Monitoring’, einem aktiven Monitoring vor Ort am Brenner, das seit 2015 von Bozen aus operiert.

Mit freundlicher Unterstützung von
Autonome Provinz Bozen, Abteilung Kultur
Österreichisches Kulturforum in Mailand
Gemeinde Bozen, Abteilung Kultur
Stiftung Südtiroler Sparkasse
Sägewerk Tatz Luis, Eppan

In Zusammenarbeit mit:
AKRAT – Sozailgenossenschaft, Bozen
Bolzano Film Festival Bozen

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Ausstellungen
Occupy, Resist, Produce, video stills, Oliver Ressler and Dario Azzelini, 2014-2015

Everything Under Control
Oliver Ressler
26.02.2016 – 30.04.2016

Eröffnung und Künstlergespräch
25.02.2016, 19 Uhr
Oliver Ressler mit Marco Scotini (Kurator und Direktor der NABA – Nuova Accademia delle Belle Arti di Milano)
Hier klicken für das Video

 

Ausstellungsdisplay in Zusammenarbeit mit Akrat – Sozialgenossenschaft, Bozen

Oliver Ressler, Everything Under Control, Installation view, photo by aneres, 2016

Oliver Ressler, Everything Under Control, Installation view, photo by aneres, 2016

Oliver Ressler, Everything Under Control, Installation view, photo by aneres, 2016

Oliver Ressler, Everything Under Control, Installation view, photo by aneres, 2016

Oliver Ressler, Everything Under Control, Installation view, photo by aneres, 2016

Oliver Ressler, Everything Under Control, Installation view, photo by aneres, 2016

Oliver Ressler, Everything Under Control, Installation view, photo by aneres, 2016

Oliver Ressler, Everything Under Control, Installation view, photo by aneres, 2016

Oliver Ressler, Everything Under Control, Installation view, photo by aneres, 2016

Oliver Ressler, Everything Under Control, Installation view, photo by aneres, 2016

Oliver Ressler, Everything Under Control, Installation view, photo by aneres, 2016

Oliver Ressler, Everything Under Control, Installation view, photo by aneres, 2016

Oliver Ressler, Everything Under Control, Installation view, photo by aneres, 2016

Oliver Ressler, Everything Under Control, Installation view, photo by aneres, 2016

Oliver Ressler, Everything Under Control, Installation view, photo by aneres, 2016

Oliver Ressler, Everything Under Control, Installation view, photo by aneres, 2016

Oliver Ressler, Everything Under Control, Installation view, photo by aneres, 2016

Oliver Ressler, Everything Under Control, Installation view, photo by aneres, 2016

ar/ge kunst freut sich, mit Everything Under Control die erste Einzelausstellung des österreichischen Künstlers Oliver Ressler in einer italienischen Institution präsentieren zu können.

Die Ausstellung, die sich überwiegend auf Resslers Praxis als Filmemacher konzentriert, führt neue und neuere Arbeiten aus den verschiedenen Forschungslinien zusammen, die Ressler im Laufe seiner Karriere verfolgt hat; zugleich unterstreicht die als spezifischer Weg durch die Ausstellungsräume angelegte Präsentation, wie sehr die Stränge miteinander verflochten und Teil der kontinuierlichen Beschäftigung des Künstlers mit einer erweiterten Idee sozialer Gerechtigkeit sind.

Zentral für die Ausstellung ist die Opazität der Sprache des Kapitalismus, mit der dieser operiert und kommuniziert – und dabei tendenziell verdeckt, dass und in welcher Weise die ökonomischen, ökologischen und humanitären Krisen im globalen Süden genau die Rückseite der Narration sind, die den Reichtum des globalen Nordens so zeichnet, als sei er nachhaltig und produziere keine Opfer.
Das großformatige fotobasierte Bild des Meeres, auf dem sinkende Frachter und Containerschiffe zu sehen sind, bedeckt das Schaufenster von ar/ge kunst vollständig, um sowohl die Einkaufsstraße direkt vor dem Ausstellungsort anzusprechen als auch eine breitere Diskussion ökonomischer Fragen zu eröffnen, die in der Ausstellung selbst stattfindet.

Setzt man den Ausstellungstitel Everything Under Control mit diesem Bild in Beziehung, könnte dies zu der Auffassung führen, der Titel sei zynisch gemeint, da ja dieses Wirtschaftssystem, das auf dem globalen Handel basiert und täglich ökologische und soziale Katastrophen produziert, doch viel eher als „außer Kontrolle geraten“ zu charakterisieren wäre. Im Zusammenhang der zentralen Arbeit der Ausstellung, der dreiteiligen Videoinstallation Occupy, Resist, Produce (2014-2015), bezieht sich „Kontrolle“ allerdings vor allem auf jene Kontrolle, die von ArbeiterInnen in besetzten Fabriken ausgeübt wird. Diese neueste und noch laufende Produktion des Künstlers in Kollaboration mit Dario Azzellini dokumentiert Fabriken in Mailand, Rom und Thessaloniki, die zwischen 2011 und 2013 von den ArbeiterInnen besetzt wurden, nachdem sie von ihren rechtmäßigen EigentümerInnen stillgelegt worden waren. Jeder der Filme enthält eine Diskussion mit den ArbeiterInnen und zeichnet ihre Versammlungen auf. Durch die Stimmen der ProtagonistInnen selbst also werden die komplexen Entscheidungsfindungen und kollektiven Prozesse öffentlich gemacht und dokumentiert, die den Weg der Umwandlung dieser Fabriken von Orten der Güterproduktion in Orte der „Produktion“ neuer sozialer und wirtschaftlicher Modelle markieren; ein Vorgang, der die Suche nach einer gemeinsamen Sprache mit lokalen Gruppen und MigrantInnen-Communities einschließt, die in parallele Kämpfe verwickelt sind.

Die Filme The Visible and The Invisible (2014) und The Right of the Passage (mit Zanny Begg, 2013) beschäftigen sich mit Konzepten der grenzüberschreitenden Bewegung, des (verweigerten) Zugangs und der Plünderung, wenn auch mit je unterschiedlichem Ansatz. Der erste berichtet von der Rolle der Schweiz als dem wichtigsten globalen Sitz kaum sichtbarer, transnational agierender Konzerne, die mit Rohstoffen handeln, welche meist im globalen Süden abgebaut werden. The Right of Passage fokussiert auf Kämpfe um Erhalt der StaatsbürgerInnenschaft, während er zugleich die implizit ausschließende Natur der Institution StaatsbürgerInnenschaft in Frage stellt. Interviews mit Sandro Mezzadra, Antonio Negri und Ariella Azoulay bilden den Ausgangspunkt für die Diskussion mit einer Gruppe von Menschen, die „ohne Papiere“ in Barcelona leben.

Das Ausstellungsdisplay wurde von der Sozialgenossenschaft Akrat, im Dialog mit dem Künstler und ar/ge kunst realisiert.

Everything Under Control ist Teil eines Zyklus’ von Einzelausstellungen von Oliver Ressler in vier europäischen Institutionen – Lentos Kunstmuseum (Linz), n.b.k. – Neuer Berliner Kunstverein (Berlin), CAAC – Centro Andaluz de Arte Contemporáneo (Sevilla) und ar/ge kunst (Bozen), die jeweils verschiedene Aspekte des Werks des Künstlers präsentieren. Das Buch Cartographies of Protest wurde als Gemeinschaftsproduktion der vier Institutionen publiziert.

Buch:
Oliver Ressler: Cartographies of Protest, Verlag für Moderne Kunst, 2014.
Mit Essays von TJ Demos, Katarzyna Kosmala, Suzana Milevska und Marco Scotini. Herausgegeben von Juan Antonio Álvarez Reyes, Marius Babias, Emanuele Guidi und Stella Rollig. Deutsch und englisch, 160 S.

Mit freundlicher Unterstützung:
Autonome Provinz Bozen, Abteilung Kultur
Österreichisches Kulturforum in Mailand
Gemeinde Bozen, Abteilung Kultur
Sägewerk Tatz Luis, Eppan

In Zusammenarbeit mit:
AKRAT, Sozailgenossenschaft, Bozen
Bolzano Film Festival Bozen

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Public Programme
Nicolò Degiorgis Hidden Islam – Islamic makeshift places of worship in north – east Italy, photograph (2009-11). Courtesy of the artist

Hidden Islam / Sacred interiors in profane buildings
(La Mia Scuola di Architettura*5)
1. März 2016, 19 Uhr

Ein Gespräch zwischen Matilde Cassani und Nicolò Degiorgis über ihre respektiven Forschungen zur Beziehung von religiösen Praktiken in MigrantInnen-Communities zu den informellen Prozessen, mittels derer sie die Stadtlandschaft transformieren. Unter Rückgriff auf das Untersuchungsinstrument Fotografie dokumentieren Cassani und Degiorgis das Innenleben von Gebäuden (Läden, Lagerhäusern, Apartments, Garagen etc.), deren Funktion neu erfunden wurde, um dem aus religiösen Ritualen entspringenden Ausdruck gemeinsamen Lebens Raum zu geben.

Die Veranstaltung findet statt aus Anlass der Buchvorstellung von Hidden Islam von Nicolò Degiorgis, sowie als Teil des Zyklus La Mia Scuola di Architettura*

Hier klicken für das Video

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Public Programme
credits Ivo Corà

Such Claims on Territory Transform Spatial Imagination into Obscure
CAN ALTAY
Dezember 2015 - Mai 2016

SPLIT HORIZON (Virgolo Edition)
von Dezember 2015 bis Mai 2016, verschiedene Orte in Bozen

LIMITED EXPERIENCE
14.11.2015, Zaun des ehemaligen Tennisclubs, Virgl, 15.30 Uhr

Im Rahmen von: Radical Hospitality/ One Year-Long Research Project
Residenzprojekt mit Can Altay
Eine Zusammenarbeit von ar/ge kunst und Lungomare

credits ivo corrà

credits ivo corrà

credits ivo corrà

credits ivo corrà

credits ivo corrà

credits ivo corrà

credits ivo corrà

credits ivo corrà

credits ivo corrà

credits ivo corrà

Ende 2014 luden Lungomare und ar/ge kunst den türkischen Künstler Can Altay zu einem Residenzprojekt ein, das noch bis zum Sommer 2016 andauern wird. Seit Projektbeginn beschäftigt sich der Künstler mit Bozen und speziell dem Virgl, dem Hausberg der Stadt. Dabei regt er mit einer Serie von künstlerischen Interventionen die öffentliche Diskussion über das Verhältnis der Stadt zum Virgl an. Jede dieser Initiativen stellt für Altay ein „Fragment“ in seinem Schaffensprozess dar, das aus Eindrücken, Interpretationen oder Kommentaren des Vorgefunden besteht.
Seit November und Dezember 2015 fügt Altay seinem Projekt mit „Such Territorial Claims Transform Spatial Imagination into Obscure (Third Fragment in Two Parts)” eine Episode in zwei Teilen hinzu.

Split Horizon (Virgolo Edition)
Intervention im Öffentlichen Raum
von Dezember 2015 bis Mai 2016, verschiedene Orte in Bozen, 14:30-16:30 Uhr

„Split Horizon (Virgolo Edition)” besteht aus einem Objekt, das entlang einer Strecke positioniert wird, die als real oder auch als mental verstanden werden kann. Denn jeder der auf ihr festgelegten Standorte weist einen stringenten Bezug zu Altays Narration auf.
Mit diesem zweiten Teil seines dritten Fragments richtet Altay seine Aufmerksamkeit erneut auf den Virgl und lädt die Öffentlichkeit dazu ein, seinem Blick zu folgen.

„Split Horizon (Virgolo Edition)” ist raum-zeitlich verortet. Dabei besteht das Projekt aus einem Beobachtungsapparat, der nacheinander an 15 unterschiedlichen Orten in Bozen aufgestellt wird. All diese Orte haben einen bestimmten (nicht nur visuellen) Bezug zum Bozner Hausberg Virgl und sind in Hinblick auf die Dynamiken von Raum und Stadtpolitik für Bozen und seine Geschichte von großer Bedeutung.
Nachdem der Apparat sämtliche Stationen durchlaufen hat, wird er der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen, die ihn an weitere Orten tragen kann.

je 14.30-16.30 Uhr, Bozen
02.12.2015 Waltherplatz
06.12.2015 Mediaworld
13.01.2016 Eurac
27.01.2016 Gerichtsplatz
10.02.2016 Turm des Stadtmuseums
24.02.2016 Kabine Rittner Seilbahn
09.03.2016 Private Wohnung (Kapuzinergasse 14, 3. Stock)
16.03.2016 unibz Dachterrasse F6
23.03.2016 Talferbrücke
30.03.2016 Semirurali Park
06.04.2016 Bahnhof Bozen
13.04.2016 Kapuzinergarten
20.04.201 Fußgängerweg zwischen Haslach- und Weineggstraße
04.05.2016 Loretobrücke
11.05.2016 Private Wohnung (Andreas Hofer Str. 19, Terrasse 4. Stock)

Limited Experience

Choreografierter Gang im Öffentlichen Raum
14.11.2015, Zaun des ehemaligen Tennisclubs, Virgl, 15.30 Uhr
In der Hoffnung auf zukünftige Immobilieninvestitionen erwarb eine Gruppe an Unternehmern (BBG Srl) 2008 das Grundstück des ehemaligen Tennisclubs auf dem Virgl. Seitdem hindert eine Einzäunung am Betreten des Grundstücks, das bis dahin zum Naherholungsgebiet der Stadt zählte.
Mit „Limited Experience” lädt der türkische Künstler Can Altay zwölf Personen dazu ein, sich entlang dieser Begrenzung, die den privaten vom öffentlichen Raum trennt, zu bewegen und diese Erfahrung zu teilen.
Die Übung dient dazu, das Konzept der Grenze, wie es derzeit von der städtischen Politik verfolgt wird, zu testen und in Frage zu stellen.

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Ausstellungen

Many Maids Make Much Noise
Olivia Plender
5. Dezember 2015 – 13. Februar 2016

Vernissage
Mit Philipp Achammer (Landesrat)
4. Dezember, 19 Uhr

 

Many men make money
Merry maidens dance in May
Mining means moving mounds
Militant miners means more money
Many maids make much noise

Olivia Plender, Many Maids Make Much Noise, Exhibition view at ar/ge kunst Bolzano, Foto aneres,2015

Olivia Plender, Many Maids Make Much Noise, Exhibition view at ar/ge kunst Bolzano, Foto aneres,2015

Olivia Plender, Many Maids Make Much Noise, Exhibition view at ar/ge kunst Bolzano, Foto aneres,2015

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Olivia Plender, Many Maids Make Much Noise, Exhibition view at ar/ge kunst Bolzano, Foto aneres,2015

Olivia Plender, Many Maids Make Much Noise, Exhibition view at ar/ge kunst Bolzano, Foto aneres,2015

Olivia Plender, Many Maids Make Much Noise, Exhibition view at ar/ge kunst Bolzano, Foto aneres,2015

Olivia Plender, Many Maids Make Much Noise, Exhibition view at ar/ge kunst Bolzano, Foto aneres,2015

Olivia Plender, Many Maids Make Much Noise, Exhibition view at ar/ge kunst Bolzano, Foto aneres,2015

Olivia Plender, Many Maids Make Much Noise, Exhibition view at ar/ge kunst Bolzano, Foto aneres,2015

Olivia Plender, Many Maids Make Much Noise, Exhibition view at ar/ge kunst Bolzano, Foto aneres,2015

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Olivia Plender, Many Maids Make Much Noise, Exhibition view at ar/ge kunst Bolzano, Foto aneres,2015

Olivia Plender, Many Maids Make Much Noise, Exhibition view at ar/ge kunst Bolzano, Foto aneres,2015

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Olivia Plender, Many Maids Make Much Noise, Exhibition view at ar/ge kunst Bolzano, Foto aneres,2015

Olivia Plender, Many Maids Make Much Noise, Exhibition view at ar/ge kunst Bolzano, Foto aneres,2015

Olivia Plender, Many Maids Make Much Noise, Exhibition view at ar/ge kunst Bolzano, Foto aneres,2015

Olivia Plender, Many Maids Make Much Noise, Exhibition view at ar/ge kunst Bolzano, Foto aneres,2015

Olivia Plender, Many Maids Make Much Noise, Exhibition view at ar/ge kunst Bolzano, Foto aneres,2015

Olivia Plender, Many Maids Make Much Noise, Exhibition view at ar/ge kunst Bolzano, Foto aneres,2015

Olivia Plender, Many Maids Make Much Noise, Exhibition view at ar/ge kunst Bolzano, Foto aneres,2015

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Olivia Plender, Many Maids Make Much Noise, Exhibition view at ar/ge kunst Bolzano, Foto aneres,2015

Olivia Plender, Many Maids Make Much Noise, Exhibition view at ar/ge kunst Bolzano, Foto aneres,2015

Olivia Plender, Many Maids Make Much Noise, Exhibition view at ar/ge kunst Bolzano, Foto aneres,2015

Olivia Plender, Many Maids Make Much Noise, Exhibition view at ar/ge kunst Bolzano, Foto aneres,2015

Olivia Plender, Many Maids Make Much Noise, Exhibition view at ar/ge kunst Bolzano, Foto aneres,2015

Olivia Plender, Many Maids Make Much Noise, Exhibition view at ar/ge kunst Bolzano, Foto aneres,2015

Mit der ersten italienischen Einzelausstellung der britischen Künstlerin Olivia Plender (1977) komplettiert ar/ge kunst sein Programm 2015, das der Reflexion seiner dreißigjährigen Aktivität als Kunstverein von Bolzano/Bozen sowie der Bedeutung des eigenen Namens (ar/ge als Arbeitsgemeinschaft) gewidmet ist.

Olivia Plender interessiert sich in ihrer Praxis für die Stimme als Material und Analysewerkzeug der Weisen, in denen Autorität und Machtbeziehungen entstehen und sich verfestigen können. Sie fragt vor allem nach der Bedeutung des Akts der öffentlichen Rede selbst, – wer genau sich legitimiert sieht, sie zu ergreifen und wer nicht, und wie sich diese Frage auf die Konstruktion und Narration von Geschichte auswirkt.

In Many Maids Make Much Noise setzt Plender ihre jüngeren Untersuchungen zur Geschichte der „Women’s Social and Political Union“ (WSPU), dem militanten Flügel der britischen Sufragettenbewegung fort, der im frühen 20. Jahrhundert für das Frauenwahlrecht kämpfte, – wobei sie Aspekte hervortreten lässt, die in der offiziellen Geschichtsschreibung als nebensächlich betrachtet werden, für die Genealogie des Kampfs für Bürgerrechte aber von zentraler Bedeutung sind.

Genauer, die Ausstellung bei ar/ge kunst kreist thematisch um Urania, einem 1915 von Sufragetten gegründeten Magazin, das bis 1940 fortbestehen sollte. Es war die erste britische Publikation mit einem kulturellen und politischen Diskurs zu Geschlechterfragen und den Forderungen von lesbischen und Schwulen Individuen und Gruppen. Die Namensgebung Urania bezieht sich auf eine bestimmte Idee von Utopia als dem Ort, wo Kategorien des ‘Männlichen’ und ‘Weiblichen’ nicht mehr existieren. Anfang des 20. Jahrhunderts bezeichneten sich Personen, die sozialen und sexuellen Normen nicht genau entsprachen, insofern sie auf Vorstellungen von ‘männlichem’ und ‘weiblichem’ Verhalten beruhten, häufig als Uranier/Urninge. Entsprechend war Urania eine Art Katalog von ‘gender troubles’ und feministischen Kämpfen; eine Sammlung von Artikeln, ausgeschnitten aus Zeitungen aus aller Welt und mit minimalem editorischen und analytischen Kommentar wiederveröffentlicht, die privat in einem weiten Netzwerk von Freunden und Unterstützer_innen verteilt wurden. Die Kommentare waren häufig unsigniert oder wurden unter einem kollektiv von mehreren Autor_innen zugleich genutzten Pseudonym veröffentlicht, was die Urania zu einer ‘Institution’ machte, die sich vermittels der Stimme einer genuin kollektiven Subjektivität konstituierte.

In einer Reihe von Postern, Spruchbändern sowie einer Soundarbeit, in der ihre eigene Stimme zum Einsatz kommt, re-editiert Olivia Plender Fragmente, Artikel, Statements und den Index von Urania (Star Dust Index), um einen textuellen Raum zu schaffen, der das Publikum zu einer ‘öffentlichen’ Lesung einlädt. Der Titel der Ausstellung entstammt einer Reihe von Stimmübungen, die die Künstlerin zur Wiederherstellung ihrer Stimme eingeübt hat und die in der Soundarbeit, in der sie diese mit einem Stimmtrainer probt, einmal mehr auftauchen. Plender war ursprünglich auf die Übungen gestoßen, als sie ihre Sprachfähigkeit nach einer Krankheit im Jahr 2013 verloren hatte, und wiederholte sie täglich im Laufe ihrer einjährigen Rehabilitation. In dieser Zeit begann sie über den anonymen Autor der Wörter und Phrasen zu spekulieren: ein Pflegemitarbeiter des behandelnden Krankenhauses, dessen Botschaften heimlich durch die Körper derjenigen verbreitet wurden, die da eine Stimme wiederzufinden versuchten. Verborgen zwischen den absurdesten ‘Nonsens’-Klängen gibt es Übungen, die sich auf jüngste Geschichte zu beziehen scheinen, wie etwa den Streik britischer Bergarbeiter in den 1980er Jahren, und Militanz ebenso wie den Akt des Sprechens selbst thematisieren – was es bedeutet, kollektiv ‘Krach zu machen’, um in der Öffentlichkeit Gehör zu finden.

In der Ausstellung durchdenkt Plender die Beziehung zwischen Ideologie und Institutionen ebenso wie die Weisen, in denen diese den Körper beeinflussen als dem Ort, wo Persönliches und Politisches koexistieren. In dieser polyphonen Ausstellungen, in der viele Stimmen hörbar werden, bleibt Olivia Plender der edukativen, formativen und emanzipativen Dimension der Handlungen jener ‘vielen Jungfrauen’ verpflichtet, die zusammenfanden, um ‘viel Lärm’ zu machen.

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Public Programme
Image: Daniel Salomon, The Politics of Fermentation, 2015

Spaces of Anticipation
Ein Symposium
20. – 21. November 2015

KEYNOTE

Roberto Poli (UNESCO Chair in Anticipatory Systems, Universität Trient)
Stephen Wright (Autor und Researcher, Collège International de Philosophie, Paris).

 

 

ROUNDTABLE – GESPRÄCH

Bar Project (Kuratoren Kollektiv, Barcelona); Roberto Gigliotti (Professor UNIBZ, Bozen); Emanuele Guidi (Künstlerischer Leiter ar/ge kunst); Krüger & Pardeller, (Künstler, Wien); Lorenzo Sandoval, (Künstler und Kurator, Berlin); Manuel Segade (Kurator, Rotterdam).

 

 

PERFORMANCE

The Politics of Fermentation
Daniel Salomon (Künstler, Berlin)

 

Kuratiert von Lorenzo Sandoval und Emanuele Guidi

Anticipation
‘from past participle stem of anticipare: ante „before“ + capere „to take“
„to take care of ahead of time“’

Anticipate
‘1 Regard as probable; expect or predict.
1.1 Guess or be aware of (what will happen) and take action in order to be prepared.
1.2 Look forward to.
2 Act as a forerunner or precursor of.
2.1 Come or take place before (an event or process expected or scheduled for a later time).’

‘…If the last forty years have been marked by ‘posts’ (post-war, post-colonialism, postmodernism, post-communism), then today, at least, we seem to be in a period of anticipation – an era that museums of contemporary art can help us collectively to sense and understand.’

Das kommende Symposium bei ar/ge kunst ist die dritte Station des von Lorenzo Sandoval und Emanuele Guidi initiierten Forschungsprojekts Spaces of Anticipation. Das Projekt begann im Mai 2014 mit einem ersten Symposium am EACC in Castellón, gefolgt von der Research-Ausstellung Making Room – Spaces of Anticipation bei ar/ge kunst im Juni/Juli 2014.

Antizipation – als ‘Vorausblicken’ ebenso wie als ‘Entgegensehen’ – evoziert die Idee der Erwartung und des Begeistertseins von dem und von denen, die noch ausstehen. Sie verweist auf den Plan, Maßnahmen schon in der Gegenwart zu ergreifen, um auf potentielle Begegnungen vorbereitet zu sein. Antizipation wird somit selbst zu einem Untersuchungsgebiet, zu einem Feld, in dem man gegenwärtige Umstände analysiert, um auf kommende Ereignisse, Entwicklungen und Trends reagieren zu können. In ihren Anwendungen in Design, Architektur, Marketing und sogar im Politischen wird dabei das Publikum (als Nutzer_in, Teilnehmer_in und Konsument_in) zum Hauptgegenstand antizipatorischer Forschung.

Von diesen Überlegungen und Implikationen her untersucht das Projekt Spaces of Anticipation den vielschichtigen Begriff in seinem Bezug auf künstlerische und kulturelle Institutionen. Es schlägt mehrere Forschungslinien vor, die bei der Definition der Handlungsfelder hilfreich sind, in denen Institutionen arbeiten und mit ihren Öffentlichkeiten kommunizieren. Insofern wird der Begriff der Antizipation als konzeptuelles und sprachliches Werkzeug vorgeschlagen, als Basis, von der aus sich die Forschungen entfalten und um die sich verschiedene Positionen in der Diskussion institutioneller Modelle, Praktiken und Haltungen versammeln können.

Das Symposium führt diverse Mitwirkende zueinander: Künster_innen, Kurator_innen und Researcher_innen, die in ihren eigenen Praktiken und Investigationen die Grammatik des Ausstellungsmachens erweitern, indem sie dasselbe mit anderen Formaten der (kollektiven) Wissensproduktion und -distribution verknüpfen. Entsprechend ist ihre besondere Aufmerksamkeit für Formen der Mündlichkeit und Erzählerschaft, für Praktiken der Sorge und Gastfreundschaft sowie für Politiken der Zeit und des Ausstellens zentral für die Diskussion der Beziehungs- und Austauschformen, die sich durch und in Institutionen etablieren lassen.

The Politics of Fermentation
Performance von Daniel Salomon

Daniel Salomon’s Beitrag zum Symposium ist eine partizipative und ganz und gar handfeste Sauerkraut-Performance. Er schreibt dazu: „Fermentation konserviert Nahrungsmittel, ist gesund, spart Energie und schmeckt hervorragend. Unabhängig aber von all diesen Vorteilen schätze ich die Fermentation, weil ich sie als eine unerschöpfliche Quelle von Metaphern dafür ansehe, wie man auf neuartige Weisen mit der Welt in Kontakt treten kann. In mikroskopischer Dimension interagieren Bakterien und Pilze, durchlaufen eine Co-Evolution, tauschen DNA aus, konkurrieren, sterben, ernähren sich von den organischen Überresten der anderen usw., alles gemäß ihrer komplexen Umwelt. Das Fermentieren von Nahrungsmitteln ist viel eher eine Kollaboration mit anderen Spezies (Bakterien und Pilze) als ein Prozess, den wir vollständig kontrollieren würden. Angewandt auf die Idee der Antizipation möchte ich die Sauerkrautherstellung als maßgebliches Paradigma vorschlagen für eine pragmatische und bescheidene Haltung dazu, wie wir unsere Umwelt beeinflussen können.“

Das Symposium findet im Rahmen von Ingrid Hora’s Ausstellung „der Grillentöter/L’ammazzagrilli“ statt und fällt mit deren Finissage zusammen.

Mit der freundlichen Unterstützung von Acción Cultural Española (AC/E)

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Public Programme
Quote from a participant of The Walking Reading Group, London, 2014. Design: Ben Dunmore

The Walking Reading Group on Participation
21. Oktober 2015

18:30 – 20:30 Uhr

 

Treffpunkt:
ar/ge kunst
Museumstr. 29
39100 Bozen

Für diese Edition erforscht The Walking Reading Group die Struktur in der Partizipation – sei es innerhalb einer Gruppe, Zeit oder Raum – mit Texten von Michael Ende, Jo Freeman und Thomas More (im Anhang: TWRG).

The Walking Reading Group, 2013 initiiert von Lydia Ashman, Ania Bas, Simone Mair, ist ein Projekt, das sich mit Wissensaustausch auf intime und dynamische Art und Weise befasst. Im Gegensatz zu einer traditionellen Lesegruppe, wo die Teilnehmer gemeinsam an einem Tisch sitzen und über Texte diskutieren, lädt The Walking Reading Group ein, dasselbe während eines Spazierganges zu machen. Der Tisch wird durch die Straße ersetzt und die dominante Stimme wird von den vielen Meinungen übertönt. Die ausgewählten Texte, die in Disziplin und Format variieren, sind die Basis des Austausches. Die Teilnahme bitte wenn möglich innerhalb 18 Oktober bei info@argekunst.it bestätigen.

Das Projekt findet parallel in drei Städten statt und wird in Zusammenarbeit mit Histeria Kolektiboa Isabel Verdet Peris, Zaramari (Bilbao), The Feminist Library (London) und ar/ge kunst (Bozen) realisiert. Unterstützt wird das Projekt von Eremuak, Bilbao.

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Public Programme
What It Means To Win, Poster, Brave New Alps and Paolo Plotegher, photo by aneres

Was es heisst zu gewinnen
10. Oktober 2015

Workshop III

 

Ein Workshop mit Brave New Alps, Paolo Plotegher und Simone Mair

Wir freuen uns Euch, zum dritten und letzten Workshop Was es heisst zu gewinnen einzuladen. Nachdem wir uns in den ersten Ausgaben mit dem Experimentieren und Hinterfragen von Grenzen, Konflikten und Möglichkeiten eines Territoriums und dessen zeitgenössichen kulturellen Institutionen auseinandergesetzt haben, betrachten wir diesmal die Situation durch eine erweiterte ökologische Perspektive, welche die Interkonnektivität des Menschen und “mehr-als-menschlichen” zur Grundlage hat.

Das Treffen findet am Samstag, 10. Oktober von 11 bis 17 Uhr in der ar/ge kunst statt. Ausgehend von der Galerie, werden wir in einem Stadtspaziergang auf der Grundlage des Textes im Anhang und des Artikels über die Verbindung von Ökologie und Wirtschaft diskutieren.

Dieser erweiterte ökologische Blickpunkt wird auch im zweiten Teil des Workshops beibehalten und durch die Anwendung bestimmter Techniken des Theaters der Unterdrückten von Augusto Boal auf aktuelle Themen und Notwendigkeiten vor Ort bezogen. Daraus entstandene Reflexionen werden abschliessend durch eine gemeinsame Intervention im Stadtraum sichtbar gemacht.

Könnte die Zusammenarbeit und die Erkennung einer Interkonnektivität zwischen Humanem und “mehr-als-humanem” gewinnen bedeuten?

Liebe Grüsse,
Paolo Plotegher, Brave New Alps, Simone Mair

Bitte melde Deine Teilnahme am Workshop wenn möglich bis innerhalb 06.10.2015 an: info@argekunst.it

Hinweis: Der beigefügte Text ist im Moment nur in Englischer Sprache erhältlich. Am Tag des Workshops werden Auszüge in italienischer und deutscher Übersetzung zur Verfügung stehen.

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News

Oliver Laric erhält den Paul Flora Preis 2015


Die ar/ge kunst freut sich mitzuteilen, dass der Künstler Oliver Laric mit dem Paul Flora Preis 2015 des Landes Tirols und Südtirols ausgezeichnet wird.

Die ar/ge kunst hat die erste italienische Einzelausstellung von Oliver Laric zwischen dem 28. November und dem 24. Jänner 2015 gezeigt. Die Ausstellung war eine Koproduktion mit dem New Museum in New York.

Weitere Informationen:
http://www.provinz.bz.it/kulturabteilung/kultur/3903.asp

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News

“Die Unbequeme Wissenschaft / The Uncomfortable Science“ im Museum BPS22, Belgien


Die Unbequeme Wissenschaft / The Uncomfortable Science von Gareth Kennedy wird im Musuem BPS22 in Charleroi, als Teil der Ausstellung The World Upside Down (anlässlich der Kulturhauptstadt Mons 2015) präsentiert.

Eröffnung: 25.09.2105
The World Upside Down
26.09.2015 – 31.01.2016

Stubendesign von Harry Thaler
In Zusammenarbeit mit Kofler Deplau, St. Felix am Nonsberg

Weitere Informationen:
http://www.bps22.be/en/Exhibitions/The-Worlds-Turned-Upside-Down

Die Unbequeme Wissenschaft / The Uncomfortable Science ist die Erkundung der belasteten Geschichte von Folklore und visueller Anthropologie in Südtirol. Das Projekt ist das Ergebnis von Recherchen, die der irische Künstler Gareth Kennedy im Rahmen des ersten Einjährigen Forschungsprojektes bei ar/ge kunst unternommen hat und das vom 19. September bis 15. November 2014 in den Räumlichkeiten der ar/ge kunst gezeigt worden ist.

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Ausstellungen
grillentöter cicrcle

You play this game, which is said to hail from China.
And I tell you that what Paris needs right now is to welcome that which comes from far away.
(Der Grillentöter / L’Ammazzagrilli)
11. September – 21. November 2015

INGRID HORA

 

Choreografiert von Claudia Tomasi

 

ERÖFFNUNG
11. September, 19 Uhr

 

Die Performance beginnt um Punkt 19 Uhr.

 

Kuratiert von Emanuele Guidi

Ingrid Hora, Der Grillentöter, exhibition view, 2015, photo by aneres

Ingrid Hora, Der Grillentöter, exhibition view, 2015, photo by aneres

Ingrid Hora, Der Grillentöter, exhibition view, 2015, photo by aneres

Ingrid Hora, Der Grillentöter, exhibition view, 2015, photo by aneres

Ingrid Hora, Der Grillentöter, documentation of the performance, 2015, photo by Tiberio Sorvillo - visualite

Ingrid Hora, Der Grillentöter, documentation of the performance, 2015, photo by Tiberio Sorvillo – visualite

Ingrid Hora, Der Grillentöter, documentation of the performance, 2015, photo by Tiberio Sorvillo - visualite

Ingrid Hora, Der Grillentöter, documentation of the performance, 2015, photo by Tiberio Sorvillo – visualite

Ingrid Hora, Der Grillentöter, documentation of the performance, 2015, photo by Tiberio Sorvillo - visualite

Ingrid Hora, Der Grillentöter, documentation of the performance, 2015, photo by Tiberio Sorvillo – visualite

Ingrid Hora, Der Grillentöter, documentation of the performance, 2015, photo by Tiberio Sorvillo - visualite

Ingrid Hora, Der Grillentöter, documentation of the performance, 2015, photo by Tiberio Sorvillo – visualite

Ingrid Hora, Der Grillentöter, documentation of the performance, 2015, photo by Tiberio Sorvillo - visualite

Ingrid Hora, Der Grillentöter, documentation of the performance, 2015, photo by Tiberio Sorvillo – visualite

Ingrid Hora, Der Grillentöter, documentation of the performance, 2015, photo by Tiberio Sorvillo - visualite

Ingrid Hora, Der Grillentöter, documentation of the performance, 2015, photo by Tiberio Sorvillo – visualite

Ingrid Hora, Der Grillentöter, documentation of the performance, 2015, photo by Tiberio Sorvillo - visualite

Ingrid Hora, Der Grillentöter, documentation of the performance, 2015, photo by Tiberio Sorvillo – visualite

Ingrid Hora, Der Grillentöter, documentation of the performance, 2015, photo by Tiberio Sorvillo - visualite

Ingrid Hora, Der Grillentöter, documentation of the performance, 2015, photo by Tiberio Sorvillo – visualite

Ingrid Hora, Der Grillentöter, documentation of the performance, 2015, photo by Tiberio Sorvillo - visualite

Ingrid Hora, Der Grillentöter, documentation of the performance, 2015, photo by Tiberio Sorvillo – visualite

Ingrid Hora, Der Grillentöter, documentation of the performance, 2015, photo by Tiberio Sorvillo - visualite

Ingrid Hora, Der Grillentöter, documentation of the performance, 2015, photo by Tiberio Sorvillo – visualite

Ingrid Hora, Der Grillentöter, documentation of the performance, 2015, photo by Tiberio Sorvillo - visualite

Ingrid Hora, Der Grillentöter, documentation of the performance, 2015, photo by Tiberio Sorvillo – visualite

Mit dem Ausstellungsprojekt der Künstlerin Ingrid Hora setzt ar/ge kunst die Reflexion über seine dreißigjährige Tätigkeit als Kunstverein in Bolzano / Bozen und die Bedeutungen seines Namens (ar/ge kunst als Arbeits-Gemeinschaft) fort.
You play this game, which is said to hail from China. And I tell you that what Paris needs right now is to welcome that which comes from far away. (Der Grillentöter / L’Ammazzagrilli) ist die erste Phase von Recherchen, die Hora unter dem Stichwort der freizeyt unternimmt und die sich auf „Freizeit“ als einen Schlüsselbegriff richten, mittels dessen sich in der Gesellschaft operative, sie regulierende Formen von Kollaboration und Organisation beobachten und erkunden lassen.

Vor dem Hintergrund des fortschreitenden Verschwindens der Unterscheidung von Arbeitszeit und Freizeit im Semio-Kapitalismus folgt Ingrid Hora einer Reihe von historischen Referenzen, an denen kenntlich wird, wie das Management von Freizeit unter dem Gesichtspunkt ihrer „Produktivität“ in der Moderne entsteht. Hora untersucht jene Institutionen und Assoziationsformen, die sich im frühen 19. Jahrhundert in Europa (überwiegend Mitteleuropa) auszubreiten beginnen und die von den modernen Staaten gefördert werden, auf dass Menschen sich auch außerhalb ihrer Arbeitszeiten begegnen mögen. Verein (und daher: Kunstverein), Schrebergarten und Turnplatz [1] rücken in den Fokus der Künstlerin aufgrund der von ihnen je eröffneten Möglichkeiten, den kulturellen und Erholungsaspekt mit bürgerlichen, politischen und Bildungsaspekten zu kombinieren.

Zugleich interessiert sich Ingrid Hora für ein Detailphänomen, das man in dieser Zeit in Europa beobachtet: die Verbreitung des aus China importierten Tangrams, einer Art Zeitvertreib, der darin besteht, aus sieben in einer geometrischen Ausgangsformation zusammenliegenden Elementen tausende mögliche abstrakte oder figurative Formen zu bilden. Der Ausstellungstitel zitiert eine Vignette auf einer der zeitgenössischen Schachtelvarianten dieses Spiels, die die Notwendigkeit vermittelt, sich für verschiedene Perspektiven auf Möglichkeiten des „Zeit Verbringens“ zu öffnen. Wie als Antwort auf den Appell lässt Ingrid Hora all jene scheinbar unverbundenen Elemente zusammenkommen und entwickelt eine persönliche Grammatik im Sinne einer Migration von Formen und Perspektiven.

Raum und Zeit der Ausstellung werden in sieben Skulpturen artikuliert, die als Übersetzungen von Sportgeräten sowie des Tangrams selbst erscheinen und ein womöglich aufführbares und funktionierendes „Gymnasium“ ins Werk setzen, in dem zumal zwei Videoarbeiten und eine Performance gezeigt werden (letztere wurde in Zusammenarbeit mit der Choreografin Claudia Tomasi und dem Männerchor von Völs am Schlern in Südtirol realisiert).
Scheint dieses Setting einerseits das Training kollektiver Leibesübungen zu begünstigen, impliziert es zugleich eine ‘Logik der Konkurrenz’, die sich, so der deutsche Soziologe Hartmut Rose in seinem Buch Beschleunigung und Entfremdung, in Sport und Wirtschaft gleichermaßen ausspielt.
Nach der ersten Station in der ar/ge kunst wird die Ausstellung im DAZ – Deutsches Architektur Zentrum in Berlin gezeigt (01.12.2015- 14.02.2016).
Ingrid Horas Forschungsprojekt „Freizeyt“ entsteht in Zusammenarbeit mit ar/ge kunst und DAZ.
Mit freundlicher Unterstützung von:
Autonome Provinz Südtirol,
Abteilung Kultur
 Autonome Region Trentino Südtirol,
Stadtgemeinde Bozen,
Barth – building interior architecture,
Stiftung Südtiroler Sparkasse
Ein besonderer Dank geht an:
Männerchor von Völs am Schlern
Ivo Barth

———————————-
[1] Die Entstehung des Schrebergartens lässt sich auf die Forschungen des deutschen Pädagogen Daniel Gottlieb Moritz Schreber (1808-1861) zurückführen; der erste Turnplatz wurde 1811 von Friedrich Ludwig Jahn im Berliner Volkspark Hasenheide eröffnet.

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News
Bassin ouvert, Clémence Seilles, Installation view, photo by aneres

summer break


ar/ge kunst bleibt vom 4. August bis zum 11. September 2015 geschlossen.
Wir wünschen einen schönen Sommer und sehen uns im September wieder mit:
Ingrid Hora
Ligna
Can Altay

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Public Programme

Die Grosse Verweigerung
Ligna
23 September 2015, 20:30 Uhr

Performance
In Zusammenarbeit mit Festival Transart

 

bei:
Ex-ELECTRONIA
Schlachthofstr. 38
39100 Bozen

Reservierung erforderlich
info@transart.it & 0471 673070

 

Das Künstlerkollektiv LIGNA, gegründet 1997 von den Performancekünstlern und Radio-Aktivisten Ole Frahm, Michael Hueners und Torsten Michaelson, setzt eine Vision in Szene, eine mögliche Europäische Geschichte, die nie stattgefunden hat.
Im August 1914 war ein Kongress der Zweiten Sozialistischen Internationale in Wien geplant, um auf den sich abzeichnenden Kriegsbeginn mit einem europaweiten Generalstreik reagieren zu können. Ein Streik, so die faszinierende Hoffung aller Beteiligten, ließe die Infrastruktur des Krieges in allen Ländern sofort zusammenbrechen. Der Kongress fand nicht statt. Der Krieg kam dem Generalstreik zuvor, die Sozialisten blieben in ihren Heimatländern. Was wäre gewesen, wenn die Vision eines europaweiten Generalstreiks wahr geworden wäre? Wenn der vermeintlich schicksalhafte Lauf der Dinge ausgesetzt worden wäre? Wenn die Anrufung durch die nationale Identität von einer internationalen Verweigerung zum Schweigen gebracht worden wäre? Was bedeutet ein derart radikaler Akt für das, was wir „das Politische“ nennen? Würden wir, hätte der Generalstreik Erfolg gehabt, in Zeiten leben, in denen uns die nationale Identifikation als Zumutung aus ferner Vergangenheit erschiene? Und: Wie ist eine solche Verweigerung, eine solche Vision heute vorstellbar? Die große Verweigerung ist das Reenactment fiktiver Geschichte mit unsicherem Ausgang. Kommt ins Pädagogium der großen Verweigerung!

Die große Verweigerung“ ist das Ergebnis von Forschungsaufenthalten in Bozen, Bologna, Genua und Reggio Emilia im April 2015.

In deutscher und italienischer Sprache


Künstlerische Koordination und Produktion:
Elena Basteri; Emanuele Guidi; Elisa Ricci
Verwaltungskoordinierung: Verena Rastner (ar/ge kunst, Bolzano/Bozen)
Übersetzung: Elena Basteri, Elisa Ricci

Produktionspartner: ar/ge kunst Bolzano / Bozen, Festival Transart Bolzano / Bozen, Santarcangelo 2015 Festival Internazionale del Teatro in Piazza; On; Fondazione Luzzati – Teatro della Tosse; Teatro Stabile dell’Umbria / Terni Festival

Produziert in Zusammenarbeit mit: Goethe – Institut Mailand, Goethe – Institut Genua, Nationales Performance Netz (NPN) International Guest Performance Fund for Dance
Forschungsaufenthalte unterstützt von: Goethe – Institut e.V.

Ligna bedankt sich bei: Franco Berardi Bifo; Max Herold; Hans Heiss; Marco Marzi; Sandro Mezzadra; Cecilia Muraro; Hannes Obermair; Matteo Pasquinelli; Mirko Saltori; Sebastiano Tringali; Cecilia Troiano; Oswald Überegger.

Tour:

Festival Santarcangelo dei Teatri, 10. Juli 2015 (National Premiere)

Festival Transart und ar/ge kunst, 23. September 2015

Terni Festival Internazionale della creazione contemporanea, 20. September 2015

Teatro della Tosse, Genova, 26./27. November 2015

http://ligna.blogspot.it/

Loghi Ligna

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Public Programme
Studio Practice: On the Act of Reading / Valentina Desideri

Studio Practice:
On the Act of Reading

Valentina Desideri
2-3-4 Juli 2015, 14:00 - 20:00 Uhr

In Zusammenarbeit mit der Philosophin DENISE FERREIRA DA SILVA und  den Choreographinnen JENNIFER LACEY, CRISTINA RIZZO und MARA CASSIANI

Liebe/r Leser/in,

Du bist eingeladen an Studio Practice: On the Act of Reading teilzunehmen. Das Studio ist am 2., 3. und 4. Juli 2015 jeweils von 14-20 Uhr geöffnet. Du kannst darin verweilen so lange oder so kurz du möchtest.

Valentina, Denise, Jennifer, Cristina und Mara werden sich beim Studieren und im Studio zur eingehenderen Betrachtung des Lesevorgangs einfinden.

Gemeinsam tauschen wir uns über verschiedene Praktiken wie Tanz, Heilpraktiken (sowohl fingierte als auch echt), Philosophie, Astrologie, Schreiben und Unterrichten aus.
Wir betrachten jede dieser Aktivitäten als eine Art des Lesens. Aber auch das Lesen als solches erfolgt ständig. Wir alle lesen permanent Texte, Bilder, Situationen, Ausdrücke, Körper, Räume und ein Großteil unseres Verstehens baut auf diesem unmittelbaren Lesen auf.
Jede Form des Lesens erzeugt ein Bild und stellt bereits eine Anordnung und Repräsentation dessen dar, was gelesen wird. Diese Herangehensweise an das Lesen als Bildproduktion lehnt sich an Walter Benjamins Schriften über das Lesen und das Bild als Ausdrucksformen an, welche die Intuition jenem Wissen und Sein vorzieht welches auf Reflexion, Verständnis und Erkenntnis fußt.
Wir laden dich in dieses Studio mit einer bewusst wagen Methodologie ein, welche wir Studio Practice nennen und die auf die Tätigkeit im Studio, wie auch auf das Studieren an sich Bezug nimmt.
Wenn wir das Studieren als eine Tätigkeit mit anderen betrachten – eine Art und Weise des Erlernens aus der andere Formen des Zusammenlebens hervorgehen und umgekehrt- dann ist das Studio nicht nur ein Ort in dem wir studieren/lernen, sondern auch ein Ort, der dank seiner spezifischen Beschaffenheit das Studieren erst ermöglicht.
Das von uns gemeinte Studio ist das Tanzstudio in dem die vielfältigsten ausgesprochen oder einfach vorgeführten Vorschläge aufeinander folgen und durch Körper und Dimensionen (physische, intellektuelle, emotionale, spirituelle) wandern. Im Studio lassen wir uns auf eine Abfolge von Aktionen, Stille, Diskussionen, Versuchen, Banalitäten, Konflikten, Aufregungen ein. Mit anderen Worten: Wir lassen uns ein auf die besondere Art und Weise des „zusammen seins“, welches das Studieren bedeutet.
Wir gehen davon aus, dass niemand von uns weiß was Studieren für eine Bedeutung annehmen könnte und laden dich ins Studio ein, um dort Zeit zu verbringen beim Lesen, Sprechen, Schauen, Zuhören, Treffen, sich Langweilen, dabei interessiert und angeregt zu werden, Material zu sammeln rund um das Lesen und allen möglichen Fragestellungen, die sich bieten nachzugehen.

Gerne kannst du auch ein “Ding” mitbringen, welches du lesen möchtest, ein Buch, einen Brief, ein Objekt, eine Bewegung, deine Hände…
Wir hoffen auf dein Kommen,

Valentina, Denise, Jennifer, Cristina und Mara


Studio Practice: On the Act of Reading
ist eine drei tägige Veranstaltung organisiert von Valentina Desideri in Zusammenarbeit mit Denise Ferreira de Silva, Jennifer Lacey, Cristina Rizzo und Mara Cassiani.

Studio Practice: On the Act of Reading findet in der Ausstellung Bassin ouvert von der Französischen Designerin und Künstlerin Clémence Seilles (bis 1. August 2015) statt.

Ko-produziert mit Bolzano Danza | Tanz Bozen.

Vielen Dank an das Museion für die Teilnahme von Cristina Rizzo.

Studio Practice: On the Act of Reading und Bassin ouvert sind Teil der Platform PIANO (Prepared Platform for Contemporary Art, Frankreich–Italien 2014-2016), die ihrerseits initiiert wurde von d.c.a (Association Française de Développement des Centres d’Art) in Zusammenarbeit mit dem Institut Français in Italien, der Französischen Botschaft in Italien; mit Unterstützung des französischen Ministeriums für auswärtige und internationale Entwicklung, des französischen Ministeriums für Kultur und Kommunikation und der Fondazione Nuovi Mecenati.

Stampa
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Public Programme
engaged anthropology

Angewandte Anthropologie
24 juni 2015, um 18 Uhr

Organisiert von EVAA – Ethnologischer Verein Südtirol, im Rahmen der Ausstellung Bassin ouvert von Clémence Seilles.

Die Veranstaltung ist der Angewandten Ethnologie gewidmet, die sich an sozialen und politischen Prozessen beteiligt.

Mit: Dorothy Zinn – Professorin an der FUB (Freie Universität Bozen), Elisabeth Tauber, Forscherin an der FUB und Monika Weissensteiner, Freiwillige des Flüchtlingsmonitoring.

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Public Programme
Can Altay_Poster_2015

RADICAL HOSPITALITY
CAN ALTAY
26. Mai - 14. Juni 2015

Eine Zusammenarbeit von ar/ge kunst & Lungomare

Im Rahmen der Langzeit-Residency mit Can Altay,kommt der türkische Künstler, der sich mit Themen der Stadt und speziell dem Virgl auseinandersetzt, für einen dritten Arbeitsaufenthalt nach Bozen. Für diese Zeit sind verschiedene Veranstaltungen geplant.

poster campaign
SOLCH TERRITORIALE ANSPRÜCHE VERWANDELN DAS RÄUMLICHE VORSTELLUNGSVERMÖGEN IN
(STUDIO VIRGOLO SECOND FRAGMENTS)

Zeit: 26. Mai 2015 – 14. Juni 2015
Ort: Bozen

Can Altays Projekt über den Bozner Hausberg Virgl setzt sich mit einer zweiten Serie von Fragmenten des Studio Virgolo fort.
Der Zeitungsartikel über die „Maulwurfsmenschen“ („Uomini come le talpe“) von 1948, die kurze Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg,
den damals noch unbefahrenen Tunnel durch den Virgl bewohnten, regt weiterhin die Vorstellung des Künstlers an.
„wer darf öffentlichen Raum beanspruchen, wer muss die Räume der Infrastruktur bewohnen? TUNNELBEWOHNER DER 40ER JAHRE.
DIE ZAHNRADBAHN FÄHRT NICHT MEHR. PARTIES IM EHEMALIGEN CLUBHAUS. KAUFHÄUSER UND FREIZEITPARKS. FLUCHTWEGE UND RÜCKZUGSORTE.“
Altay bespielt mehrere hundert Werbeflächen im Bozner Stadtraum mit einer Plakatserie, die unerfüllte Wünsche und nicht gehaltene Versprechen thematisiert: Wie Poster für einen immaginären Tourismus funktionieren sie als Infokampagne zu Themen, die am Abend des 12. Juni im Projektraum Lungomare öffentlich diskutiert werden.
Can Altay lenkt die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf den Virgl, da dieser als Einzelfall an spezifische Bedingungen gebunden ist und zugleich auf übergeordnete, gesellschaftlich bedeutende Fragen hinweist.

reading group

Zeit: 9. Juni 2015, 18.00 – 20.00 Uhr
Ort: Bahnhofspark, Bozen (bei Regen: Bar Jona, via Crispi)

Im dritten Kapitel von Rebellische Städte beschreibt der marxistische Geograph David Harvey das städtische Gemeingut als Ergebnis sozialer Beziehungen: Städtisches Gemeingut wird von Menschen, die in Städten leben, permanent produziert.
Gentrifizierung, d.h. der sozioökonomische Wandel von Stadtteilen, ist darauf ausgerichtet, aus der städtischen Vitalität Profit zu schlagen. Dieser Prozess wird oft beschönigend „Erneuerung“ genannt. Harvey bezeichnet Gentrifizierung als Privatisierung der städtischen Vitalität, die, oft von öffentlichen Institutionen eingeleitet, nur Wenigen zugute kommt.
Der vorliegende Text kann uns dabei helfen, vom viel beschworenen Gegensatz zwischen „Erneuerung“ und „Verfall“ Abstand zu nehmen. Denn der Prozess der Erneuerung ruft tatsächlich soziale Benachteiligung hervor. Die Lektüre des Texts lässt uns weiter den gegenwärtigen Ausverkauf von öffentlichen Grund und Gütern in Bozen weniger als lokales, sondern vielmehr als globales Phänomen verstehen.
Wie ist die Komplexität urbaner top-down Transformationen in Bozen zu begreifen und welche Möglichkeiten gibt es, das städtische Gemeingut, das wir, die Bewohner der Stadt, kontinuierlich produzieren, zurückzufordern?

(Den Text können Sie vorab bei Lungomare erfragen.)

panel discussion
WIDERSTREITENDE VORSTELLUNG VON RAUM (ENTWICKLUNG DES VIRGLS?)

Zeit 12. Juni 2015, 19:00 Uhr
Ort: Lungomare Rafensteinweg 12, Bozen

mit Stefano Novello, Michael Obrist, Huib Haye van der Werf

Orte wie der Bozner Hausberg Virgl werfen eine Reihe von Fragen auf, deren Beantwortung davon abhängt, wie wir uns die Zukunft unserer Städte vorstellen.
Diese Visionen sind meist von zwei gegensätzlichen Vorstellungen geprägt: von einer Einstellung, die auf den Erhalt von Raum und Struktur abzielt oder von einer neoliberalen Haltung, die der Privatisierung und Kommerzialisierung urbaner oder suburbaner Räume geschuldet ist. Diese beiden Fronten stehen sich heute, im Streit um städtischen Raum, meist kompromisslos gegenüber.
Die von Lungomare und ar/ge kunst organisierte Veranstaltung soll am Beispiel des Virgls gegebene Denkmodelle und konkrete Vorschläge zur Um/nutzung des Bozner Hausbergs zur Sprache bringen. Statt jedoch für eine der beiden oben genannten Haltungen zu argumentieren, begeben wir uns auf die Suche nach neuen Möglichkeiten der Nutzung des städtischen Raums. Dabei wird der Blick über die Besonderheiten des Virgls hinaus auf seine Bedeutung für die weitere Entwicklung von Infrastruktur (Tunnel) und die Räume und Aktivitäten in seiner Nähe gelenkt.
Die drei Vortragenden Stefano Novello (Architekt, Bozen), Michael Obrist/Feld72 (Architekt, Wien) und Huib Haye van der Werf (Künstlerischer Leiter Multiform Institute for Fine Art, Design and Reflection, Maastricht) werden zunächst unterschiedliche Perspektiven und Ideen für den Virgl präsentieren, bevor die Diskussion für das Publikum geöffnet wird.
Die Moderation übernimmt der Künstler Can Altay gemeinsam mit dem Kuratoren-Team.

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Ausstellungen

Bassin ouvert
Clémence Seilles
16. Mai – 1. August 2015

Eröffnung
15. Mai 2015, 19 Uhr

 

kuratiert von Emanuele Guidi

Bassin ouvert, Clémence Seilles, Installation view, photo by aneres

Bassin ouvert, Clémence Seilles, Installation view, photo by aneres

Bassin ouvert, Clémence Seilles, Installation view, photo by aneres

Bassin ouvert, Clémence Seilles, Installation view, photo by aneres

Clemence Seilles - argekunst web 05

Bassin ouvert, Clémence Seilles, Installation view, photo by aneres

Bassin ouvert, Clémence Seilles, Installation view, photo by aneres

Bassin ouvert, Clémence Seilles, Installation view, photo by aneres

Bassin ouvert, Clémence Seilles, Installation view, photo by aneres

Bassin ouvert, Clémence Seilles, Installation view, photo by aneres

Bassin ouvert, Clémence Seilles, Installation view, photo by aneres

Bassin ouvert, Clémence Seilles, Installation view, photo by aneres

Bassin ouvert, Clémence Seilles, Installation view, photo by aneres

Bassin ouvert, Clémence Seilles, Installation view, photo by aneres

Bassin ouvert, Clémence Seilles, Installation view, photo by aneres

Bassin ouvert, Clémence Seilles, Installation view, photo by aneres

ar/ge kunst freut sich auf die erste italienische Einzelausstellung der französischen Künstlerin und Designerin Clémence Seilles (*1984, lebt und arbeitet in Paris und Amsterdam). Das Projekt führt eine Serie von Präsentationen fort, im Rahmen derer Künstler/innen eingeladen wurden, anlässlich des 30. Jubiläums von ar/ge kunst und im Bewusstsein der kollektiven Dimension seiner Namensgebung, über das assoziative institutionelle Modell des Kunstvereins nachzudenken.

Ihre Anfänge im Produktdesign fortschreibend, erkundet Seilles’ künstlerische Praxis die Mittel, Materialien und expositiven Mechanismen, welche das Dispositiv der Kunstausstellung als Raum der Präsentation, Kommunikation und Legitimation abstecken. Während sie zuvor an den skulpturalen Qualitäten von Sockeln und Sitzen als tragenden Elementen und Kompositionsformen interessiert war, konzentrieren sich Seilles aktuelle Arbeiten auf die Erschaffung von Szenarien, die kollektive, produktive und performative Situationen ins Werk setzen. Vom Entwurf komplett möblierter und mit allen Accessoires ausgestatteter Salons bis hin zum Ausbau von Aufnahmestudios für unabhängige Musiker inklusive von Seilles selbst entworfener Musikinstrumente, sind diese Szenarien Mittel der Reflektion von sozialen Ritualen der Begegnung und des Ereignisses.

Bassin ouvert, Seilles Intervention in den Räumen von ar/ge kunst, erweitert das Terrain ihrer gegenwärtigen Erkundungen. Ein Bassin im eigentlichen Sinne ist ein künstliches Becken, das man überwiegend in mediterranen Ländern, in öffentlichen und privaten Höfen und Gärten vorfindet. In diesem Fall handelt es sich, wie der Titel andeutet, um ein ‚offenes‘ bauliches Element; es fungiert rein als Ornament ebenso wie als Brunnen, als Wasserquelle, oder als eine Art Spa und Wellness-Center. Seine eigentliche Intention verwirklicht sich aber in der Präsenz von Wasser, das hier eine assoziative, hybride und (re)generative Umgebung kreiert. Dieses ‚Objekt‘ suggeriert Funktionen und Operationsweisen, die von denen der Institution bewusst abweichen. Indem es sich im Laufe der Ausstellung von einer Szenografie in einen flexiblen Möglichkeitsraum verwandelt, wird das Bassin diverse Formen von Begegnung sowohl begünstigen wie reflexiv aufnehmen, insofern seine möglichen Gebräuche sich durch die dort zusammentreffenden Künstler/innen, Musiker/innen, Studenten/innen und Choreographen/innen immer wieder neu definieren.

Bassin ouvert mit einem Beitrag von Deborah Bowman, Laure Jaffuel, Theo Demans.

Clémence Seilles hat zur Eröffnung am 15. Mai die Künstler Estrid Lutz, Emile Mold und Theo Demans eingeladen, um die Performance An Extra Collision zu verwirklichen.

Save the Date

Am 2., 3., und 4., Juli wird die Künstlerin Valentina Desideri als Teil der aktuellen Ausstellung und in Zusammenarbeit mit der Philosophin Denise Ferreira da Silva sowie den Choreographinnen Jennifer Lacey, Cristina Rizzo und Mara Cassiani das Projekt Studio Practice: On the Act of Reading präsentieren.



Die Ausstellung Bassin ouvert ist Teil der Platform PIANO (Prepared Platform for Contemporary Art, Frankreich–Italien 2014-2016), die ihrerseits initiiert wurde von d.c.a (Association Française de Développement des Centres d’Art) in Zusammenarbeit mit dem Institut Français in Italien, der Französischen Botschaft in Italien; mit Unterstützung des französischen Ministeriums für auswärtige und internationale Entwicklung, des französischen Ministeriums für Kultur und Kommunikation und der Fondazione Nuovi Mecenati.

Studio Practice: On the Act of Reading ist eine Koproduktion mit dem Festival Bolzano Danza | Tanz Bozen.

Mit freundlicher Unterstützung von:
Autonome Provinz Bozen, Abteilung Kultur
Stadtgemeinde Bozen, Abteilung Kultur
Stiftung Südtiroler Sparkasse
Nuovi Menenati, nouveaux mécènes – Fondazione franco-italiana di sostegno alla creazione contemporanea.
Bolzano Danza | Tanz Bozen

Ein besonderer Dank geht an: Triangle, Marseilles

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Public Programme

ETHNO CAFÉ
FRUCHTBARKEITS RITEN JUGEND UND IDENTITÄT IN SÜDTIROL: Die Fallstudie in Stilfs Im Vinschgau
29. April 2015, 18 Uhr

Ethno Café organisiert von EVAA – Ethnologischer Verein Südtirol, im Rahmen der Reihe La Mia Scuola di Architettura*

Die Professorin Marta Villa, Dozentin für Kulturanthropologie an der Universität in Trient, wird ihre Studie über Identität, Landwirtschaft und Riten präsentieren

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Public Programme
Spatial Dispositions, Cover, 2015

Book Launch: Spatial Dispositions by Aldo Giannotti
28. April 2015, 19:30 Uhr

ar/ge kunst freut sich die Publikation Spatial Dispositions von Aldo Giannotti vorzustellen. Das beim Verlag für Moderne Kunst erschienene Künstlerbuch wurde im Rahmen der gleichnamigen Ausstellung produziert und ist das Ergebnis der Recherche Giannottis um ar/ge kunst.

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Public Programme
Can Altay, Such Claims on Territory, Installation view photo by Lungomare Bolzano/Bozen

Reading Group
27. April 2015, 18 - 20 Uhr

Ort: Kapuzinergarten Bozen
Im Rahmen von

RADICAL HOSPITALITY: SUCH CLAIMS ON TERRITORY,

Can Altay

 

Eine Zusammenarbeit von ar/ge kunst & Lungomare

 

Ausgehend von der Recherche, die wir gemeinsam mit unserem Gastkünstler Can Altay begonnen haben, laden wir Euch zu einem ersten Treffen innerhalb einer Diskussions- und Lesereihe im städtischen Raum ein. In dieser Reihe geht es um „kleine Gesten der territorialen Inanspruchnahmen; Auseinandersetzungen über die Vorstellung von Räumen; neoliberale Stadtpolitik und Widerstände gegen Vorherrschaften; Zeiten (Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft), die voneinander und vom Raum nicht trennbar sind“.
In unserem ersten Treffen besprechen wir Auszüge aus dem 1. Kapitel von Deleuzes und Guattaris Werk „Tausend Plateaus“, das dem „Rhizom“ gewidmet ist. Es lässt sich über den folgenden Link aus dem Internet herunterladen (italienische Version).

Unsere Veranstaltungsreihe beginnt mit einem anspruchsvollen Text, den wir nicht im Detail behandeln, sondern vielmehr als Mittel nutzen, um die städtische Realität neu zu lesen. Dabei werden wir uns von der Logik zweigleisiger Gegensätze und „Verzweigungen“ befreien, uns selbst an einer „rhizomatischen“ Herangehensweise versuchen und somit eine Komplexität zulassen, die vorgefertigte Kategorien übersteigt.

Alle Teilnehmer sind außerdem gebeten, einen oder mehrere Gegenstände mitzubringen und uns zu erklären, warum diese für Dringlichkeiten des städtischen Lebens stehen.

Wir schlagen vor, dass Ihr Euch bei der Vorbereitung des Textes auf die Seiten 45 bis 47 konzentriert. Sie handeln vom Unterschied zwischen neukartieren und nachzeichnen. Dieses Thema wird uns gemeinsam mit den mitgebrachten Objekten und möglichen Abschweifen dazu dienen, die Stadt Bozen – und vor allem die Bereiche um den Bahnhof – neu zu verstehen.

Das Treffen wird am nächsten Montag, 27. April, von 18.00-20.00 Uhr im Kapuzinerpark stattfinden („man beginnt immer von der Mitte heraus“ sagen Deleuze und Guattari).
Bei schlechtem Wetter treffen wir uns zunächst vor dem Theater und ziehen dann zu einem geschützten Platz weiter.

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Public Programme
What It Means To Win, Poster, Brave New Alps and Paolo Plotegher, photo by aneres

Was es heisst zu gewinnen
11. April 2015

Workshop II

 

mit Brave New Alps, Paolo Plotegher und Michael Schlauch

… ein Spiel, ein Wettbewerb, die Formulierung einer Strategie, … doch wer ist der Gegner, worum, warum und wofür soll gekämpft werden?

Ausgehend von einem Workshop, der im Juli 2014 bei ar/ge kunst stattgefunden hat, werden wir am Nachmittag des 11. April 2015, auch mit neuen Teilnehmern, anhand mehr oder weniger fiktiver Szenarien, das Innen und Außen von Kulturinstitutionen durchleuchten und dabei die Umgangsformen und Verhältnisse anvisieren, die unser Leben und unsere Leidenschaften befruchten könnten. Wir werden ein Rollenspiel durchführen und Handlungsstrategien entwickeln und mit einer Methode arbeiten, die auf die Prinzipien der Permakultur zurückgeht.

Melden Sie sich zum Workshop unter der Emailadresse info@argekunst.it an.

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Public Programme
Collective Curating from the Spatial Dispositions Series, Aldo Giannotti, ar/ge kunst, Bozen/Bolzano 2015

Collective Curating
aus der Reihe Räumliche Veranlagungen
Aldo Giannotti
26. März 2015

Veranstaltungsuhrzeit:
11:00-13:00 / 15:00-19:00

‘Things the audience would like to present in the exhibition space are drawn by the artist’ / ‘„Dinge, die das Publikum im Ausstellungsraum zeigen will, werden vom Künstler gezeichnet“ ist das Skript zur Zeichnung Collective Curating – eines der vielen Projekte, die in Aldo Giannottis Ausstellung Spatial Dispositions zusammentreffen und in ihr gemäß diverser Zeitlichkeiten aktiviert werden.

Am 26. März wird der Künstler ganztägig in den Räumen von ar/ge kunst anwesend sein und alle persönlich treffen, die dort, wie es im Text heißt, ‘Dinge’ ihrer Wahl präsentieren möchten. Mittels dieser Aktivierung erkundet Giannotti die Idee der Ausstellung als ‘theatre of things’ – Theater der Dinge, die sich durch den Akt des Erzählens im Raum immer weiter sammeln und vermehren.

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Ausstellungen
Aldo Giannotti, Spatial Dispositions, 2014

Räumliche Veranlagungen
Aldo Giannotti
7. Februar - 30. April 2015

Eröffnung: 7. Februar, 19 Uhr

 

„disposition: 1) a person’s inherent qualities of mind and character; an inclination or tendency to  behave in a particular way; 2) the way in which something is placed or arranged; […].„

A Space Containing Itself,  from the Spatial Dispositions Series, Aldo Giannotti, ar/ge kunst, Bozen/Bolzano 2015 photo aneres

A Space Containing Itself, from the Spatial Dispositions Series, Aldo Giannotti, ar/ge kunst, Bozen/Bolzano 2015
photo aneres


A Space Containing Itself,  from the Spatial Dispositions Series, Installation View, Aldo Giannotti, ar/ge kunst, Bozen/Bolzano 2015 photo aneres

A Space Containing Itself, from the Spatial Dispositions Series, Installation View, Aldo Giannotti, ar/ge kunst, Bozen/Bolzano 2015
photo aneres

Spatial Dispositions, Aldo Giannotti, Installation View, ar/ge kunst, Bozen/Bolzano 2015 photo aneres

Spatial Dispositions, Aldo Giannotti, Installation View, ar/ge kunst, Bozen/Bolzano 2015
photo aneres

Tracing Categories,  from the Spatial Dispositions Series, Aldo Giannotti, ar/ge kunst, Bozen/Bolzano 2015 photo aneres

Tracing Categories, from the Spatial Dispositions Series, Aldo Giannotti, ar/ge kunst, Bozen/Bolzano 2015
photo aneres

Tracing Categories from the Spatial Dispositions Series, Aldo Giannotti, ar/ge kunst, Bozen/Bolzano 2015 photo aneres

Tracing Categories from the Spatial Dispositions Series, Aldo Giannotti, ar/ge kunst, Bozen/Bolzano 2015
photo aneres

Tracing Categories from the Spatial Dispositions Series, Aldo Giannotti, ar/ge kunst, Bozen/Bolzano 2015 photo Aldo Giannotti

Tracing Categories from the Spatial Dispositions Series, Aldo Giannotti, ar/ge kunst, Bozen/Bolzano 2015
photo Aldo Giannotti

Arbeitsgemeinschaft - The Changing Space,  from the Spatial Dispositions Series, Aldo Giannotti, ar/ge kunst, Bozen/Bolzano 2015 photo aneres

Arbeitsgemeinschaft – The Changing Space, from the Spatial Dispositions Series, Aldo Giannotti, ar/ge kunst, Bozen/Bolzano 2015
photo aneres

Tracing Categories from the Spatial Dispositions Series, Aldo Giannotti, ar/ge kunst, Bozen/Bolzano 2015 photo aneres

Tracing Categories from the Spatial Dispositions Series, Aldo Giannotti, ar/ge kunst, Bozen/Bolzano 2015
photo aneres

Collective Curating from the Spatial Dispositions Series, Aldo Giannotti, ar/ge kunst, Bozen/Bolzano 2015

Collective Curating from the Spatial Dispositions Series, Aldo Giannotti, ar/ge kunst, Bozen/Bolzano 2015

The History of Management,  from the Spatial Dispositions Series, Aldo Giannotti, ar/ge kunst, Bozen/Bolzano 2015 photo aneres

The History of Management, from the Spatial Dispositions Series, Aldo Giannotti, ar/ge kunst, Bozen/Bolzano 2015
photo aneres

The Budget,  from the Spatial Dispositions Series, Aldo Giannotti, ar/ge kunst, Bozen/Bolzano 2015 photo aneres

The Budget, from the Spatial Dispositions Series, Aldo Giannotti, ar/ge kunst, Bozen/Bolzano 2015
photo aneres


Spatial Dispositions, Installation View, Aldo Giannotti, ar/ge kunst, Bozen/Bolzano 2015 photo aneres

Spatial Dispositions, Installation View, Aldo Giannotti, ar/ge kunst, Bozen/Bolzano 2015
photo aneres

Spatial Dispositions, Installation View, Aldo Giannotti, ar/ge kunst, Bozen/Bolzano 2015 photo aneres

Spatial Dispositions, Installation View, Aldo Giannotti, ar/ge kunst, Bozen/Bolzano 2015
photo aneres

ar/ge kunst, gegründet im Jahr 1985, feiert 2015 sein 30-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass widmet sich das gesamte diesjährige Programm einer kritischen Reflexion der Geschichte von ar/ge kunst und des Modells Kunstverein, an dem sich die Institution von Beginn an ausgerichtet hat.

Vermittelt durch die diversen Praktiken der eingeladenen KünstlerInnen wird sich dieser Prozess der Selbstuntersuchung auf die Ausstellung als eine Form von Research, Produktion, Kollaboration und Restitution konzentrieren; damit entsteht ein besonderer Raum und eine Zeit, in denen sich die Reziprozität und gegenseitige Beeinflussung von Ausstellungen und Begleitprogramm aus öffentlichen Diskussion, Workshops und Performances voll entfalten kann.

Das erste Ausstellungsprojekt von 2015 trägt den Titel Spatial Dispositions (Räumliche Veranlagungen) und zeigt Arbeiten von Aldo Giannotti (*1977, lebt und arbeitet in Wien). Die Schau präsentiert eine fortschreitende Recherche über ar/ge kunst selbst. Ausgehend von der Betrachtung des planimetrischen und architektonischen Raums untersucht Giannotti das weitläufige Netz von Beziehungen, die ar/ge kunst als institutionellen Ort definieren und immer wieder verändern. Dessen Geschichte und ökonomische Grundlagen, das Leitbild und die Ambitionen, die Verantwortung gegenüber Mitgliedern und Öffentlichkeit sowie das Verhältnis zu dem kulturellen und politischen Kontext, in dem ar/ge kunst sich bewegt, werden in installativen und performativen Projekten thematisiert.

Giannottis Beitrag umfasst eine „programmatische“ Serie von Ideen, die in Form konzeptueller Zeichnungen präsentiert werden. Aus ihnen ergibt sich eine Kartographie, die ständig erweitert wird durch Untersuchungen und Dialoge mit den BesucherInnen und mit Personen, die in den letzten 30 Jahren am Aufbau von ar/ge kunst mitgewirkt haben, – sei es im Team, als Mitglieder des Kunstvereins oder als Teil der Öffentlichkeit. Die Zeichnung war für Giannotti immer ein Medium, das der Ausarbeitung seiner Projekte diente. In dieser Ausstellung allerdings wird sie zum Instrument, das es erlaubt, imaginative und antizipative Praktiken freizusetzen und daraus eine Vielzahl von möglichen Interventionen und „Ausstellungen“ zu sammeln: Ideen, die wie Kommentare, Kritik und Beiträge funktionieren und den Raum immer wieder umgestalten. Spatial Dispositions verfolgt somit einen Ansatz, die Institution als lesbares und veränderbares System zu betrachten – und zwar im Sinne der zwei Bedeutungen des Wortes „Disposition“, das auf bestehende Qualitäten, Tendenzen und Verhaltensmuster von Subjekten ebenso zielt wie auf die mögliche Anordnung, Organisation und Verteilung von Objekten im Raum.

In diesem Sinne unternimmt Giannotti eine laufende Verschiebung dessen, was man den „Aufforderungscharakter“ von Institutionen nennen könnte und was sich meist der direkten Wahrnehmung entzieht: die den sozialen Umwelten eingeschriebenen Formen oder Designs, durch die bestimmte Gebrauchs- und Handlungsmöglichkeiten vorgezeichnet und nahegelegt werden. arge/kunst wird sichtbar als ein Objekt/Subjekt, das in Reaktion auf die aktuellen oder potentiellen Kontexte, in die es sich einschaltet, eine Vielzahl ganz verschiedener Rollen und Funktionen ausübt.

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Public Programme
Andreas Pichler, My 3 Peaks, video still, 2005

Wie eine erste Liebe
Andreas Pichler
(Ita) 27 Genniao, ore 19

La Mia Scuola di Architettura*

Ar/ge kunst eröffnet das Programm von 2015 mit einer Präsentation von Andreas Pichler (1967, Bozen).
Der Regisseur präsentiert eine Einführung in seine Arbeitsweise, in der er den Schwerpunkt auf die Rolle der Landschaft, insbesondere die in Südtirol, legt. Durch eine Kombination von Filmmaterial und Erzählung reflektiert Pichler über die Beziehungen von Ort – Gemeinschaft – Erzählung in seinem Werk.

Andreas Pichler ist ein Regisseur und Verfasser von zahlreichen Dokumentarfilmen in Italien, Deutschland, Österreich und Frankreich, die unter anderem von ARTE, RAI Cinema, ZDF und ORF koproduziert wurden. Zu seinen kürzlich erschienenen Produktionen gehören Europe for sale (2014), Die Akte Pasolini (2013) und Das Venedig Prinzip (2012), der als bester Dokumentarfilm beim London Open City Festival und beim Cinemaambiente Turin prämiert wurde.

* La Mia Scuola di Architettura übernimmt den Titel einer Foto-Serie des Künstlers und „Anarchitekten“ Gianni Pettena, in der er die Landschaft der Dolomiten rund um Bozen darstellt. Diese Serie von unregelmäßigen öffentlichen Präsentationen beschäftigt sich mit einer Idee von Landschaft, die Einfluss hat auf die Bildung eines Individuums, als Künstler und Einwohner, und somit auch auf das Gefüge einer gesamten Gemeinschaft.
Gleichzeitig regt La Mia Scuola di Architettura einen Denkprozess über mögliche Formate von Wissens-Produktion und -Vermittlung an und weitet diese Idee somit auch auf Erziehung und Schule aus.

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Ausstellungen
Oliver Laric, “Untitled”, video 4k, 2014

OLIVER LARIC
28. November 2014 - 24. Januar 2015

Eröffnung
28. November 2014, 19 Uhr

 

Mit einem text von Rosi Braidotti

 

Metamorphische Andere und nomadische Subjekte

 

Kuratiert von Emanuele Guidi

Oliver Laric, Installation view, photo by aneres, 2014

Oliver Laric, Installation view, photo by aneres, 2014

Oliver Laric, Installation view, photo by aneres, 2014

Oliver Laric, Installation view, photo by aneres, 2014

Oliver Laric, Installation view, photo by aneres, 2014

Oliver Laric, Installation view, photo by aneres, 2014

Oliver Laric, The Hunter and his Dog, 2014, Installation view, photo by aneres, 2014

Oliver Laric, The Hunter and his Dog, 2014, Installation view, photo by aneres, 2014

Oliver Laric, The Hunter and his Dog, 2014, Installation view, photo by aneres, 2014

Oliver Laric, The Hunter and his Dog, 2014, Installation view, photo by aneres, 2014

Oliver Laric, The Hunter and his Dog, 2014, Installation view, photo by aneres, 2014

Oliver Laric, The Hunter and his Dog, 2014, Installation view, photo by aneres, 2014

Oliver Laric, 2014, Installation view, photo by aneres, 2014

Oliver Laric, 2014, Installation view, photo by aneres, 2014

Oliver Laric, 2014, Installation view, photo by aneres, 2014

Oliver Laric, 2014, Installation view, photo by aneres, 2014

Oliver Laric  2014  4K video, colour, sound  5 min 20 sec  Edition of 5 + 2 AP

Oliver Laric
2014
4K video, colour, sound
5 min 20 sec
Edition of 5 + 2 AP

Oliver Laric  2014  4K video, colour, sound  5 min 20 sec  Edition of 5 + 2 AP

Oliver Laric
2014
4K video, colour, sound
5 min 20 sec
Edition of 5 + 2 AP

Oliver Laric  2014  4K video, colour, sound  5 min 20 sec  Edition of 5 + 2 AP

Oliver Laric
2014
4K video, colour, sound
5 min 20 sec
Edition of 5 + 2 AP

Oliver Laric, Installation view, photo by aneres, 2014

Oliver Laric, Installation view, photo by aneres, 2014

ar/ge kunst Galerie Museum freut sich, die Eröffnung der ersten Einzelausstellung des Künstlers Oliver Laric (Innsbruck, 1981) in Italien anzukündigen.

Laric’s Forschung bewegte sich schon immer in einem weitgefasstem Bereich von visueller Kultur und deren komplexer Beziehung zum Internet; seine Untersuchung adressiert damit nicht nur Produktionsweisen, sondern auch Mechanismen der Verteilung in diesem Feld.
In seinen künstlerischen Praktiken bedient er sich hauptsächlich der Medien Skulptur und Video und stellt dadurch Fragen, wie Bilder verarbeitet, interpretiert, verschoben und in einer Vielzahl unterschiedlicher Versionen wieder in Umlauf gebracht werden.
Laric’s Interesse für Kultbilder, die er gleichermaßen der zeitgenössischen Kultur und der Mythologie entnimmt, entstammt seinem Bewusstsein für die Entstehung und Entwicklung von Wert und Macht dieser Bilder. Deren Wert wird nicht mehr von ihrer Einzigartigkeit oder Wahrheit bestimmt, sondern durch kollektive und oft anonyme Dynamiken, die durch Verbreitung der Bilder, Kultbilder schaffen.

In dieser Ausstellung in der ar/ge kunst lenkt Laric seine Forschungen in zwei gegensätzliche Richtungen. Diese erachten Anthropomorphismus, Formwandlung und Arten der Hybridzüchtung als Möglichkeiten, um die Beziehung von Reziprozität und Kontinuität zwischen der menschlichen Figur und anderen Vertretern, seien es nun Tiere oder Gegenstände zu erkunden; ein Thema, das sowohl Religionen und Wissenschaften, als auch Folklore, volkstümliche Kulturen und Subkulturen umspannt.

Eine neue Version von Hunter and His Dog (2014) wird als eine Reihe von Flachreliefs präsentiert: sie besteht aus drei Kopien von ein und derselben Skulptur von John Gibson (1838), welche Laric selbst in 3D gescannt und dann gegossen hat. Die Wahl dieses Sujets – eine Alltagsszene, in der ein Junge seinen Hund am Halsband hält – zeigt die Bedeutsamkeit dieser Art von Repräsentation, in der die menschliche Figur in eine dualistische Beziehung zum Hund gesetzt wird.
Während Laric den weißen Marmor der detaillierten neoklassischen Skulptur von Gibson als Ausgangspunkt nahm, verwendete er allerdings eine unterschiedliche Technik und ein anderes Material, um die Beziehung zwischen den beiden Figuren zu verändern. Wo vorher Kontrolle des Menschen über den Hund war, entsteht nun eine Kontinuität zwischen zwei Körpern, zwei Subjekten.

In seinem neuen Video hinterfragt der Künstler weiterhin dieses dualistische Kategorien-System (Mensch-Tier, Mensch-Objekt, Mann-Frau…), indem er das Verständnis von Metamorphose durch eine Auswahl von Szenen aus Abbildungen und Animationsfilmen vom 19. Jahrhundert bis heute untersucht. Wie bereits bei seiner Skulptur, hat Laric auch hier nicht mit Originalmaterial gearbeitet. Stattdessen hat er drei Grafiker damit beauftragt, Fragmente und Bildmaterialien abzuzeichnen, die aus Russland, Amerika, Japan und anderen Ländern, die für ihre Animations-Filme bekannt sind, stammen. Dieser Akt des Abzeichnens isoliert den Prozess der Verwandlung, er macht die Transformation zwischen Ausgangs- und Endpunkt sichtbar und zeigt ein Zwischenstadium inmitten klassifizierter Größen. Laric setzt diesen ständigen Zustand des ‚werdens‘ aktiv ins Endlose fort und arbeitet so auf einen erwünschten Zustand zu, in dem Subjekte produziert werden, die sich frei zwischen Gender und Identitäten bewegen.

In Koproduktion mit
New Museum Triennial, New York
Tanya Leighton, Berlin

Mit freundlicher Unterstützung von:
Autonome Provinz Bozen, Abteilung Kultur
Stadtgemeinde Bozen, Abteilung Kultur
Stiftung Südtiroler Sparkasse
IFA – Institut für Auslandsbeziehungen e.V.
Land Tirol – Abteilung Kultur
Bundesministerium für Bildung und Frauen, Wien
Österreichisches Kulturforum in Mailand

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Public Programme
Gareth Kennedy, Die Unbequeme Wissenschaft (The Uncomfortable Science) Installation design by Harry Thaler, Produced by Kofler and Deplau, San Felice / Val di Non © ar/ge kunst, Aneres 2014

Ethnocafé
Die Unbequeme Wissenschaft
29. Oktober 2014, 19 Uhr

In Zusammenarbeit mit dem
Ethnologischen Verein Südtirol (EVAA)

Der Ethnologische Verein Südtirol (EVAA) organisiert in Zusammenarbeit mit ar/ge kunst ein Ethnocafé, das sich mit der Ausstellung „Die Unbequeme Wissenschaft“ des irischen Künstlers Gareth Kennedy auseinandersetzt. Das Ethnocafé findet am Mittwoch, 29. Oktober 2014 um 19 Uhr in der ar/ge kunst (Museumstr. 29, Bozen) statt. Josef Rainer (Vorstandsmitglied der ar/ge kunst) führt in die Ausstellung ein. Im Anschluss reflektiert Emanuel Valentin (Präsident EVAA) über das Erbe Bronislaw Malinowskis und seine Bedeutung für die heutige Ethnologie. Der Eintritt zum Ethnocafé ist frei.

Die “Unbequeme Wissenschaft” ist das Ergebnis von Recherchen, die der irische Künstler Gareth Kennedy im Rahmen des ersten einjährigen Forschungsprojekts bei ar/ge kunst unternommen hat. Eingeladen mit Blick auf seine Arbeiten zu Volks- und Populärkulturen, ließ sich Kennedy hier auf eine Erkundung der belasteten Geschichte von Folklore und visueller Anthropologie in Südtirol ein.
Im Rahmen von fünf Aufenthalten in diesem und letztem Jahr, führten Kennedys Nachforschungen ihn zur ‘Kulturkommission’ der SS-Studienorganisation ‘Ahnenerbe’, die zwischen 1939 und 1942 in Südtirol aktiv war. Nach Wolfram Sievers, dem Leiter von ‘Ahnenerbe’, bestand die Hauptaufgabe der Kommission „in der Erforschung und Verarbeitung des gesamten Materials sowie der geistigen Güter von … völkischen Deutschen”.
In der vielleicht größten volkskundlich-linguistischen Feldforschungsaktion der Geschichte, dokumentierte die ’Kulturkommission’ erschöpfend die modischen, sprachlichen, populärkulturellen und musikalischen Bräuche der alpinen Bevölkerung. Ihre Kultur sollte erhalten und ihnen nach der Umsiedelung in die Tatra, nach Burgund oder auf die Krim wieder zugänglich gemacht werden – Anthropologie als politisch verordnete Bergungsaktion.
In den regelmäßig stattfindenden Ethnocafés des Ethnologischen Vereins Südtirol EVAA werden Themen rund um die Ethnologie präsentiert und diskutiert. Ein Ziel der Veranstaltungen ist es, die Ethnologie in Südtirol bekannter zu machen und einen informellen Rahmen zu schaffen für Personen, die an ethnologischen Themen interessiert sind.

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Public Programme
bir ihtimal with works by Nils Norman, Ceren Oykut, Sinek Sekiz, and the Park Collective. 2010. Photo: Laleper Aytek

RADICAL HOSPITALITY

CAN ALTAY
ARTIST TALK

EIN PROJEKT VON
AR/GE KUNST UND LUNGOMARE
3. Oktober, um 19 Uhr

bei Lungomare
Rafensteinweg 12
39100 Bozen

 

Can Altay

Can Altay

ar/ge kunst und Lungomare laden den türkischen Künstler Can Altay für ein Residency-Projekt nach Bozen ein. Das Künstlergespräch Anfang Oktober 2014 ist der Anfang eines langfristigen Projektes, in dem sich Can Altay von 2014 bis 2016 mit dem Territorium Südtirol auseinandersetzt. Das Thema der Residency ist „Radical Hospitality“ und lädt den Gast ein, sich grundlegend mit Fragen der Gastfreundschaft auseinander zu setzen und diese zu hinterfragen. Gastfreundschaft beschreibt in diesem Zusammenhang den relationalen und sozialen Raum als temporäre Kondition, sowie als Verhältnis, das einer Machtverhandlung unterliegt.

Can Altay ist Künstler, er lebt und arbeitet in Istanbul. Er beschäftigt sich in seiner Arbeit mit den Funktionen und Bedeutungen, mit der Organisation und Rekonstruktion des öffentlichen Raumes. Altays Interventionen betreffen insbesondere städtebauliche Phänomene und ihr Verhältnis zur künstlerischen Arbeit. Einzelausstellungen bei Arcade, London (2013), Casco, Utrecht (2011), The Showroom, London (2010) und Gruppenausstellungen am Walker Art Center (Minneapolis), VanAbbe Museum (Eindhoven), ZKM (Karlsruhe), Artist Space (New York) und Teilnahmen an den Biennalen in Istanbul, Havana, Busan, Gwangiu, Marrakech, Taipei.

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Public Programme
Gareth Kennedy, Die Unbequeme Wissenschaft (The Uncomfortable Science), Stuben-Forum Installation design di Harry Thaler, produced by Tischlerei & Möbelhaus Kofler, photo argekunt ,2014

STUBEN-FORUM
DIE UNBEQUEME WISSENSCHAFT
(THE UNCOMFORTABLE SCIENCE)
Samstag, 20. September, 15 -18 Uhr

Gareth Kennedy

 

Ausstellungsdesign von Harry Thaler
Produktion von Josef Rainer und Verena Rastner

Kuratiert von Emanuele Guidi

 

 

(in deutscher Sprache)

Eingeladene Redner/innen:

Georg Grote (University College Dublin)
Franz Haller, Experte für Visuelle Anthropologie (Meran)
Thomas Nussbaumer (Universität Innsbruck)
Hannes Obermair (Stadtarchiv Bozen)
Ina Tartler (Vereinigte Bühnen Bozen)
Elizabeth Thaler (Vereinigte Bühnen Bozen)

Moderiert von Hans Karl Peterlini (Journalist und Autor, Bozen)

Programm

15:00 Begrüßung
Emanuele Guidi(Künstlerischer Direktor ar/ge kunst)

15:10 Prolog
Hans Karl Peterlini

15:25 Vorstellung der Masken
Thomas Nussbaumer präsentiert Richard Wolfram und Alfred Quellmalz, Mitglieder der SS Ahnenerbe ‚Kulturkommission‘ für Südtirol (1939 – 1942)
Franz Haller präsentiert Arthur Scheler, Fotograf, gebürtig aus Meran.
Hannes Obermair präsentiert Bronislaw Malinowski, weltbekannter Anthropologe, der in Oberbozen zu urlauben pflegte

16:05 Erstes Forum
Die Geschichte rahmen (Framing History)
Mit Georg Grote und Hannes Obermair

16.35 Zweites Forum
Volkskultur (Bräuche & Missbräuche)
(Folk Culture (Uses & Abuses)
Mit Thomas Nussbaumer, Georg Grote, Franz Haller

17.05 Drittes Forum
Das Unaufführbare aufführen
(Performing the Unstageable)
Mit Ina Tartler und Elisabeth Thaler

17.35 Epilog und öffentliche Diskussion, Fragen

18.00 Ende des Stuben-Forums

Biographien
Georg Grote ist Hochschuldozent für westeuropäische Geschichte und Head of School am University College Dublin. Seine Forschungsinteressen liegen im Bereich historischer Nationalismus und moderner Regionalismus und er hat insbesondere zu den Fallstudien Deutschland, Irland und Südtirol publiziert. Seit 35 Jahren ist Georg Grote ein regelmässiger Besucher Südtirols und hat so die grossen Veränderungen des Landes miterlebt. Südtirol weist eine extreme interessante lokale und regionale Geschichte auf, doch besonders spannend ist die Kontextualisierung der Südtirolgeschichte vor dem Hintergrund europäischer Entwicklungen des 20. und frühen 21. Jahrhunderts. Georg Grote ist bemüht, seinen internationalen Forschungshintergrund und seine grosse Lehrerfahrung in Europa und an seiner Heimatuniversitat in Dublin mit den Ereignissen in Südtirol zu verbinden und interessant darzustellen.

Franz J. Haller 1948* in Meran (Südtirol), Ethnologie Universität Wien, Visuelle Anthropologie an der Universität Göttingen, Feldforschung in Nord- und Zentralafrika und Tiefland-Amazonien, 1974 Mitbegründer des Lamdwirtschafts-Museum Brunnenburg in Dorf Tirol, 1976-1979 Forschungsprofessor der OEA – Organisation Amerikanischer Staaten an der Universität Quito, Ecuador, Produzent von über 150 Filmdokumenten zu Ethnographie und Zeitgeschichte Südtirols für Fernsehen, Schulen und Museen. 2012 Gründung des Internet Portals www.tirolerland.tv

Thomas Nußbaumer, geb. 1966 in Hall in Tirol. Studium der Musikwissenschaft und Germanistik an der Universität Innsbruck, Promotion 1998. Veröffentlichung der Dissertation unter dem Titel Alfred Quellmalz und seine Südtiroler Feldforschungen (1940–42). Eine Studie zur musikalischen Volkskunde unter dem Nationalsozialismus (Innsbruck u.a. 2001). Habilitation im Fach Volksmusikforschung 2011 an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Seit 1995 ist Nußbaumer wissenschaftlicher Mitarbeiter (seit 2011 Dozent) am Innsbrucker Sitz der Universität Mozarteum Salzburg und leitet den Abteilungsbereich Musikalische Ethnologie innerhalb der Abteilung für Musikwissenschaft. Forschungs- und Publikationsschwerpunkte: Musik und Brauch, Fasnacht, Volksmusik und NS, Volksmusiküberlieferung im Alpenraum, insbesondere in Westösterreich und Südtirol (Italien), Musik der Old Order Amish.

Hannes Obermair, geboren 1961 in Bozen. Zu seinen regionalhistorischen Forschungsfeldern zählen Themen der vergleichenden Stadtgeschichte und der frühen Schriftlichkeit im mittleren Alpenraum. Besonderes Augenmerk widmet er in seinen Arbeiten den mittelalterlich-frühneuzeitlichen Übergangsphänomenen, Akkulturationsformen und „Unschärfen“, die die Entwicklung des Tiroler-Trentiner Raums begleiteten und bestimmten. In jüngerer Zeit hat er sich verstärkt zeitgeschichtlichen und historiografiegeschichtlichen Fragestellungen im Kontext von Faschismus und NS-Zeit zugewendet.

Hans Karl Peterlini, geboren 1961 in Bozen. Von den journalistischen Arbeiten zur Politik der Gegenwart und zu Fragen der Zeitgeschichte, vor allem dem politischen und auch gewaltsamen Konflikt um die Südtirol-Autonomie mit dem langen (nie abgeschlossenen) Weg vom Kampf zum friedlichen Zusammenleben hat er sich, über die Erziehungs- und Bildungswissenschaften, in ein neues Berufsfeld mit ähnlichen Interessensfeldern und Fragestellungen eingearbeitet: Wie entwickeln Menschen und Gruppen ihre Identität, wie können Einzelne und Kollektive für Gegenwart und Zukunft lernen, was ist offenen Begegnungshaltungen hinderlich, was förderlich? Im Studienjahr 2014/15 arbeitet er als Professor für Allgemeine Erziehungswissenschaften und Interkulturelle Bildung an der Universität Klagenfurt.

Ina Tartler, geboren 1966 in Rumänien. 1988 Ausreise in die Bundesrepublik Deutschland. Studium der Germanistik, Theaterwissenschaft und Psychologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. 2002 bis 2008 leitende Dramaturgin am Schauspielhaus Salzburg. Seit August 2008 Leitung der Dramaturgie an den Vereinigten Bühnen Bozen.

Elisabeth Thaler geboren 1981 in Bozen. Studium der Vergleichenden Literaturwissenschaft und Germanistik an der Universität Innsbruck. 2006 Dramaturgie-Hospitanz am Tiroler Landestheater, 2007-2012 Dramaturgie-Assistentin und seit 2012 Dramaturgin an den Vereinigten Bühnen Bozen. Arbeiten u.a. mit Bettina Bruinier, Agnese Cornelio, Philipp Jescheck, Alexander Kratzer, Carina Riedl, Georg Schmiedleitner, Katharina Schwarz.

Mit freundlicher Unterstützung von:
Autonome Provinz Südtirol, Abteilung Kultur
Autonome Region Trentino Südtirol
Stadtgemeinde Bozen, Abteilung Kultur
Culture Ireland / Cultúr Éireann
Stiftung Südtiroler Sparkasse
Kofler Tischlerei & Möbelhaus, St. Felix/Nonsberg
Rothoblaas, Kurtatsch
Deplau, St. Felix/Nonsberg
Wolfstuben, Tscherms
Österreichische Mediathek, Wien
pur SÜDTIROL
Lichtstudio Eisenkeil
Dr. Schär, Burgstall

Ein besonderer Dank geht an:
Egetmann Verein Tramin
Südtiroler Landesmuseum für Volkskunde in Dietenheim
Ofas Architekten, Bozen
Referat Volksmusik, Fotoarchiv Quellmalz (Bereich Deutsche und Ladinische Musikschulen

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Ausstellungen
Gareth Kennedy, Die Unbequeme Wissenschaft (The Uncomfortable Science), Installation design di Harry Thaler, produced by Tischlerei & Möbelhaus Kofler, photo aneres, 2014

Die unbequeme Wissenschaft
(The Uncomfortable Science)

Gareth Kennedy
20. September - 15. November 2014

Eröffnung: 19.09.2014, 19:00 Uhr

 

„Stuben-Forum“: 20.09.2014, 15:00 – 18:00 Uhr

 

Ausstellungsdesign von Harry Thaler

Produktion von Josef Rainer und Verena Rastner

 

Kuratiert von Emanuele Guidi

Gareth Kennedy, Die Unbequeme Wissenschaft (The Uncomfortable Science) Installation design by Harry Thaler, Produced by Kofler and Deplau, San Felice / Val di Non © ar/ge kunst, Aneres 2014

Gareth Kennedy, Die Unbequeme Wissenschaft (The Uncomfortable Science)
Installation design by Harry Thaler, Produced by Kofler and Deplau, San Felice / Val di Non
© ar/ge kunst, Aneres 2014

Gareth Kennedy, Die Unbequeme Wissenschaft (The Uncomfortable Science) Installation design by Harry Thaler, Produced by Kofler and Deplau, San Felice / Val di Non © ar/ge kunst, Aneres 2014

Gareth Kennedy, Die Unbequeme Wissenschaft (The Uncomfortable Science)
Installation design by Harry Thaler, Produced by Kofler and Deplau, San Felice / Val di Non
© ar/ge kunst, Aneres 2014

Gareth Kennedy, Die Unbequeme Wissenschaft (The Uncomfortable Science) Installation design by Harry Thaler, Produced by Kofler and Deplau, San Felice / Val di Non © ar/ge kunst, Aneres 2014

Gareth Kennedy, Die Unbequeme Wissenschaft (The Uncomfortable Science)
Installation design by Harry Thaler, Produced by Kofler and Deplau, San Felice / Val di Non
© ar/ge kunst, Aneres 2014

Gareth Kennedy, Die Unbequeme Wissenschaft (The Uncomfortable Science) Masken, © ar/ge kunst, ANERES 2014

Gareth Kennedy, Die Unbequeme Wissenschaft (The Uncomfortable Science)
Masken, © ar/ge kunst, ANERES 2014

Gareth Kennedy, Die Unbequeme Wissenschaft (The Uncomfortable Science) Installation view   © ar/ge kunst, ANERES 2014

Gareth Kennedy, Die Unbequeme Wissenschaft (The Uncomfortable Science)
Installation view
© ar/ge kunst, ANERES 2014

Gareth Kennedy, Die Unbequeme Wissenschaft (The Uncomfortable Science) Installation view (Film from the Austrian Mediatech)  © ar/ge kunst, ANERES 2014

Gareth Kennedy, Die Unbequeme Wissenschaft (The Uncomfortable Science)
Installation view (Film from the Austrian Mediatech)
© ar/ge kunst, ANERES 2014

Gareth Kennedy, Die Unbequeme Wissenschaft (The Uncomfortable Science) Installation view © ar/ge kunst, ANERES 2014

Gareth Kennedy, Die Unbequeme Wissenschaft (The Uncomfortable Science)
Installation view
© ar/ge kunst, ANERES 2014

Die Unbequeme Wissenschaft ist das Ergebnis von Recherchen, die der irische Künstler Gareth Kennedy im Rahmen des ersten Einjährigen Forschungsprojekts bei ar/ge kunst unternommen hat. Eingeladen mit Blick auf seine Arbeiten zu Volks- und Populärkulturen, ließ sich Kennedy hier auf eine Erkundung der belasteten Geschichte von Folklore und visueller Anthropologie in Südtirol ein.

Als deutschsprachiges, nach dem 1. Weltkrieg von Italien annektiertes Gebiet verfügt Südtirol über eine spannungsgeladene Vergangenheit als Anwendungsgebiet ideologisch kompromittierter Wissenschaften – italienische Geographen und österreichische Ethnologen gleichermaßen erzeugten Mythen der ‚wahren Ursprünge‘ von Ort und Bevölkerung.

Im Rahmen von fünf Aufenthalten in diesem und letztem Jahr, führten Kennedys Nachforschungen ihn zur ‚Kulturkommission‘ der SS-Studienorganisation ‚Ahnenerbe‘ (1) , die zwischen 1939 und 1942 in Südtirol aktiv war. Nach Wolfram Sievers, dem Leiter von ‚Ahnenerbe‘, bestand die Hauptaufgabe der Kommission „in der Erforschung und Verarbeitung des gesamten Materials sowie der geistigen Güter von … völkischen Deutschen“ (2). Das Forschungsunterfangen wurde in der Zeit einer systematischen Aufteilung der Bevölkerung zwischen dem faschistischen Italien und dem Dritten Reich realisiert. Dabei sah die Option, eine Vereinbarung der Achsenmächte von 1939, die Umsiedelung der deutschsprachigen Bevölkerung vor. Im Widerspruch zur nationalsozialistischen Ideologie wurde die kulturell und ethnisch deutsche Bevölkerung vor die Wahl zwischen Blut oder Boden gestellt: Sie sollte entweder in das Dritte Reich auswandern und ihre deutsche Kultur und Identität behalten, oder vollständig italienisiert werden.

In der vielleicht größten volkskundlich-linguistischen Feldforschungsaktion der Geschichte, dokumentierte die ’Kulturkommission’ erschöpfend die modischen, sprachlichen, populärkulturellen und musikalischen Bräuche der alpinen Bevölkerung. Ihre Kultur sollte erhalten und ihnen nach der Umsiedelung in die Tatra, nach Burgund oder auf die Krim wieder zugänglich gemacht werden – Anthropologie als politisch verordnete Bergungsaktion.

Nach Besuchen von Forschungsarchiven und Museen in Bozen, Innsbruck und Wien, stellte Kennedy ein Ensemble von fünf Charakteren mit Bezug auf diese unbequeme Episode der anthropologischen Wissenschaft in Südtirol zusammen. Fünf regionale Maskenschnitzer wurden beauftragt je einen der Charaktere zu schnitzen. Diese stellen dar: Richard Wolfram, den Leiter der ‚Kulturkommission‘; den Ethnomusikologen Alfred Quellmalz; den Fotografen Arthur Scheler und den Anthropologen Bronislaw Malinowski, der, ein häufiger Urlaubsgast in Südtirol, der Tatsache der Anwendung anthropologischer Forschung von Europäern auf Europäer sehr kritisch gegenüberstand, da er dies als ideologisch kontaminiert ansah. Ebenfalls ins Ensemble aufgenommen wurde Ettore Tolomei, ein italienischer Faschist, Geograph und Irredentist.

Im Zusammenhang der Geschichte der Südtiroler Theatertradition interessiert sich Kennedy dafür, was innerhalb eines bestimmten kulturellen Kontexts überhaupt aufgeführt werden kann und was Tabu bleibt. So haben die genannten Personen in Südtirol bislang noch nie den Weg auf die Theaterbühne gefunden. ar/ge kunst zeigt neben den Masken einen 16 Millimeter Film über die Maskenschnitzer bei der Arbeit. Zusätzlich wird eine sorgfältig kuratierte Serie von Fotos und Filmmaterialien der ‚Kulturkommission‘ präsentiert, vieles davon erstmals in Südtirol.

Die neben Film und Archivmaterialien gezeigten Masken fungieren auch als Kulisse einer öffentlichen Diskussion mit geladenen Gästen. Dafür wird der Ausstellungsraum, in Zusammenarbeit mit dem Designer Harry Thaler, in eine ‚Stube‘ – Zentrum des häuslichen Lebens in Tirol und Stätte des Laientheaterspiels – verwandelt. Das ‚Stuben-Forum‘ befasst sich mit Fragen im Zusammenhang der Erfindung von Tradition, der Instrumentalisierung von Volkskultur, sowie von Identität, Territorium und Performance. Zu den Vortragenden gehören Thomas Nussbaumer (Universität Innsbruck), Georg Grote (University College Dublin), Franz Haller, Bildanthropologe, Ina Tartler und Elizabeth Thaler (Vereinigte Bühnen Bozen), und Hannes Obermair (Stadtarchiv Bozen). Moderieren wird Hans Karl Peterlini, Journalist und Autor.

Gareth Kennedy ist ein irischer Künstler. Seine künstlerische Tätigkeit umfasst öffentliche Kunstprojekte, Ausstellungen und Kollaborationen. Zusammen mit Sara Browne und ihrer kollaborativen Persona ‚Kennedy Browne‘ vertrat er Irland auf der Biennale in Venedig 2009.

Harry Thaler ist ein Designer aus Meran (I), er lebt und arbeitet in London seit 2008. Thaler hat einen Abschluss am Royal College in Produktdesign und ist Gewinner des Conran Award 2010 mit dem Pressed Chair.

(1) Die ‚ Forschungsgemeinschaft Deutsches Ahnenerbe e. V.‘ war eine zentrale archäologische und kulturgeschichtliche Institution im ‚Dritten Reich‘.
(2) James R. Dow and Olaf Bockhorn, The Study of European Ethnology in Austria. Aldershot: Ashgate, 2004.

www.gkennedy.info
www.harrythaler.it
www.kennedybrowne.com

Mit freundlicher Unterstützung von:
Autonome Provinz Südtirol, Abteilung Kultur
Autonome Region Trentino Südtirol
Stadtgemeinde Bozen, Abteilung Kultur
Culture Ireland / Cultúr Éireann
Stiftung Südtiroler Sparkasse
Kofler Tischlerei & Möbelhaus, St. Felix/Nonsberg
Rothoblaas, Kurtatsch
Deplau, St. Felix/Nonsberg
Wolfstuben, Tscherms
Österreichische Mediathek, Wien
pur SÜDTIROL
Lichtstudio Eisenkeil
Dr. Schär, Burgstall

Ein besonderer Dank geht an:
Egetmann Verein Tramin
Südtiroler Landesmuseum für Volkskunde in Dietenheim
Ofas Architekten, Bozen
Referat Volksmusik, Fotoarchiv Quellmalz (Bereich Deutsche und Ladinische Musikschulen

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Public Programme

Was es heisst zu gewinnen
19. Juli 2014, 15 - 19 Uhr

Workshop

 

Brave New Alps & Paolo Plotegher

Im Rahmen der Ausstellung Making Room – Spaces of Anticipation erzählen Brave New Alps & Paolo Plotegher die Geschichte von Michel Serres The Troubadour of Knowlegde, die für und mit der ar/ge kunst eine Recherche einleitet.

Ausgehend von dieser Geschichte, haben Brave New Alps & Paolo Plotegher einen Fragebogen ausgearbeitet, auf den man in seiner Sprache antworten kann – sowohl in der ar/ge kunst Galerie Museum als auch online (DEUTSCH ; ITALIANO ; ENGLISH)

Die Antworten auf den Fragebogen sind der Ausgangspunkt für den Workshop am 19. Juli, der zwischen 15 und 19 Uhr in den Räumlichkeiten der ar/ge kunst Galerie Museum stattfindet.
Der Workshop kreist um das Thema der kulturellen Produktion, das Bestreben, die Wünsche und die Wirtschaftlichkeit, die diese begleiten. Die Ideen, die aus dem Workshop hervorgehen, werden in einer kleinen Publikation ad hoc zusammengefasst.

Melden Sie sich zum Workshop unter der Emailadresse info@argekunst.it an.

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Ausstellungen

Making Room – Spaces of Anticipation
14 Juni – 02 August 2014

Brave New Alps & Paolo Plotegher,
Janette Laverrière in Zusammenarbeit mit
Nairy Baghramian, Alex Martinis Roe,
Marinella Senatore in Zusammenarbeit mit Assemble,
Mierle Laderman Ukeles

 

Eröffunung: 13 Juni 2014 um 19 Uhr

 

Kuratiert von Emanuele Guidi und Lorenzo Sandoval

 

Making Room - Installation view, photo by aneres, 2014

Making Room – Installation view, photo by aneres, 2014

Janette Laverrière, Chapeau chinois, 2011. Courtesy of the artist and Silberkuppe Berlin, photo by aneres

Janette Laverrière, Chapeau chinois, 2011. Courtesy of the artist and Silberkuppe Berlin, photo by aneres

Janette Laverrière, Chapeau chinois, 2011. Courtesy of the artist and Silberkuppe Berlin, photo by aneres

Janette Laverrière, Chapeau chinois, 2011. Courtesy of the artist and Silberkuppe Berlin, photo by aneres

Janette Laverrière, Chapeau chinois, 2011. Courtesy of the artist and Silberkuppe Berlin, photo by aneres

Janette Laverrière, Chapeau chinois, 2011. Courtesy of the artist and Silberkuppe Berlin, photo by aneres

Making Room - Installation view, photo by aneres, 2014

Making Room – Installation view, photo by aneres, 2014

Brave New Alps & Paolo Plotegher, What It Means to Win, 2014. Courtesy of the artist, photo by aneres

Brave New Alps & Paolo Plotegher, What It Means to Win, 2014. Courtesy of the artist, photo by aneres

Brave New Alps & Paolo Plotegher, What It Means to Win, 2014. Courtesy of the artist, photo by snares 2014

Brave New Alps & Paolo Plotegher, What It Means to Win, 2014. Courtesy of the artist, photo by snares 2014

Making-Room-18

Janette Laverrière in collaboration with Nairy Baghramian, installation view, 2014. Courtesy of the artists and Silberkuppe Berlin, photo by aneres

Janette Laverrière in collaboration with Nairy Baghramian, installation view, 2014. Courtesy of the artists and Silberkuppe Berlin, photo by aneres

Janette Laverrière, Bibliotheque vertical, 2008. Courtesy of the artist and Silberkuppe Berlin, photo by aneres

Janette Laverrière, Bibliotheque vertical, 2008. Courtesy of the artist and Silberkuppe Berlin, photo by aneres

Janette Laverrière in collaboration with Nairy Baghramian, installation view, 2014. Courtesy of the artists and Silberkuppe Berlin, photo by aneres

Janette Laverrière in collaboration with Nairy Baghramian, installation view, 2014. Courtesy of the artists and Silberkuppe Berlin, photo by aneres

Janette Laverrière, La Commune, homage à Louise Michel (2001) from Evocation series. Courtesy of the artist and Silberkuppe Berlin, photo by aneres

Janette Laverrière, La Commune, homage à Louise Michel (2001) from Evocation series. Courtesy of the artist and Silberkuppe Berlin, photo by aneres

Marinella Senatore in collaboration with Assemble, The School of Narrative Dance. Courtesy MOTInternational, London & Brussels and the artist, photo by aneres

Marinella Senatore in collaboration with Assemble, The School of Narrative Dance. Courtesy MOTInternational, London & Brussels and the artist, photo by aneres

Marinella Senatore in collaboration with Assemble, The School of Narrative Dance. Courtesy MOTInternational, London & Brussels and the artist, photo by aneres

Marinella Senatore in collaboration with Assemble, The School of Narrative Dance. Courtesy MOTInternational, London & Brussels and the artist, photo by aneres

Marinella Senatore in collaboration with Assemble, The School of Narrative Dance. Courtesy MOTInternational, London & Brussels and the artist, photo by aneres

Marinella Senatore in collaboration with Assemble, The School of Narrative Dance. Courtesy MOTInternational, London & Brussels and the artist, photo by aneres

Mierle Laderman Ukeles Manifesto for Maintenance Art, Proposal for an Exhibition Care, 1969, text pages (2) 19 x 13 inch mounted text panels. Courtesy of the artist and Ronald Feldman Fine Arts, New York, photo by aneres

Mierle Laderman Ukeles Manifesto for Maintenance Art, Proposal for an Exhibition Care, 1969, text pages (2) 19 x 13 inch mounted text panels. Courtesy of the artist and Ronald Feldman Fine Arts, New York, photo by aneres

Mierle Laderman Ukeles, Private Performances of Personal Maintenance as Art, 1970-1973, black and white photographs, (1) 8 x 10 inch photo (4) 10 x 8 inch photo. Courtesy of the artist and Ronald Feldman Fine Arts, New York, photo by aneres

Mierle Laderman Ukeles, Private Performances of Personal Maintenance as Art, 1970-1973, black and white photographs, (1) 8 x 10 inch photo (4) 10 x 8 inch photo. Courtesy of the artist and Ronald Feldman Fine Arts, New York, photo by aneres

Mierle Laderman Ukeles Manifesto for Maintenance Art, Proposal for an Exhibition Care, 1969, text pages (2) 19 x 13 inch mounted text panels. Courtesy of the artist and Ronald Feldman Fine Arts, New York, photo by aneres

Mierle Laderman Ukeles Manifesto for Maintenance Art, Proposal for an Exhibition Care, 1969, text pages (2) 19 x 13 inch mounted text panels. Courtesy of the artist and Ronald Feldman Fine Arts, New York, photo by aneres

Die Ausstellung Making Room erforscht Ideen von Raum im Spannungsfeld raumgenerierender künstlerischer, kultureller und kuratorischer Praktiken.
Das Projekt versammelt Arbeiten und Gemeinschaftswerke von Künstler_innen, Architekt_innen und Designer_innen verschiedener Generationen und geographischer Kontexte, die den Wechselwirkungen zwischen Formen sozialer Praxis und den Umfeldern, die sie aufnehmen, Ausdruck verleihen.

In den gezeigten Arbeiten scheint die Aktion, mit der räumliche Konfigurationen und Setting erzeugt werden, mit dem Bedürfnis einherzugehen, Erfahrungen der Vergangenheit mit aktuellen zu verknüpfen: Ein In-Beziehung-Setzen, das sich in Kollaborationen, Erzählungen oder schlicht darin realisiert, dass Fragen gestellt werden. Eine Wohnsituation, ein Salon oder eine Schule, eine Display-Anordnung, eine kulturelle Vereinigung oder eine Kunstinstitution stellen weiterhin Modelle dar, um Begegnungen und Formen gemeinschaftlicher Nutzung zu ermöglichen. Da es neu darüber nachzudenken gilt, wie diese Orte gestaltet, erfahren und (gemeinschaftlich) erhalten werden können, wird im Rahmen von Making Room der Begriff der „Care“ produktiv gemacht (zu deutsch Pflege, Aufmerksamkeit, Sorge, Obhut, Betreuung).

Die Handlung des Raum-Schaffens (‘making room’) wird in diesem Sinne zu einer Geste der Gastfreundschaft gegenüber anderen, transformatorischen Praktiken und Wissensformen. Gleichzeitig behauptet sich hierin eine Weise, Allianzen ebenso wie Konflikten “Raum zu geben” und “Zeit zu widmen” – mögen diese nun zwischen Partner_innen, Arbeitskolleg_innen oder Publikumsteilnehmer_innen herrschen.

Vor diesem Hintergrund entfaltet das Manifesto for Maintenance Art 1969! der amerikanischen Künstlerin Mierle Laderman Ukeles (*1939 in Denver, Colorado) ein komplexes Gefüge von Beziehungen, welche das Leben einer Künstlerin (als Frau und Mutter) sowohl in ihrer Privatsphäre (im Haus) wie auch im öffentlichen Raum (Ausstellungsraum, Kunstinstitution) regulieren. In Proposal for an exhibition ‚Care’ geht es somit um das Sichtbarmachen jener unsichtbaren Aktivitäten und Zeitabläufe, die es erlauben, einen „Ort“ überhaupt als solchen zu unterhalten und zu versorgen. Der Maintenance Art Questionaire (1973 – 1976), den Ukeles in den darauffolgenden Jahren formulierte, ist als Geste der Affirmation zu verstehen, diese Beschäftigungen, Reflexionen und Verantwortung mehr und mehr mit dem Publikum zu teilen.

Eine ähnliche Konzeption von Sorge findet sich in A story from Circolo della Rosa von Alex Martinis Roe (*1982 in Australien, lebt und arbeitet in Berlin). Der Film, Teil von Roes Arbeit zu feministischen Genealogien, erzählt von der Begegnung zweier Frauen – beides aktive Mitglieder des Milan Women’s Bookstore Collective – und von ihrer Beschäftigung mit den pädagogischen Experimenten des Feminismus der späten 1980er Jahre. Ausgeführt in Form eines fiktionalen Briefs der Künstlerin, umschreibt die Geschichte den reziproken Charakter ihrer auf affidamento (Sich-Anvertrauen) gründenden Beziehung – eine sozio-symbolische Praxis, wie sie vom Milan Women’s Bookstore Collective praktiziert und theoretisiert wird.

Alex Martinis Roe, ‚A Story from Circolo della Rosa‘, 2014 from ar/ge Kunst on Vimeo.

Die Notwendigkeit, andersartigen Narrativen Raum zu geben und sie fortzuschreiben, steht auch im Zentrum der Zusammenarbeit der französischen, ursprünglich aus der Schweiz stammenden Designerin Janette Laverrière (1909-2011) mit dem Künstler Nairy Baghramian (*1971 in Iran, lebt und arbeitet in Berlin), die nach einer Begegnung im Jahr 2008 begann. Laverriéres Zeichnungen, Möbel und Objekte werden im Rahmen einer von Baghramian entwickelten Ausstellungsanordnung gezeigt, die ein System von Vitrinen für Entwürfe sowie mit grüner Wasserfarbe bemalte Wände umfaßt, – letzteres als Referenz auf Laverriéres privates Wohnzimmer. Aus diesem Augenmerk auf die Präsentation entwickelte sich nicht nur eine generationenübergreifende Freundschaft der beiden Frauen („Schwestern im Geiste“, nach Definition Laverriéres); zugleich konnte so das Ineinander von Laverriéres beruflichem, privaten und politischem Leben herausgearbeitet werden. Laverriére war, neben ihrer Arbeit als Designerin, tatsächlich auch unter den Gründer_innen der Gewerkschaften National Front for Decorators und Decorators Trade Union (beide 1944), während sie später in ihrer Karriere „unbrauchbare“ Objekte entwarf, in denen das Bedürfnis, eine Geschichte zu erzählen, jede mögliche Funktion überwog. Wichtig in diesem Zusammenhang ist die Spiegel-Arbeit La Commune, hommage à Louise Michel (2001), Teil der Serie Evocations, welche die französische Anarchistin Louis Michel ins Gedächtnis ruft, inklusive des Ortes, zu dessen Gründung sie beitrug: die Pariser Commune.

The School of Narrative Dance ist ein 2013 von Marinella Senatore (*1977, lebt und arbeitet in Berlin und London) initiiertes Projekt, das das Modell einer multidiziplinären, nomadischen und kostenfreien Schule entwirft, die den Bildungsprozess durch (verbales und nonverbales) Geschichtenerzählen auf die Emanzipation der Studierenden, auf Inklusion und Selbstkultivierung hin fokussiert. Für Making Room entwirft Senatore im Verbund mit dem Architekturbüro Assemble (London) ein Display, das Dokumente und Skizzenmaterial versammelt. Dargeboten auf einer Art grafischem Arbeitstisch, unterstreichen diese bildlichen und konzeptuellen Referenzen den Übersetzungsprozess, der nötig war, um der School of Narrative Dance aus Anlaß des Premio Maxxi in Rom zum ersten Mal eine wirkliche architektonische und räumliche Gestalt zu geben.

Mit Blick auf solche Praxen schließlich begannen Brave New Alps & Paolo Plotegher einen Rechercheprozess mit und für ar/ge kunst, um die Potentiale von Modellen für die Institutionen der Kunst, etwa Kunstvereine, zu erkunden. Michel Serres Erzählung vom „The Troubadour of Knowledge“ dient hierbei als Ausgangspunkt. Den Besucher_innen werden Fragebögen ausgehändigt, um ihre Erfahrungen als Grundlage für einen am 19. Juli 2014 stattfindenden Workshop zu sammeln und zugänglich zu machen.

Making Room ist ein Teil der Erarbeitungsphase zum Projekt Spaces of Anticipation, eine Zusammenarbeit mit dem EACC – Espai d`art contemporani de Castelló in Castellón de la Plana.

Ein besonderer Dank geht an:
Silberkuppe (Berlin) e Ronald Feldman Gallery (New York)

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Public Programme

The School of Narrative Dance
16. Juli 2014

Gespräch mit
Marinella Senatore

Als Teil der Serie La Mia Scuola di Architettura* zeigt die Künstlerin Marinella Senatore The School of Narrative Dance, ein Kunsprojekt, das sie in Zusammenarbeit mit dem englischen Architektenkollektiv Assemble realisiert hat.
The School of Narrative Dance ist das Gewinnerprojekt des Premio MAXXI 2014 und Teil der Ausstellung Making Room – Spaces of Anticipation in der ar/ge kunst Galerie Museum.

*La Mia Scuola di Architettura ist eine unregelmäßige Veranstaltungsreihe mit der Absicht, die Bedeutung des Begriffes „Landschaft“ und dessen Einflussnahme auf die Prägung eines Individuums (sowohl als Künstler als auch Bürger) und einer Gemeinschaft zu untersuchen.
Dieses Format verwendet den Titel einer Fotoserie des Künstlers und „Anarchitekten“ Gianni Pettena, in der er die Dolomitenberge, die Bozen umgeben, zeigt.
Die Veranstaltungsreihe ist im Rahmen der Ausstellung Prologue Part Two – La Mia Scuola di Architettura (15 . November 2013 – 11. Jänner 2014) mit einem Gespräch zwischen Gianni Pettena, Pierre Bal-Blanc (CAC Bretigny und Museion Gastkurator) und Emanuele Guidi (ar/ge kunst) eingeleitet worden.

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Ausstellungen
Invernomuto, I-Ration, installation view 1, 2014 photo Ivo Corrà

I-RATION
05 April – 31 Mai 2014

Invernomuto

 

Eröffnung am 04. April 2014 um 19 Uhr

 

 

Kuratiert von Emanuele Guidi

Invernomuto, I-Ration, installation view 2, 2014 photo Ivo Corrà

Invernomuto, I-Ration, installation view 2, 2014 photo Ivo Corrà

ar/ge kunst Galerie Museum freut sich, die Ausstellung I-Ration von Invernomuto (Simone Bertuzzi und Simone Trabucchi) und damit eine weitere Folge des 2011 begonnenen Projekts Negus zu präsentieren .

Der Titel I-Ration ist ein anglo-jamaikanischer Begriff und bezeichnet sowohl den Akt der „Schöpfung“ als auch das ekstatische Moment dieser Erfahrung.

Zion, Paesaggio, detail, 2014

Zion, Paesaggio, detail, 2014

Mit der Übernahme dieses rastafari-spezifischen Schlüsselbegriffs und der Annäherung und beinahe Erweiterung der Tatsache, dass „das Rastafarianische Volk das Recht beansprucht, sein ,Wesen und seine Existenz‘ außerhalb traditioneller Kategorien zu denken, anzuerkennen, zu nennen, neu zu interpretieren und zu definieren“ , fährt Invernomuto mit der Formulierung seiner eigenen Narration fort, in der Überlagerungen und Verschiebungen von historischen Momenten Äthiopien, Jamaika und Italien in Zusammenhang bringen. Eingebunden in diese Narration ist die Figur des Königs von Äthiopien Haile Selassie I., die Kolonialgeschichte Italiens und Persönlichkeiten wie Lee „Scratch“ Perry (ein einflussreicher Musiker in der Tradition des Reggae und Dub).

Invernomuto, I-Ration, installation view 3, 2014 photo Ivo Corrà

Invernomuto, I-Ration, installation view 3, 2014 photo Ivo Corrà

Die Ausstellung umfasst eine Reihe neuer Produktionen sowie für diese Gelegenheit neu bearbeiteter Interventionen. Daraus entsteht ein Diskurs, der die verschiedenen Phasen des Projekts Negus einbezieht und auch schon einen Ausblick auf zukünftige Projekte ermöglicht.

Das Interesse für die Erinnerung und für die Prozesse der Übersteigerung findet sich in Zion, Paesaggio (2014): Eine Rekonstruktion eines Denkmals in Form einer Treppe, das das italienische Heer während der faschistischen kolonialen Besatzung in Addis Abeba gegenüber der königlichen Residenz (heute der Sitz der Universität) errichten ließ. Nach der Niederlage der Besatzer „reduzierte“ man die vierzehn Stufen, die die Jahre der Regimeherrschaft repräsentierten, zum Sockel für Äthiopiens wichtigste Symbolfigur: den Löwen von Juda. Invernomuto unterstreicht die Geste der Wiederaneignung, indem es eine Landschaft zeigt, in der die Zeit jene Dimension ist, die die Erinnerung und Wahrnehmung des Exotischen regelt.
MEDO SET (2014) hingegen ist eine Stele, in der jener Text von Lee Perry eingraviert ist, den er für die Performance/das Ritual von Invernomuto in Vernasca (2013) verfasst und performt hat.

Die Absicht, das apotropäische Potential des Rituals mit dem symbolischen Wert des Denkmals zu überblenden, wird durch eine einzige Situation wiedergegeben, in der Dokumente, Dokumentationen und Skultpuren asynchron choreographiert sind (Negus, 2011; I-Ration, 2014; Negus – Lion of Judah (exerpt), 2014).

Invernomuto, „Negus – Lion of Judah (excerpt)“, 2014 from ar/ge Kunst on Vimeo.

Invernomuto, I-Ration, Installation view 4, 2014 photo Ivo Corrà

Invernomuto, I-Ration, Installation view 4, 2014 photo Ivo Corrà

Invernomuto, I-Ration, installation view 5, 2014 photo Ivo Corrà

Invernomuto, I-Ration, installation view 5, 2014 photo Ivo Corrà

I-Ration, detail, 2014

I-Ration, detail, 2014

Babylon, Monumenti, 2014

Babylon, Monumenti, 2014

Symbole aus dem Bilderfundus der äthiopischen Geschichte, die im sozialen, politischen und religiösen Zusammenhang der Rastafarianischen Bewegung eine neue Lesart gefunden haben, durchqueren alle Werke der Ausstellung und werden mit Gadgets und Materialien aus privaten Archiven kombiniert. Derart finden sich alte Zeitschriftencover des National Geographic, Tücher von Fluggesellschaften und Touristenressorts neben Erinnerungsstücken aus dem italienischen Kolonialkrieg in Äthiopien in den 30er Jahren (in diesen Jahren entstand auch die Rastafari Glaubensbewegung), dem dreizackigen Stern (Symbol von Haile Selassie wie auch das Ikon der Automarke Mercedes Benz) und einer Skulptur des Löwen von Juda (die Symbolfigur der Äthiopier und entsprechend auch des Rastafarianischen Volkes). Dieses gemeinsame semantische Feld erstreckt sich und strahlt auch in den öffentlichen Raum, insbesondere aufgrund einzelner Ikonographien, die die Kolonialpolitik des Faschismus hochhalten und die bis heute das Stadtbild von Bozen prägen.

Invernomuto, Movimenti Versus l'Altro, 2014 photo: Ivo Corrà

Invernomuto, Movimenti Versus l’Altro, 2014 photo: Ivo Corrà

Negus – Lion of Judah (video still), 2013

Negus – Lion of Judah (video still), 2013

Negus – Lion of Judah (video still), 2013

Negus – Lion of Judah (video still), 2013

Invernomuto scheinen sich die Einschätzung von Carole Yawney, dass der „Rastafarianismus ein Zusammenspiel ambivalenter Symbole [sei] und über das Potential [verfüge], bestimmte sozio-kulturelle Spannungen im globalen Kontext nicht nur deutlich zu machen, sondern sie geradezu zu beeinflussen“ zu eigen gemacht und eine mögliche Sichtweise daraus bezogen zu haben: Darstellungsweisen zu experimentieren, um der kolonialen Rhetorik entgegenzutreten und sie innerhalb eines komplexen Rahmens von Bewegungen, die zeitlich und geografisch nur scheinbar weit entfernte Räume durchqueren, anzusiedeln.

SAVE THE DATE
Im Rahmen der von Frida Carazzato kuratierten Werkreihe Il corpo sottile zur Medialen Fassade im Museion, wird das Projekt Invernomuto, in Zusammenarbeit mit ar/ge kunst, im September im Museion fortgesetzt (ab 4. September)

Biografie
Invernomuto wurde 2003 von Simone Bertuzzi und Simone Trabucchi gegründet. Das spezielle Interesse von Invernomuto für das Aufeinanderprallen und die Vermengung unterschiedlicher Ausdrucksweisen schlägt sich in ungewöhnlichen Produktionen wie das verlegerische Projekt ffwd_mg nieder. Ihr Arbeitsgebiet reicht von Videoproduktionen über live-media Performances bis zur Betreuung von Veranstaltungen und eigenen Aktionen. Zu ihren aktuellen Einzelausstellungen zählen: B.O.B. (Galleria Patricia Armocida, Mailand, 2010), Dungeons and Dregs (Grimmuseum, Berlin, 2010) und Simone (Padiglione d’Arte Contemporanea, Ferrara, 2011), Marsélleria (Mailand, Oktober, 2014). Teilnahmen bei Gruppenausstellungen und Festivals, derzeit bei: Ars artists’ residence show (Fondazione Pomodoro, Mailand, 2010); Terre Vulnerabili (Hangar Bicocca, Mailand 2010/2011); Nettie Horn Gallery (London), Italian Institute of Addis Ababa, Milan Film Festival (2013). 2013 waren sie unter den Finalisten des Preises Furla (Bologna) und Sieger des Preises MERU ART*SCIENCE für The celestial Path, das bei GAMeC in Bergamo präsentiert wurde.
Simone Bertuzzi und Simone Trabucchi sind auch als Musiker tätig mit den jeweils eigenen Projekten Palm Wine und Dracula Lewis. Sie leben und arbeiten in Mailand.

www.invernomuto.info

In Zusammenarbeit mit:
MUSEION

Ein besonderer Dank geht an:
Marsèll

Mit freundlicher Unterstützung von:
Autonome Provinz Bozen, Südtirol, Deutsche Kultur
Stadt Bozen, Amt für Kultur
Stiftung Südtiroler Sparkasse

Öffnungszeiten der Galerie:
Di-Fr 10 – 13, 15 – 19 / Sa 10 – 13 / Freier Eintritt

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Public Programme
Photo: Annelie Bortolotti

body-at-publish
22 February 2014

Curandi Katz

Workshop Performance

 

A hands-on workshop performance of the body-at-publish by the duo Curandi Katz at Ar/ge kunst focused on the idea of self-publishing as an intimate gesture. The intention is to activate the objectual element of a book, its function and uses, in the realm of its relationship with the individual and between individuals. Considering its private, possibly affective, predominantly tactile experience in a resistant condition to the idea of a mass reproducibility; Exploring the ways it gets disseminated and shared and how these define its storyline; Reflecting upon the gestures of gratuity and care this idea implies and the organisms it involves in the narrative. The process of publishing is intended as a performative form of exteriorization – transmission – care.
The workshop will be structured around the creation of a self publication using alternative, DIY publishing strategies; Experiencing the steps of appropriation and assemblage using low tech tools, and manually operated jigs. At the disposal of participants will be the selection of books brought by Archive Books on the occasion of the exhibition Constellations of one and many, Curandi Katz’s collection of dissident pamphlets and digital platforms for text-sharing.

A point of departure and historical reference comes from the artists’ on-going research on the late Hungarian-Israeli anarcho-pacifist activist Toma Sik and his multi-faceted use of publishing and knowledge circulation. In Sik’s case they are flyers and surveys that he would hand out during protests in public space in order to reach the other and talk about issues like vegetarianism, nonviolence, human-rights. The activist methodology of reaching the other through the printed word casually handed out, was progressively